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Neues Gutachten Skipiste am Riedberger Horn laut Gutachten nicht genehmigungsfähig

Seit der Änderung des Landesentwicklungsplans ist die umstrittene Liftverbindung am Riedberger Horn ein großes Stück weiter gekommen. Ein neues Gutachten des Bund Naturschutz kommt jetzt aber zu dem Schluss: Die geplante Piste wäre nicht genehmigungsfähig!

Stand: 09.03.2018

Riedberger Horn | Bild: BR/Viktoria Wagensommer

Im Auftrag des Bund Naturschutz hat ein Geologen-Team des Nürnberger Fachbüros Heimbucher den Hang, auf dem die Verbindungspiste zwischen den beiden Skigebieten Balderschwang und Grasgehren einmal verlaufen soll, auf seine Labilität untersucht. Am Freitag (09.03.18) wurde das Gutachten vorgestellt. Gutachter Michael Menke kommt zu dem Schluss: Eine Skipiste wäre dort nicht genehmigungsfähig.

Flyschgestein sorgt für Rutschungen

Große Flächen am Südwesthang des Riedberger Horns sind laut dem Gutachten labil. Weite Bereiche seien von Rutschungen und teils tiefgreifenden Massebewegungen betroffen. Schon in der Vergangenheit hat es mehrere Hangrutsche im Bereich um das Riedberger Horn gegeben. Selbst das Landesamt für Umwelt hat den Berg Horn in seinen Gefahrenhinweiskarten als Gebiet ausgewiesen, das anfällig für Rutschungen und Hangabbrüche ist. Der Grund liegt im Untergrund, der aus Flyschgestein besteht.

"Dieses Flyschgestein, das da in dem Bereich vorkommt, das ist eben sehr rutschungsanfällig. Und dann kommt noch dazu, dass wir hier ausreichend Niederschläge haben, die diese Rutschbewegungen begünstigen würden."

Gutachter Michael Menke

Bund Naturschutz sieht sich bestätigt

Wegen des Klimawandels und immer häufiger auftretenden Starkregens glaubt der Fachmann, dass am Riedberger Horn in Zukunft sogar verstärkt mit Hangbewegungen zu rechnen ist. Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz, sieht sich und die anderen Naturschützer in ihrer Ablehnung der Liftpläne am Riedberger Horn durch das Gutachten bestätigt.

"Wir haben in einem 20.000 Euro teuren Gutachten feststellen können, dass die Hänge, in denen die Skipisten geplant sind, absolut rutschgefährdet sind. Und deswegen ist schon allein nach der Alpenkonvention jeder Bau einer neuen Skipiste hier verboten."

Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz

Bei Baugenehmigung will der Bund Naturschutz klagen

Eigentlich wäre ein solches Gutachten Aufgabe der Staatsregierung gewesen, bevor man die Entscheidung zum Riedberger Horn trifft, so Richard Mergner. Mit den vorliegenden Ergebnissen sieht sich der Bund Naturschutz nun aber bestens vorbereitet für eine Klage, sollte es zu einer Baugenehmigung kommen.

"Allein die geologischen Erkenntnisse reichen aus, dass die Staatsregierung endlich diese Pläne stoppen muss. Das heißt, die Änderung des Landesentwicklungsprogramms, das das Riedberger Horn aus der strengen Alpenschutzzone C herausgenommen hat, muss rückabgewickelt werden. Und wir fordern das Landratsamt Oberallgäu unter seinem Landrat Klotz auf, dass das Genehmigungsverfahren nicht angegangen wird."

Richard Mergner, Landesbeauftragter des Bund Naturschutz

Bislang noch kein Bauantrag gestellt

Der Landrat selbst wollte sich zu den Ergebnissen des Gutachtens noch nicht äußern, er will sie erst einmal von seinen Mitarbeitern prüfen lassen. Im Vorfeld sagte er aber: Sollte ein Bauantrag eingereicht werden, müsste die Geologie am Riedberger Horn im Rahmen des Genehmigungsverfahrens ohnehin noch einmal ausführlich geprüft werden. Dazu müsste aber erst einmal ein Bauantrag für die Liftverbindung am Riedberger Horn gestellt werden – und das ist bis jetzt noch nicht passiert.


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Wolfgang, Samstag, 10.März, 10:49 Uhr

12. Was darf Schifahren als Hobby kosten?

Sowohl geldlich für die Bürger als auch an Energie und Naturverbrauch?

Als Idee im geeinten Europa Schitorurismus in geringen Höhen nicht fördern oder ausbauen, als Auslaufmodell betrachten.

