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Im Blick des Verfassungsschutzes Soldiers of Odin Bayern - Bürgerwehr setzt auf Angst

Sie treten auf wie eine Bürgerwehr, nennen sich Soldiers of Odin und sind in bayerischen Innenstädten aufgetaucht. Der Verfassungsschutz schaut bereits auf ihre Aktivitäten.

Von: Julia Zöller und Achim Winkelmann

Stand: 12.12.2017

Soldiers of Odin aus Würzburg posieren in Regensburg | Bild: Soldiers of Odin/facebook

Ihre Auftritte – sie nennen es „Spaziergänge“ sind immer ähnlich: Vier, fünf, sechs Leute, Hunde an der Leine, laufen durch eine bayerische Stadt. Regensburg, München, Donauwörth. Manchmal kleben sie Aufkleber: „Schutzzone“. Auffällig und auch einschüchternd: die einheitlichen schwarzen Jacken: Soldiers of Odin, kurz S.O.O., dazu ein Wikingerkopf, vermummt mit der deutschen Fahne. "Hilf uns dabei, die Straßen für unsere Frauen und Kinder wieder sicher zu machen", schreiben sie auf Facebook.

Einzelne Gesichter aus der rechtsextremen Szene bekannt

Es gibt einige Sicherheitsdienste oder Bürgerwehren. Die Soldiers of Odin sind dem bayerischen Verfassungsschutz aufgefallen. Einzelne Gesichter sind bekannt.

"Wir schauen auf diese Gruppierungen, weil wir sehen, dass es Personen gibt, die wir schon aus rechtsextremistischen Strukturen kennen, und die sich auch bei den Soldiers of Odin betätigen."

Markus Schäfert, Sprecher des bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz

Außerdem sind da die Internet-Aktivitäten: So teilten die Soldiers of Odin Bayern den rassistischen Propagandafilm „Deutschlands stiller Tod“ mit dem Kommentar versehen: „Traurig aber wahr.“ Mitglieder benutzen Symbolik, die auch Rechtsextreme verwenden, z.B. die schwarz-weiß-rote Reichsflagge. Dann inszenieren sie sich wieder als tierliebe Helfer mit einem Hang zur nordischen Mythologie. Wobei die Hilfe explizit „Deutschen“ zukommen soll, wie einer schreibt.  

Würzburger Journalist bedroht

Diese zwei Gesichter der Gruppe hat der Würzburger Journalist Wolfgang Jung kennengelernt. Im Herbst hat er Mitglieder der Soldiers of Odin getroffen:

"Wir sind über zwei Stunden zusammengesessen, es war sehr nett. Ich war immer wieder erstaunt, weil ich deutlich gemacht habe - auch durch meine Fragen - dass ich ihnen Vieles nicht abkaufe. Sie haben freundlich reagiert."

Wolfgang Jung, Journalist aus Würzburg

Als sein kritischer Artikel in der Mainpost erscheint, der auch rechtsextreme Kontakte thematisiert, ändert sich der Ton in der Gruppe: 

"Ich habe Zugang zu ihren geheimen Facebook-Accounts und habe Empfehlungen gelesen, mir die Nase abzuschneiden, die Hände abhacken, damit ich keinen Schaden mehr anrichten könne. Oder man solle mich drei Stunden lang in einer öffentlichen Toilette waterboarden."

Wolfgang Jung, Journalist aus Würzburg

Wolfgang Jung hat mittlerweile keinen Zugang mehr, dem BR liegen die Chats jedoch vor. Bei der Recherche haben auch wir die Soldiers of Odin für ein Interview angefragt, die Anfrage sei weitergeleitet, hieß es zweimal. Weitere Reaktionen gab es nicht.  

Unsicherheit schüren

Die Gruppe ist nicht groß, ob in Regensburg oder München – es sind häufig dieselben Gesichter dabei. Laut Verfassungsschutz versuchen sie aber aktuell, sich an mehreren Orten in Bayern auszubreiten. Die Botschaft ihrer Kontrollgänge:

"Was man damit vermitteln will, ist ein Unsicherheitsempfinden in der Bevölkerung. Man möchte suggerieren: Der Staat ist nicht in der Lage, eure Sicherheit zu garantieren. Wir tun das nun an Stelle des Staates. Und das soll letzten Endes auch das Vertrauen in den Staat unterminieren."

