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IG Metall reagiert Wegen AfD-Funktion: Günzburger DGB wirft Vorstand raus

Er hatte es kommen sehen: Walter Metzinger war stellvertretender Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Günzburg und gleichzeitig für die AfD tätig. Für die IG Metall passt das nicht zusammen. Sie hat Metzinger nun aus dem Vorstand geschmissen.

Stand: 04.07.2018

Drei Fahnen des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB  | Bild: pa/dpa/Jan Woitas

Im Mai dieses Jahres hatte Walter Metzinger eine offizielle Funktion in der AfD übernommen, gleichzeitig seinen Posten als stellvertretender Kreisvorsitzender des DGB in Günzburg aber behalten. Nun hat die IG Metall reagiert.

IG Metall: AfD und DGB passen nicht zusammen

"Wegen seiner Übernahme von Funktionen in der AfD" hat die Gewerkschaft Metzinger laut einer Mitteilung als ihren Vertreter im DGB Kreisvorstand abberufen. Günter Frey, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Neu-Ulm/Günzburg begründet den Schritt damit, dass die Arbeit in der Gewerkschaft nicht mit einer Funktion in der AfD einhergehen kann.

"Die AfD verfolgt Ziele und vertritt Werte, die mit denen der IG Metall und des DGB nicht zusammenpassen", heißt es in der Mitteilung.

Metzinger kritisierte DGB scharf

Ein weiterer Grund ist die Art und Weise, in der Metzinger seine Arbeit als Kreisvorsitzender der AfD bekannt gegeben hat. In einer Pressemitteilung hatte er dem DGB damals vorgeworfen, "gesellschaftliche Utopien und Interessen von Migrations-Lobbyisten über Arbeitnehmerinteressen" zu stellen. Direkt danach war er vom DGB scharf kritisiert worden.

Günther Frey kritisiert Metzinger nun dafür, dass er seine Kritik am Gewerkschaftsbund erst intern hätte ansprechen sollen, bevor er an die Öffentlichkeit ging. Metzinger hatte bereits im Mai damit gerechnet, beim DGB seiner Ämter enthoben zu werden.


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Wieland der Schmied, Freitag, 06.Juli, 02:00 Uhr

6. Die Gewerkschaft als Treibriemen der politischen Agitation

Im real existierenden Sozialismus der SED-Diktatur hatte die Gewerkschaft(es gab nur eine für alle)die Aufgabe lt. Lenin, als Treibriemen zwischen dem Motor(die allein selig machende Partei) und der breiten Volksmasse zu ihrer ständigen politischen Weiterbildung zu fungieren. Das tat sie auch, während die Parteimitglieder in die monatliche Parteiversammlung gingen, wurden die Nichtparteimitglieder in den Gewerkschaftsversammlungen geschult. Wir wissen heute, daß man den Bogen überspannt hat und die Sehne gerissen war.
Viele Bürger haben lange gebraucht, sich in das System der Marktwirtschaft einzufitzen, um schließlich mit Erschaudern festzustellen, daß dieses DGB-Prinzip nichts anderes ist als politischer Formierungsapparat wie vorher, während Tarifverhandlungen in obersten Etagen angeordnet und befolgt werden mit Händen an der Hosennaht durch die Bonzen. Bsirske war der erste Gewerkschaftsboß, der bei den Bilderbergern eingeladen war unter lauter Konzernlenkern. Noch Fragen?

  • Antwort von Michael, Freitag, 06.Juli, 16:47 Uhr

    Das stimmt nicht so ganz Herr Schmied!!! Es gab wohl eine ganze Menge Industriegewerkschaften in der ehemaligen DDR!!

Ben Pulz, Donnerstag, 05.Juli, 14:18 Uhr

5. Wieso wohl die eine politische Haltung mehr zählt als die andere?

Die IG Metall vertritt Werte und Positionen, die auf Gewerkschaftstagen, Mitgliederversammlungen und so weiter und so fort demokratisch festgelegt worden sind. Diese sprechen sich für Weltoffenheit, Toleranz und gegen Rassismus, aber auch gegen einseitige, arbeitgeberlastige Wirtschaftspolitik aus. Alles Positionen, die denen der AfD widersprechen.