Stattdessen am Alpenhauptkamm neue Schistationen ähnlich wie in Frankreich komplett mit allem über 2000m Höhe.

Keine Erschließung für Privat-PKW, keine Tagetouristen. Aber neben gehobenen teuren Hotels preisgünstige Unterkünfte wie bunk-house oder ähnlich dem Radler-Hotel "Rotel" in Passau. Keine Tagesschipäasse nur Angebote für 1 bis 3 Wochen.

Hinfahrt mit der Bahn, Bustransfer zur Seilbahn-Talstation, fertig, ähnlich wie Mürren im Berner Oberland oder Braunwald im Kanto Glarus.

Urs in Ingolstadt, Samstag, 10.März, 06:42 Uhr

11. Es geht auch anders

Es gibt auch andere Wege ohne die Natur zu zerstören und nur auf den schnellen Profit zu setzen, da sowieso aufgrund des Klimawandels in ein paar Jahren Schluß ist mit Skifahren. Hauptsache man hat vorher alles irgendwie in Geld verwandelbare rausgezogen und kaputt gemacht.
Ein positives Beispiel ist die Gemeinde Schleching im Achental, die jetzt Bergsteigerdorf geworden ist.
Dort hatte man auch versucht am Geigelstein, dem Hausberg von Schleching, eine Skischaukel aufzuziehen. Engagierte Bürger haben das Gott sei Dank verhindert.
Jetzt ist der Geigelstein ein Aushängeschild für die Gemeinde und über das Achental hinaus als der Blumenberg des Chiemgaus/Achentals bekannt.

highwayfloh, Freitag, 09.März, 23:16 Uhr

10. Wos ned ois los is auf dera Welt insbesondere in Bayern ...

Langsam wundert mi nix mehr ... aah ned, warum sö bei uns bisher koa ausserirdische Intelligenz blicken hot lassn oder ned bereit dazua is....

Erzierherin in der AIT-Schule (AIT =ausserirdische Intelligenz): Wenn Ihr Mist baut, schaut Euch die Erde und die Menschen an! Es gibt aber auch noch härtere Strafen!

Zukunft natura, Freitag, 09.März, 23:14 Uhr

9. Wo ist mein Kommentar von heute Vormittag????

Sehr geehrtes BR-Team,

es ist extrem irritierend, dass mein Kommentar nicht abgebildet wurde!!!!

Wo steht eigentlich der BR??? Darf man nicht deutlich sein, wenn man höchst wertige Flora und Fauna schützen möchte???

MfG
B. Ramann

Fred Rath, Freitag, 09.März, 20:43 Uhr

8. mögliche Skischaukel am Riedberger Horn

Die dortige Bevölkerung hat für die Skischaukel gestimmt. Und da sie dort wohnen haben sie auch das Sagen. Andere wohnen weiter weg und wollen immer mitreden. Selbst haben sie dabei - bis auf die Prozesskosten - keine finanziellen Nachteile zu befürchten. Die dort lebende Bevölkerung schon. Das Gutachten wurde vom Bund Naturschutz in Auftrag gegeben. Es ist doch klar, dass dann dessen Position bezogen wird. Ein Gegengutachten könnte anders ausfallen. Im übrigen ist es so, dass die Tourenskifahrer den Berg nur für sich selbst haben wollen. Deshalb wollen sie den Tourismus ausschließen. Wenn der Lift schon nicht gebaut werden darf, dann sollte man den ganzen Berg sperren.

  • Antwort von Heini, Freitag, 09.März, 21:52 Uhr

    Vielleicht kann man mit den fliegenden Untertassen der Frau Bär zum Gipfel fliegen. Skischaukeln wird kein Mensch mehr brauchen. Allen wäre geholfen und die Natur geschont.

  • Antwort von Danke FDP , Freitag, 09.März, 22:35 Uhr

    @ Heini
    Auch hier werden sich wieder ausreichend Spaß-Touristen zum Party machen einfinden. Ob es Schnee hat oder nicht ist denen doch eh wurscht, Hauptsache es gibt gibt genug zum Saufen. Wenn alle Stricke reißen wird eben die Schneekanone angeschmissen, die Natur ist der "Spaß-Gesellschaft" doch so und so egal.

  • Antwort von Bergbauer, Samstag, 10.März, 06:36 Uhr

    @ Danke FDP: Und wen die Massen (Spaßtouristen) weg sind, hinterlassen sie Müllberge.

  • Antwort von Bergler, Samstag, 10.März, 06:49 Uhr

    Hoffentlich wird dann die dortige Bevölkerung auch für die Folgen / Kosten dieses Schwachsinns aufkommen. Von der CSU wird keiner dafür gerade stehen.