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Indirekte Kritik an Seehofer Söder gibt Berlin die Schuld an schlechten CSU-Umfragewerten

Nach dem heftigen Asylstreit in der Union hat die CSU in Umfragen an Zustimmung verloren. Im Gespräch mit dem BR mahnt Ministerpräsident Söder (CSU) nun einen anderen Diskussionsstil an. Indirekt kritisiert er damit Parteichef Seehofer.

Von: Nikolaus Neumaier

Stand: 12.07.2018

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern | Bild: dpa-Bildfunk/Lino Mirgeler

Markus Söder will die aktuellen Umfragen, die die CSU deutlich unter 40 Prozent sehen, nicht überbewerten, weil es auf die vier Wochen vor der Wahl ankomme. Die Ursache für die derzeit schlechten Umfragewerte sieht Söder aber in Berlin. Dem BR sagte er:

"Klar ist: Die aktuellen Umfragen sind Berliner Werte und keine bayerischen." Markus Söder

Söder kritisiert Spekulationen über Bruch der Koalition

Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk forderte Söder auch mehr Engagement für die gemeinsame Bundesregierung. Man habe in der Asylpolitik viel erreicht, darüber sollte man reden, meinte Söder und sagte:

"Man muss in einer Regierung etwas bewegen und nicht den Eindruck erwecken, man würde lieber gerne raus." Markus Söder

Söder mahnt besseren Stil an

Der bayerische Ministerpräsident kritisiert, dass die Erfolge zu wenig herausgestellt würden. Das gelte auch für die Arbeit der Bundesregierung und die Art der Auseinandersetzung. Ohne CSU-Parteichef Seehofer beim Namen zu nennen, mahnte Söder auch einen besseren Stil an und meinte:

"Wir sollten auch in Berlin nicht nur über die Schwierigkeiten reden, sondern über das, was man gemeinsam erreicht und das in einem Stil und in einer Form, die insgesamt auch das Positive herausstellt." Markus Söder

Gegenmodell Landespolitik

Söder verweist dabei auf die Entscheidungen, die die Landesregierung unter seiner Federführung bereits herbeigeführt habe. Der Ministerpräsident nennt Pflegegeld, Familiengeld oder die Gründung der Grenzpolizei und sagt:

"Es gibt kaum eine politische Kraft wie die CSU und die Staatsregierung Bayern, die in kürzester Zeit so viel Dinge neujustiert, verbessert haben und auch zu Ergebnissen führen." Markus Söder

Söder übt Selbstkritik

Am Abend sprach der Ministerpräsident auch in der Landtagsdebatte zur Amtszeitbegrenzung über den Stil politischer Diskussionen und gab sich dabei überraschend selbstkritisch:

"Ich werde das Wort Asyltourismus nicht wieder verwenden, auch wenn das Anliegen ein berechtigtes war." Markus Söder im Bayerischen Landtag

Zuvor hatte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ausdrücklich Söders Formulierung "Asyltourismus" kritisiert und generell die Politiker zu mehr "Disziplin bei der Sprache" ermahnt.


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ThE, Donnerstag, 12.Juli, 22:26 Uhr

60. Wie Schulz ... Schuld sind immer die anderen.

Das klingt irgendwie vertraut - schuld sind erstmal die anderen. Alle anderen. Keiner hat mich lieb. Das hatte der Herr Martin Schulz damals auch immer versucht, und jetzt liegt die SPD darnieder. Ich befürchte, mit den alten Herrn S. und S. mit Bluthochdruck in der CSU dass die Zeiten der CSU vorbei sind - sich so dermaßen von sämtlichen (nicht nur christlichen) Werten zu verabschieden und nur noch aufs eigene Recht zu pochen und beleidigt missverstanden den schwarzen Peter bei anderen zu suchen ist nicht unbedingt ein Zeichen für Führungsstärke.

Peinlich und bemitleidenswert.

Michael Wolters, Donnerstag, 12.Juli, 21:13 Uhr

59. Söder und Selbstkritik? Alles nur taktische Mache

Erst hat MP Söder den BM Seehofer immer weiter vor sich her nachts Rechts getrieben und nun spielt er den Verständigen. Selten einen so verlogenen und charakterlosen deutschen Politiker erlebt. Hoffentlich sägen ihn die eigenen Leuten nach einem schlechten Landtagswahlergebnis ab. So einen wie den hat Bayern echt nicht verdient!

uwe witt, Donnerstag, 12.Juli, 19:21 Uhr

58. Seehofers HHD

Am Sonntag, den 14. 10.2018 18 Uhr
läuft Seehofers MHD ab.

Max, Donnerstag, 12.Juli, 14:47 Uhr

57. Vor drei Jahren

habe ich dem örtlichen CSU-Bundestagsabgeordneten gesagt: "Wenn ihr die Merkel nicht absetzt oder wenigstens aus der Regierung austretet, werdet ihr untergehen."

Er war etwas schwer von Begriff, und auch seine Parteifreunde.
Ich werde deshalb eine andere Partei wählen.

  • Antwort von Erich, Donnerstag, 12.Juli, 15:07 Uhr

    Die CSU ist ja nicht die erste Partei, die Merkel zu Grunde richtet.
    Die Sozis wollens gleich mehrfach :-D
    Die FDP ist geflüchtet und die CSU genießts noch.

FranzX, Donnerstag, 12.Juli, 14:26 Uhr

56. CSU

Die CSU ist soweit von ihren Wählern weg wie noch nie in ihrer Geschichte.