Markus Schäfert, Sprecher des bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz

Polizei warnt vor Gründung von Bürgerwehren

So will auch die Münchner Polizei keine "Hilfe" von Soldiers of Odin.

"Von Bürgerwehren können wir nur abraten. Wenn es zu irgendwelchen Problemen kommt, sind wir vor Ort - dann sind wir diejenigen, die die Maßnahmen treffen können. Wir wissen, was wir im Rahmen des Gesetzes tun können und dass wir es richtig tun können."

Werner Kraus, Sprecher der Münchner Polizei

Soldiers of Odin gibt es nicht nur in Bayern – sie haben verschiedene so genannte Divisionen weltweit. Angefangen haben solche Kontrollgänge in Finnland. Von den Umtrieben der rassistischen Gründer distanzieren sich die Bayern, tragen aber dennoch denselben Namen.


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El Gringo, Mittwoch, 13.Dezember, 20:39 Uhr

15. Verfassungsschutz

Der Verfassungsschutz sollte lieber die beobachten und aus dem Verkehr ziehen , die ganz offensichtlich ,taeglich die Verfassung und das Grundgesetz vorsaetzlich brechen!! Dann braeuchten wir keine Buergerwehr!

  • Antwort von paule, Freitag, 15.Dezember, 06:51 Uhr

    GENAU!!!!!!!

Manfred, Mittwoch, 13.Dezember, 06:46 Uhr

14. Die Tun nix , die wollen NUR spielen

In einer Gruppe fühlt sich der Mensch stärker als allein , das ist meine beobachtung und zwar auch auf Radwegen und Wanderwegen egel welchen Alters .
Diese Leute wollen NUR Kriegspielen haben aber keine Ahnung wie Krieg aussieht .
Aber die Bösen ziehen nun mal nicht marodierend durch die Strassen deswegen kann man ja beruhigt auf dicke Hose machen .

Klingone, Mittwoch, 13.Dezember, 00:10 Uhr

13.

Wer von den Postern hier hat sich eigentlich schon mal mit Mitgliedern der SOO unterhalten?

Ich schon - einfach nur widerlich was die so absondern (und das auch schon vor die hier so gerne zitierten Flüchtlingswelle).
Ach ja - ein ehemaliger Prospect ist ein guter Kumpel von mir, ich weiß also von was ich rede.

Die gehören einfach weg....

  • Antwort von Bert Brech, Mittwoch, 13.Dezember, 19:24 Uhr

    Die Regeln fuer einen Prospect sind einfach: Klappe halten und NIEMALS Club-Interna mit anderen bequatschen.
    Die Kameraden werden schon wissen, warum sie Ihren Kumpel nicht aufgenommen haben.

    Sie geben nun vor "zu wissen, wovon Sie reden", und haben dabei die offensichtlichen charakterlichen Schwaechen Ihres "guten Kumpels" schon offenbart...;)

  • Antwort von Klingone, Donnerstag, 14.Dezember, 00:08 Uhr

    Falsch verstanden. Er hat sich vorzeitig von der Ideologie distanziert als er merkte was da wirklich abging...

  • Antwort von Bert Brech, Donnerstag, 14.Dezember, 17:52 Uhr

    "Heilsversprechen" ist eben nicht gleich Heilsversprechen.
    Er haette lieber gleich beim CVJM bleiben sollen.
    Da werden auch solche Suenden vergeben... XD

Roland, Dienstag, 12.Dezember, 23:59 Uhr

12. Soldiers of Odin Bayern - Bürgerwehr setzt auf Angst

Da liegt diese Bürgerwehr richtig, die Angst nimmt zu. Immer neue, immer mehr Fremde im Land, die Zahl der Gefährder nimmt ständig zu. Die Polizei kann nicht überall sein. Sollten wir diesen ehrenamtlichen Helfern nicht dankbar sein, dass sie für uns ihre Freizeit opfern?

sympathie träger, Dienstag, 12.Dezember, 18:07 Uhr

11.

wieviele mitglieder hat diese gruppe eigentlich ? der osmanen germany haben soweit bekannt schon weit über 4000 tausend mitglieder , aber diese werden bei dokus sogar noch verharmlost ! warum werden deutsche rechts-radikale ohne imigrationshintergrund so deutlich in den medien als gefahr bezeichnet , aber dasselbe mit imigrationshintergrund wird als volklore verharmlost ! unser staat und die medien sollten sollten endlich mal alle arschgeigen gleich in den fokus nehmen und auch die wahrheit über diese verbreiten !!!