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US-Strafzölle Schwabens IHK fürchtet Druck auf Stahlpreise

Die US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl könnten die Preise in der EU unter Druck bringen. Das fürchtet Jana Lovell von der IHK Schwaben. Die Konsequenzen für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Schwaben lassen sich noch nicht absehen.

Stand: 12.03.2018

MAN Diesel Mitarbeiter arbeitet an einem Turbolader im Augsburger Werk | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn die Überkapazitäten aus chinesischer Stahlproduktion nur noch einen erschwerten Zugang zum US-Markt haben, dann könnten Sie verstärkt auf dem europäischen Markt landen. Das wiederum würde die hiesige Produktion unter Druck bringen - mit noch nicht absehbaren Folgen, fürchtet Jana Lovell, Leiterin des Geschäftsfeldes International bei der IHK Schwaben:

"Dieses Überangebot würde dazu führen, dass die Preise in der EU drastisch fallen könnten."

Jana Lovell, IHK Schwaben

630 Unternehmen in Schwaben sind im USA-Geschäft tätig

630 Unternehmen in Schwaben sind im USA-Geschäft tätig. Derzeit ist die IHK Schwaben mit ihnen im Gespräch, was die geplanten Strafzölle für sie konkret bedeuten und wie sie damit umgehen wollen. Fest steht: Derzeit sind nur sogenannte Vorprodukte aus Stahl und Aluminium betroffenen, also Rohstoffe, keine fertigen Waren. Ob das so bleibt, kann niemand sagen.

Warenkatalog mit 40 Seiten

Allein für Stahlprodukte gibt es einen fast 40 Seiten umfassenden Warenkatalog. Die einzelnen Produkte werden einer bestimmten Zolltarifnummer zugeordnet, auf die ab dem 23. März 2018 ein konkreter Zollbetrag fällig wird. Einen Spielraum gibt es laut Jana Lovell von der IHK Schwaben kaum. Eine Möglichkeit für die Unternehmen ist, durch Veränderungen in der Produktzusammensetzung andere Zolltarifnummern zu bekommen und damit einen geringeren Tarif zahlen zu müssen.

Reaktion der EU noch offen

Unterdessen bleibt offen, wie die EU auf die angekündigten US-Strafzölle reagieren wird. Im Gespräch sind eigene Strafzölle, beispielsweise auf Orangen, Bourbon-Whiskey und Harley-Davidson-Motorräder.

"Es muss eine Gegenreaktion der EU geben. Allerdings muss die ausgewogen sein. Die Gesprächsbereitschaft zwischen der EU und den USA muss erhalten bleiben. Im Interesse der Wirtschaft darf keine Spirale in Gang kommen, die uns in einen Handelskrieg führt."

Jana Lovell von der IHK Schwaben


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