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Nach Abschaltung in der Schweiz Fehlerhafte Brennelemente auch im AKW Gundremmingen

Im AKW Gundremmingen sind fehlerhafte Brennelemente verbaut worden. Das haben Recherchen des Schweizer Fernsehens aufgedeckt. Ein Reaktor in der Schweiz ist wegen der Brennelemente vom Netz genommen worden.

Von: Von Torsten Thierbach und Kilian Geiser

Stand: 21.11.2017

Atomkraftgegner üben Kritik an den im AKW Gundremmingen verwendeten Brennelementen: Bild: Atomkraftwerk | Bild: picture-alliance/dpa/Sven Hoppe

Die Brennelemente, die auch im AKW Gundremmingen genutzt werden, haben nach Recherchen des Schweizer Fernsehens defekte Hüllrohre. Aufgabe der Hüllen ist es, zu verhindern, das Radioaktivität aus den Brennelementen ins Kühlwasser eines Reaktors austritt.

AKW in der Schweiz vom Netz

Aufgefallen waren die fehlerhaften Brennelemente erstmals beim Kernkraftwerk im schweizerischen Leibstadt. Weil sie dort ausgebaut werden müssen, ist der Meiler noch immer nicht wieder am Netz.

Areva betonte: Brennelemente stellen kein Risiko dar

Laut Areva war in einer Produktionsanlage in Frankreich ein undichter Brennstab entdeckt worden. Im Anschluss habe sich herausgestellt, dass Brennstäbe, die beanstandet hätten werden sollen an Energieversorger ausgeliefert worden seien. Areva betonte, es bestehe kein Sicherheitsrisiko.

AKW Gundremmingen bestätigt Einsatz fehlerhafter Brennelemente

Ein Sprecher des AKW Gundremmingen bestätigte dem Bayerischen Rundfunk, dass auch in Gundremmingen fehlerhafte Brennelemente eingesetzt wurden. Die gesamte Anlage sei jedoch so konzipiert, dass daraus keinerlei Gefahren für die Sicherheit entstehen würden, heißt es.

AKW-Betreiber RWE sieht keine Gefahr

Auch ein RWE-Sprecher sagte heute dem Bayerischen Rundfunk, von den defekten Bauteilen im Kernkraftwerk Gundremmingen gehe keinerlei Gefahr aus. Dem Sprecher zufolge sind zwar vier defekte Hüllrohre in Block C eingebaut. Diese laufen aber seit fünf Jahren ohne Auffälligkeiten, so der Kraftwerksbetreiber.

Messstationen in der Umgebung des AKW Gundremmingen

Um eine Umweltbelastung im Fall der Fälle feststellen zu können, gibt es im Umkreis von 10 Kilometern um das AKW Gundremmingen Messstationen. Die werden vom Betreiber regelmäßig kontrolliert. Die Messdaten werden außerdem vom Landesamt für Umwelt überprüft.

Petition für Abschaltung des AKW Gundremmingen im Oktober übergeben

Atomkraftgegner fordern immer wieder die Abschaltung der beiden verbliebenen Blöcke B und C am AKW Gundremmingen. Vor einigen Wochen übergab der BUND Naturschutz eine Petition mit etwa 11.000 Unterschriften an den Bayerischen Landtag. Die Kritik der Umweltschützer, die Reaktoren würden nicht den Sicherheitsanforderungen entsprechen wiesen Betreiber und Umweltministerium zurück. Im Block A des Kraftwerks hatte es 1977 einen Störfall gegeben.


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Götterdämmerung, Mittwoch, 22.November, 09:48 Uhr

11. Insel der Beseelten

Wer hätte das gedacht?
In Bayern ist immer alles in bester Ordnung, was die Atomkraftwerke anbelangt.
Selbst wenn ringsum die Welt in Trümmer fällt, ist Bayern - wie immer - der Vorhof zum Paradies.
Warum nur nehmen die Bürger der CSU diesen Schmarren immer noch ab?

Breuer, Dienstag, 21.November, 17:44 Uhr

10. Gefährliches Atomkraftwerk

Unsinn des RWE verbreitet oben der BR.

(Zitat:) :"Auch ein RWE-Sprecher sagte heute dem Bayerischen Rundfunk, von den defekten Bauteilen im Kernkraftwerk Gundremmingen gehe keinerlei Gefahr aus. Dem Sprecher zufolge sind zwar vier defekte Hüllrohre in Block C eingebaut. Diese laufen aber seit fünf Jahren ohne Auffälligkeiten, so der Kraftwerksbetreiber."

Wichtiger erscheint, ob die defekten bzw. zu dünnen Hüllrohre vor einem anzunehmenden Unfall mit der geplanten Sicherheit schützen oder mit reduzierter Sicherheit.. Normalfall und ohne Nachrichtenwert ist, dass von den Schutzelementen selbst keine Gefahr ausgeht. Auch daraus, dass die Schutzelemente im Normalbetrieb ohne Auffälligkeiten laufen, kann ja nicht auf die vollständige Schutzwirkung bei jedem anzunehmenden Unfäll geschlossen werden. Der BR hilft demnach bisher dem RWE mit Desinformation. Wer ist journalistisch (mit)verantwortlich?

