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Standort Augsburg soll schließen Gribl attackiert Ledvance-Manager

Trillerpfeifen und markige Worte: Vor dem Augsburger Ledvance-Standort hat die Belegschaft gegen die Schließung des Werks demonstriert. Auch der Augsburger OB Gribl meldete sich zu Wort - mit harscher Kritik an den Managern.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 16.04.2018

Protest vor Ledvance-Werk mit Gribl | Bild: BR/Leinfelder

Als der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) vor die demonstrierenden Ledvance-Mitarbeiter tritt, teilt er gegen die Ledvance-Geschäftsführung aus: Er sei "wütend" über deren Geschäftsgebaren. Zehn Jahre lang habe die Belegschaft immer wieder gekämpft, neue Produktideen vorgelegt und Konzepte erarbeitet, um das Unternehmen in die Zukunft zu retten.

"Ich war stolz auf das, was hier erarbeitet worden ist", so Gribl. Er habe nie erlebt, dass eine Belegschaft sich derart engagiert habe. Umso trauriger sei es, dass die Unternehmensleitung nicht darauf reagiert habe: "Das ist ,als ob man einen Hund zum Jagen tragen muss", so Gribls harsche Kritik an dem Geschäftsgebaren der vergangenen Jahre.

"An Euch liegt es nicht"

Der Oberbürgermeister ermunterte die Mitarbeiter, ihren Protest ruhig auch vor die Firmenzentrale in Garching bei München zu tragen. "An Euch liegt es jedenfalls nicht, dass dem Unternehmen die Ideen ausgegangen sind", so Gribl weiter.

Rund 400 Mitarbeiter protestieren

Rund 400 Ledvance-Mitarbeiter haben in Augsburg für den Erhalt des Leuchten-Werkes demonstriert. Mit Trillerpfeifen und Plakaten forderten die Mitarbeiter des von der Schließung bedrohten Leuchten-Werks die Geschäftsführung auf, den Standort zu erhalten.

Protest vor der Firmenzentrale

Die Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr (SPD), MdL Harald Güller (SPD) sowie die Augsburger Finanzreferentin Eva Weber sowie Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek waren ebenfalls zur Kundgebung gekommen, um ihre Unterstützung zu signalisieren.

Die Firmenleitung will den Standort Augsburg des vormals als Osram bekannten Leuchtenherstellers zum Jahresende schließen, rund 700 Mitarbeiter würden dann ihren Job verlieren.


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