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Beispiel Landkreis Donau-Ries Immer mehr Bauern steigen um auf öko

Bäuerlicher Sinneswandel? Die Zahl der Biobauern und der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Bayern hat erneut zugenommen. Das gilt auch für den Landkreis Donau-Ries, obwohl der Umstieg von konventionell zu bio dort schwieriger ist als in anderen Teilen Bayerns.

Von: Alex Brutscher

Stand: 15.02.2018

Stefan Uhl betreibt in Wallerstein im Landkreis Donau-Ries einen Bioland-Hof. Auf rund 50 Hektar Fläche baut er unter anderem Kartoffeln, Zuckerrüben und Rote Bete an. Vor etwa zwei Jahren ist er umgestiegen – von konventioneller auf biologische Landwirtschaft. Das heißt: Ackerbau ohne Herbizide, dafür zum Beispiel mit einem Hackstriegel. Das ist ein landwirtschaftliches Werkzeug, das hinten am Traktor angebracht wird. Unkrautbekämpfung wird zur Handarbeit.

"Diese Zinken können sich im Boden bewegen und reißen die Unkräuter teilweise aus oder sie verschütten kleine Unkräuter. Und dadurch wird der Bestand unkrautfrei gehalten, und somit kann auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden."

Ökolandbauer Stefan Uhl

Zehn Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet

Laut Landwirtschaftsministerium liegt der Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern jetzt bei knapp zehn Prozent. Im Landkreis Donau-Ries ist es rund ein Drittel weniger. Der Grund: In dem Landkreis wird überwiegend Ackerbau betrieben. Diese Form der Landwirtschaft auf ökologischen Landbau umzustellen, ist aufwendiger als bei Milchviehbetrieben, von denen es etwa im Allgäu viele gibt.

"Bio" als besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung bei der Ökolandwirtschaft sind die Ertragsschwankungen. Deshalb kontrolliert Landwirt Uhl beispielweise regelmäßig seine gelagerte Ernte:

"Da schaut man einfach, ob kleine Keime dran sind, ob Feuchtigkeit oder Fäulnis vorhanden ist, und je nachdem muss man dann entweder mit der Lüftung reagieren oder man muss schauen, dass sie zeitnah vermarktet werden."

Ökolandbauer Stefan Uhl

Der Landwirt aus Wallerstein ist überzeugter Biobauer. Möglichst wenig Eingriff in die Natur – dieses Motto verfolgen immer mehr Landwirte. Allein im Landkreis Donau-Ries ist die Zahl der Ökobetriebe kontinuierlich gewachsen, auf inzwischen 124 Betriebe. Doch sie kommen fast nicht hinterher mit dem biologischen Anbau, denn laut Landwirtschaftsministerium ist die Nachfrage nach Bioprodukten nach wie vor größer als das heimische Angebot. Bis 2020 möchte die Regierung den Anbau von Bio-Lebensmitteln verdoppeln.


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