BR24: Wir desinformieren nicht. Wir lassen alle Seiten zu Wort kommen - auch den Betreiber RWE. Dies ist die Sichtweise des Konzerns, nicht die des BR. Dass Umweltschützer aus Sicherheitsgründen die Abschaltung fordern, ist im Artikel ebenso erwähnt. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von Breuer, Dienstag, 21.November, 19:17 Uhr

    Desinformation ist auch das"Ablenken von der Wahrheit, Implizieren falscher Urteile" (Wikipedia.de) durch unkommentierte Weiterverbreitung. Ob ich das Ablenken nachgewiesen habe, mag die Redaktion diskutieren (auch, ob ein Journalist das merken musste)..Auf das Ablenken seitens RWE machte im BR-Text niemand aufmerksam. Die Forderung nach AKW-Abschaltung im BR-Text ändert daran nichts (Meta-Ablenkung).
    Ich möchte aber trotz alledem meine BR-Kritik abschwächen und vermute nur ein journalistisches Versehen.

    BR24: Nein, kein Versehen. Wir kommentieren nicht, wir berichten. Es sei denn, etwas ist als "Analyse" oder "Einschätzung" gekennzeichnet. Ablenkung liegt uns fern. Meta-Ablenkung kennen wir nicht. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

  • Antwort von Breuer, Mittwoch, 22.November, 18:12 Uhr

    Dass der AKW-Betreiber nicht zwischen Normalbetrieb und dem Gebot höchster Störfallvorsorge unterscheidet ( " ...vier defekte Hüllrohre in Block C eingebaut. Diese laufen aber seit fünf Jahren ohne Auffälligkeiten"), alarmierte nicht nur mich in diesem Forum.

    Zum Thema "Nach Abschaltung in der Schweiz: Fehlerhafte Brennelemente auch im AKW Gundremmingen" fragte BR zwar den Betreiber (und berichtete mit Lieferanten- und AKW-Meinungen insgesamt 15 Zeilen), fragte aber anscheinend nicht neutrale Experten und AKW-Gegner (je 0 Zeilen). Nach angemessener Recherche könnte wohl kurz über einen Expertenkommentar zur RWE-Desinformation nachberichtet werden und vielleicht können doch noch zum Thema "alle Seiten zu Wort kommen" (BR-Eigenlob).

  • Antwort von Breuer, Mittwoch, 22.November, 18:15 Uhr

    Dass der AKW-Betreiber nicht zwischen Normalbetrieb und dem Gebot höchster Störfallvorsorge unterscheidet ( " ...vier defekte Hüllrohre in Block C eingebaut. Diese laufen aber seit fünf Jahren ohne Auffälligkeiten"), alarmierte nicht nur mich in diesem Forum.

    Zum Thema "Nach Abschaltung in der Schweiz: Fehlerhafte Brennelemente auch im AKW Gundremmingen" fragte BR zwar den Betreiber (und berichtete mit Lieferanten- und AKW-Meinungen insgesamt 15 Zeilen), fragte aber anscheinend nicht neutrale Experten und AKW-Gegner (je 0 Zeilen). Nach angemessener Recherche könnte wohl kurz über einen Expertenkommentar zur RWE-Desinformation nachberichtet werden und vielleicht können doch noch zum Thema "alle Seiten zu Wort kommen" (BR-Eigenlob).

Egon, Dienstag, 21.November, 16:07 Uhr

9. "Die Brennelemente, die auch im AKW Gundremmingen genutzt werden"

Aha, wie geht das gleichzeitig ? Sind das die selben, die auch in der Schweiz verbaut sind oder sind sie vom gleichen Typ/Hersteller ?

websaurier, Dienstag, 21.November, 15:32 Uhr

8. Wie beruhigend...

Aus dem Text oben:
" Die Messdaten werden außerdem von Landesamt für Umwelt überprüft..."

Heißt das dann "zensiert" ?
Es wird dann nur das veröffentlicht, was in den Kram passt...

  • Antwort von xx, Dienstag, 21.November, 17:36 Uhr

    sieht so aus, denn da war doch jetzt was in Russland mit einer Giftwolke? Darüber liest und hört man nichts, ausser kurz in der ARD Infonacht als Kürzel und sehr spät.

Uwe, Dienstag, 21.November, 15:28 Uhr

7.

Wenn in ein Flugzeug ein fehlerhaftes Element eingebaut wird, ist der Teufel los. Völlig egal, ob daraus wirklich ein Risiko entsteht. Für jedes Bauteil gibt es Vorschriften und die sind nicht zum Spass erfunden. Atomkraft ist auch so schon gefährlich genug, wenn dann auch noch solche Vorschriften missachtet werden...
Tschernobyl ist hoch gegangen, weil beim Runterfahren Vorschriften missachtet wurden, die kein "Sicherheitsrisiko" darstellten. Ich kann mich noch gut an die 70er erinnern, als man uns weissmachen wollte, mit AKWs könne gar nichts passieren, völlig ungefährlich. Wer etwas anderes behauptete, wurde ausgelacht.

  • Antwort von Egon, Dienstag, 21.November, 16:13 Uhr

    Aha , komisch. Als letztens bei nem Airbus das Triebwerk explodierte, waren vom gleichen Flugzeug-Typ sicher ettliche Maschinen in der Luft. Auch am nächsten Tag und danach weiterhin. Will heißen, man setzt solche Maschinen weiterhin ein, obwohl die Ursache für die Explosion nicht bekannt ist. So etwas ist auch nicht unbedingt sicherheitsgerichtet. Aber in der Luftfahrt ist es mittlerweile wohl auch so wie auf deutschen Autobahnen bei den LKWs . Es gibt zu wenig "Parkplätze". Daher muss alles in die Luft .......