Wieso hier von einigen Kommentator*innen Meinungsfreiheit angeführt wird, zeitgleich aber dann gegen Beschlüsse (und damit Demokratie), die in offener Debatte und unter Meinungsfreiheit getroffen worden sind und nur dieses Ergebnis zulassen gewettert wird, ist mir völlig schleierhaft.

  • Antwort von Leser, Donnerstag, 05.Juli, 15:11 Uhr

    Leute wie sie möchte ich erleben wenn ein Fleischer einen muslimischen Mitarbeiter entlässt der sich weigert Schwein zu verarbeiten oder Frauen zu bedienen.
    Ob ihr tolles Blabla da nicht vielleicht umschlägt?

Zuschauer, Mittwoch, 04.Juli, 22:10 Uhr

4. Das Leben der Anderen

Der Oskar für diesen Film war verdient und ich muss in letzter Zeit immer wieder an die Szene denken in der die Parteibonze unterwürfig gebeten wir doch "das Berufsverbot für den Kollegen aufzuheben"
"Bei uns gibt es doch kein Berufsverbot!!! Aber er darf natürlich darauf hoffen, denn die Hoffnung sirbt bekanntlich zu Letzt"

War damals schon sehr geschickt outgesourced. Der Staat konnte seine Hände in Unschuld waschen.

Wenn Meinung und politisches Engagement zum Verbrechen wird, dann sollten wir uns alle mal Gedanken machen.

Ach ja ... stimmt... der Slogan lautet ja bereits "Heimatliebe ist keine Meinung sondern ein Verbrechen!"

Allg. Deutscher Gewerkschaftsbund ADGB (1919-1933), Mittwoch, 04.Juli, 19:13 Uhr

3.

verhinderte durch einen Generalstreik den rechtsextremen Kapp-Putsch 1920; Betriebsrätegesetz 1920; Arbeitslosenversicherung 1927; Achtstundentag; Anpassungspolitik ans Nazi-Regime, dennoch Zerschlagung u. Ermordung v. Gewerkschaftlern direkt oder in KZs

Sehr gut! Denn die Nachfolgeorganisation des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes weiß ganz genau, was herauskommt, wenn man die Rechtsaußen zulässt.

AfD-Wählerin, Mittwoch, 04.Juli, 18:34 Uhr

2. Das beruhigt sehr

"Die AfD verfolgt Ziele und vertritt Werte, die mit denen der IG Metall und des DGB nicht zusammenpassen", heißt es in der Mitteilung."

Da bin ich aber froh, wähle ich doch AfD! Man stelle sich vor, auch die wären mit den Kommunisten handelseinig, dann könnte man ja gar keinen mehr wählen.

  • Antwort von Oskar Franz , Donnerstag, 05.Juli, 12:25 Uhr

    Der DGB ist nicht kommunistisch! Nicht mal die Linke. Ramelow hat es als alter Gewerkschafter ja deutlich gesagt: Kommunisten haben in der Linken nichts zu suchen, wir wollen die auch nicht als Wähler. Aber die AfD haben bei der Bundestagswahl viele alte Kommunisten in der ehemaligen DDR gewählt. Und in der Thüringer AfD haben alte SED- Funktionäre wieder einen politischen Job.

  • Antwort von Therese, Donnerstag, 05.Juli, 12:58 Uhr

    Bitte, diese plakativen Vorwürfe von Kommunismus sind irrwitzig! Lesen Sie mal nach was Kommunismus ist, schauen Sie sich die Gewerkschaftsbewegung an und behaupten Sie dann noch mal, wir hätten kommunistische Gewerkschaften in Deutschland. Es wäre schön, wenn sich mehr Menschen informieren und bilden, bevor Sie solche peinlichen und grundfalschen Kommentare in die Welt posaunen. Das ist einfach krotesk!