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Bahnpark Augsburg Lok "Posen 2455" wieder unter Dampf

Nach über zwei Jahren Arbeit: Im Bahnpark Augsburg wurde eine 99 Jahre alte Dampflokomotive wieder zum Leben erweckt.

Von: Sylvia Winter

Stand: 28.02.2018

Nach mühevoller Arbeit fährt die 99 Jahre alte Dampflok wieder | Bild: Bahnpark Augsburg

Es war ein hartes Stück Arbeit: Nach mehr als zwei Jahren ist die im Bahnpark Augsburg beheimatete Dampflokomotive "Posen 2455" wieder im Einsatz. Nach einer sogenannten Kesselhauptuntersuchung darf die im Jahr 1919 gebaute Lok der "preußischen Gattung P 8" wieder fahren.

Erste Ausfahrt Richtung Schwarzwald

Nach letzten Feinarbeiten wurde die Lok am 25. Februar erfolgreich angeheizt. Bereits einen Tag später verließ die Maschine den Bahnpark in Richtung Schwarzwald, wo sie in den kommenden Monaten vor Museumszügen auf der "3-Seen-Bahn" von Seebrugg aus zum Einsatz kommt. Anfang 2019 soll die "Posen 2455" wieder in ihre Augsburger Heimat zurückkehren, wo sie dann ihren 100. Geburtstag feiern wird.

Eine Lokomotive mit bewegter Geschichte

Die Lokomotive mit der Bezeichnung "Posen 2455" wurde im März 1919 von den Linke-Hofmann-Werken in Breslau an die Preußische Staatsbahn abgeliefert. Zunächst wurde die Lok vermutlich beim Bahnbetriebswerk Glatz rund 80 Kilometer südwestlich von Breslau stationiert und zog Personenzüge durch Schlesien. Im August 1926 wurde die Lokomotive dann an die Rumänischen Staatseisenbahnen verkauft.

Weitere Stationen im Leben der Maschine waren die Städte Craiova, Severin, Bukarest, Simeria, Arad und Cluj. Über Jahrzehnte hinweg dampfte die "Preußin" mit ihren Zügen durch die Karpaten, die Walachei und Transsilvanien. Sie überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und wurde erst im Jahr 1974 im rumänischen Fetesti nach rund 55 Jahren Dienstzeit aufs Abstellgleis geschoben.

Glückliche Entdeckung

Nach dem Ende der Diktatur in Rumänien im Jahr 1989 entdeckte der deutsche Unternehmer Manuel Jußen die abgestellte Lokomotive. Nach zähen Verhandlungen schloss er im Frühjahr 1998 einen Kaufvertrag, ließ die Lokomotive in Rumänien restaurieren und betriebsfähig herrichten. Im August 2001 trat sie dann ihre Heimreise nach Deutschland an, wo sie seither vor Museumszügen im ganzen Land über 140.000 Kilometer zurückgelegt hat.


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Wolfgang, Freitag, 02.März, 20:04 Uhr

1. Im Schwarzwald auf der Höllentalbahn seit 82 Jahren elektrischer Bahnbetrieb

und auch Stromversorgung aus Wasserkraftwerken dort im Schwarzwald.

Das wäre ien guter Grund um für Touristik- und Museumszüge was aus dem E-Museumsbestand einszsetzen. Z.B. die E 44 1170. Oder wenn es noch was gibt von der Zackenbahn in Schlesien.