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Chronologie Elektrifizierung der Lindauer Strecke – der lange Weg zum Spatenstich

In Memmingen ist der offizielle Startschuss zur Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Memmingen-Lindau gefallen. Dass es soweit kommt, damit haben manche im Allgäu schon nicht mehr gerechnet. Das Projekt hat sich extrem lange hingezogen.

Von: Doris Bimmer

Stand: 23.03.2018

Der Stromabnehmer einer Elektrolokomotive der Deutschen Bahn hat Kontakt zur Oberleitung (Symbolbild). | Bild: picture-alliance/dpa/Peter Endig

Seit 1975 wabert die Idee durch Bahnkreise, die Strecke zwischen München und Lindau auf elektrischen Betrieb umzustellen und die Diesel-Loks einzumotten. Es bleibt bei der Idee.

1998 greift der damalige bayerische Verkehrsminister Otto Wiesheu den Gedanken wieder auf. Kurze Zeit später will die Schweiz der Bundesregierung die Entscheidung erleichtern und bietet an, 50 Millionen Euro vorzustrecken. Konkreter wird der Plan erst im ...

Juli 2006: Der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kündigt auf einer Verkehrskonferenz in Memmingen an, dass die Bundesregierung auf das Angebot der Schweiz eingehen wolle. Bis 2013 könnte das Projekt realisiert sein.

Februar 2008: Die Verhandlungen haben sich in die Länge gezogen. Gut eineinhalb Jahre nach Tiefensees Ankündigung verkündet die Stadt Memmingen: Startschuss für neue Ära im Eisenbahnverkehr!

Der Bundesverkehrsminister unterschreibt eine Absichtserklärung, die Bahnstrecke München–Memmingen–Lindau bis 2015 zu elektrifizieren. Startschuss solle 2010 sein.

April 2009: Es dauert wiederum über ein Jahr, bis die Finanzierungsvereinbarung zwischen der Bundesregierung, der Schweiz und der Deutschen Bahn unterzeichnet wird. Die geschätzten Baukosten betragen zu diesem Zeitpunkt 210 Millionen Euro.

Die Planer nehmen die Arbeit auf. Und bald ist klar: Weder wird die Bauzeit eingehalten noch wird das veranschlagte Geld reichen, die Schätzungen werden nach oben korrigiert. Ende 2012 geht die Bahn von 310 Millionen Euro aus. Es muss nachverhandelt werden. Und das zieht sich.

Im März 2013 ist klar: Die fehlenden Millionen für den Bau der Strecke werden vom Bund und dem Freistaat übernommen. Die Planungen gehen weiter, ab Ende 2013 werden Landräte, Bürgermeister, lokale Vertreter der IHK, Verbände und Bürgerinitiativen angehört.

Im März 2015 werden die von den Baumaßnahmen betroffenen Anwohner auf Informationsveranstaltungen über die Planungen informiert.  Fragen und Bedenken werden aufgenommen und dort erörtert und an die zuständigen Stellen weitergegeben.

Im Hintergrund wird weiter geplant und organisiert: Es werden die ersten Bahnhöfe modernisiert und Bahnübergänge ertüchtigt. Das Eisenbahnbundesamt prüft derweil die Bauanträge. Diese werden seit dem Frühjahr 2017 nach und nach genehmigt.

Die Kosten sind in dieser Zeit nicht weniger geworden. Die Preise für Kupfer sind ebenso weiter gestiegen wie Grundstückspreise. Auch die engagierten Baufirmen verlangen mehr als noch 2012. Somit liegt aktuell der Kostenrahmen für die Elektrifizierung der Strecke bei 440 Millionen Euro.

23. März 2018: In Memmingen wird der symbolische Spatenstich gesetzt, die Baumaßnahmen beginnen zumindest offiziell – die vorbereitenden Maßnahmen sind schon längst angelaufen.

Ab 2020 soll die Fahrt von München nach Zürich rund dreieinhalb statt bis zu viereinhalb Stunden dauern, Lindau werde, so die Bahn, dann bereits nach knapp zwei Stunden erreicht. Auch die Regionalzüge sollen schneller fahren als bisher ...


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Squareman, Freitag, 23.März, 14:08 Uhr

2. Überall das gleiche.

Egal wo, Projekte in Deutschland schleppen sich über Jahrzehnte hin, kosten immer das Mehrfache der veranschlagten Summe und dauern Jahre länger als geplant. Lieber verbuddelt man Milliarden in Stuttgart als mal wichtige Strecken auszubauen und zu elektrifizieren. München - Mühldorf ist ja auch so ein Projekt für die Ewigkeit oder die Verlängerung der S -Bahn von Wolfratshausen nach Geretsried. Die Politik setzt eben immer noch auf das Auto.

Oberhofer, Freitag, 23.März, 13:28 Uhr

1. Eile

Dagegen könnte der künftige Berliner Flughafen - so er denn je fertig wird- ja geradezu in Rekordzeit entstehen !