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Initiative will Gebetshaus verhindern Kaufbeurens Stadtrat erklärt Bürgerbegehren gegen Moschee für zulässig

Jetzt hat der Stadtrat entschieden: Am 22. Juli können die Kaufbeurer ihre Stimme für oder gegen den Neubau des Gebetshauses abgeben.

Von: Andrea Trübenbacher

Stand: 18.05.2018

Modell der neuen Moschee, die in Kaufbeuren gebaut werden soll - zumindest befürwortet der Stadtrat mehrheitlich den Bau. | Bild: Bayerischer Rundfunk

Die Frage des Bürgerentscheids lautet nach Angaben der Stadt: "Sind sie gegen die Vergabe eines Grundstücks der Stadt Kaufbeuren im Gewerbegebiet Untere Au zum Bau einer Moschee an den Türkisch-Islamischen Kulturverein Ditib?". Die Initiatoren des Bürgerentscheids hatten der Stadt knapp 4.000 Unterschriften übergeben. Damit war das für ein Bürgerbegehren notwendige Quorum von 2.349 Unterschriften erreicht, wie die Stadtverwaltung bereits Ende April mitteilte.

Politische Aktivitäten in der Moschee?

Die Gegner befürchten politische Aktivitäten in der Moschee und eine Islamisierung. Außerdem haben sie Vorbehalte gegen den Dachverband Ditib, sie halten den Verband für den verlängerten Arm des türkischen Präsidenten Erdogan. Inzwischen hat sich, neben dem Stadtrat, der die Pläne für den Neubau mehrheitlich unterstützt, auch eine Initiative pro Moschee-Bau gebildet.

Für die Moschee und eine sachliche Debatte

Vier Kaufbeurer wollen sich unter dem Motto "Kaufbeuren gestalten - statt spalten" für eine sachliche Debatte um den Moscheebau in ihrer Stadt einsetzen. Damit möchten sie nach eigener Aussage verhindern, dass die Stadtpolitik durch populistische und sachlich falsche Aussagen beeinflusst wird.

Infoveranstaltung im Juni

Die Stadt wird für alle Bürger am 12. Juni eine Informationsveranstaltung zum geplanten Neubau und zum Bürgerentscheid geben. Die jetzige Moschee in einem Mehrfamilienhaus mitten in einem Wohngebiet ist seit langem für die wachsende muslimische Gemeinde viel zu klein.

Eine Moschee in einem westlich geprägten Gebäude

Die Pläne für die neue Moschee sehen kein typisch türkisch-anatolisches Gebäude mit vielen Kuppeln und Türmen vor, sondern ein flaches, modern gehaltenes, westlich geprägtes Gebäude, aus dem ein 21 Meter hohes "stummes" Minarett hervorragt.


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