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1. FC Nürnberg auf Talfahrt: Was ist los beim Club? | BR24

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Johannes Geis, Asger Sörensen und Lukas Mühl (v.l.) nach dem 0:2 gegen den SV Wehen Wiesbaden

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    1. FC Nürnberg auf Talfahrt: Was ist los beim Club?

    Viel schlimmer geht's nimmer: Zweitligist 1. FC Nürnberg ist auf den Relegationsrang abgerutscht und muss sich einmal mehr auf Abstiegskampf einstellen. Es funktioniert fast nichts beim Club, der sich irgendwie in die Winterpause retten muss.

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    Wer sich durch die Homepage des 1. FC Nürnberg klickt und das dritte Türchen des FCN-Adventskalenders öffnet, der kann ein Kochbuch von Alexander Herrmann gewinnen, um wie es heißt in der Küche mal "richtig einen aufzaubern" zu können. Was derzeit auf dem Platz so gar nicht klappt, der kann es also am Herd probieren? Ein schwacher Trost für die treuen Clubfans.

    Drei Partien sind noch zu spielen in der Hinrunde. In der Verfassung, in der sich die Mannschaft gerade befindet, geht es jedoch wohl nur um Schadensbegrenzung und darum, sich irgendwie in die Weihnachtspause zu retten. Von wegen "staade Zeit"! Rund um das Trainingsgelände am Valznerweiher ist nach der 0:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden ordentlich Feuer unterm Dach.

    Brandrede und klare Ansage von Palikuca

    Sportdirektor Robert Palikuca fühlte sich bemüßigt, nach der dritten Heimniederlage und der erneut blamablen Vorstellung vor den eigenen Fans 30 Minuten zu den Spielern zu sprechen: "Es gab eine klare und sehr deutliche Ansprache von mir an die Spieler. Ich habe ihnen gesagt, was ich von ihnen in den nächsten drei Wochen erwarte“, verriet er der Bild-Zeitung.

    Der Mannschaft mangelt es nach dem Geschmack der sportlichen Leitung derzeit nicht nur an spielerischen Fähigkeiten, sondern auch an der richtigen Einstellung. Palikuca will sich das nicht länger bieten lassen: "Wer es nach meinen Worten immer noch nicht verstanden hat, der genügt nicht nur keinen Zweitliga-Ansprüchen mehr, sondern auch ganz sicher nicht mehr den Ansprüchen des 1. FC Nürnberg.“

    © picture-alliance/dpa

    Jens Keller und Robert Palikuca

    Trainerwechsel droht zu verpuffen

    Nach dem Bundesliga-Abstieg im Mai wollte der Club binnen zwei Jahren zurück ins Oberhaus. Dafür wurde vieles umgekrempelt: Palikuca holte zunächst seinen Wunschtrainer. Doch Damir Canadi wurde nach der 1:3-Niederlage in Bochum entlassen. Mit Jens Keller sollte ein erfahrener Mann das Ruder möglichst schnell herumreißen. Doch dem 0:0 im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth ließ das Team am vergangenen Wochenende die 0:2-Pleite gegen den bisherigen Tabellenletzten Wehen Wiesbaden folgen. Die Maßnahme Trainerwechsel droht früher zu verpuffen als gedacht.

    Sturmmisere und Verletzungspech

    Die Verletztenmisere - vor allem auf der Torhüterposition - reicht als Erklärung für die schwachen Leistungen nicht aus. Insbesondere im Angriff geht nichts zusammen. Nur sieben Heimtore - das ist die Bilanz eines Abstiegskandidaten. Mittelfeldspieler Johannes Geis ist mit fünf Treffern bester Torschütze. Von den Stürmern haben lediglich Robin Hack (3) und Michael Frey (2) getroffen, der frühere Torjäger Mikael Ishak noch gar nicht.

    Im nächsten Spiel am kommenden Montag geht es nun ausgerechnet zum VfB Stuttgart - ein Aufstiegskandidat, der ebenfalls gerade jeden Punkt dringend braucht. Es folgen zwei Heimspiele gegen Holstein Kiel und Dynamo Dresden. Da müssen Punkte her. Bis die Mannschaft auf dem Platz wieder mal "richtig einen aufzaubert"? Das könnte länger dauern.