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Vorwurf der Volksverhetzung Betreiber von rechtem Plattenlabel vor Gericht

"Freikorps" oder "Kraft durch Froide" nennen sich die Interpreten, die auf der Homepage des Plattenlabels "Oldschool Records" vertrieben werden. Wegen fragwürdiger Inhalte muss sich der Betreiber nun erneut vor Gericht verantworten.

Stand: 17.04.2018

Symbolbild Rechtsrock | Bild: picture-alliance/dpa

Vorgeworfen wird dem Betreiber des rechten Plattenlabels unter anderem das Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen. Vier Tage sind für den Berufungs-Prozess am Landgericht Memmingen angesetzt, ob sich die Zeitvorgabe halten lässt, bleibt abzuwarten.

Beide Seiten mit erstem Urteil unzufrieden

Schon der Prozess am Amtsgericht zog sich hin, mittlerweile umfasst die Prozessakte mehrere tausend Seiten, rund 30 Ordner, heißt es am Landgericht. Der Musikhändler aus dem Landkreis Unterallgäu wurde im Dezember 2016 vom Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 40 Euro sowie wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt; teilweise wurde er aber auch freigesprochen. Diesen Urteilsspruch wollten aber weder die Anklage noch der Musikhändler hinnehmen, beide gingen in Berufung.

Das Unterallgäu - ein Hort der Rechten?

Das Unterallgäu steht im Ruf, sich zum Sammelbecken für rechtes Gedankengut entwickelt zu haben; ein von der rechten Gruppierung „Voice of Anger“ gekauftes Vereinsheim in einer Kleingartenanlage hatte zuletzt in Memmingen für größere Unruhe gesorgt.

Derzeit wird das Vereinsheim aber nicht weiter genutzt, weil es wieder hergerichtet werden muss - vor etwa einem Jahr war das Häuschen vermutlich angezündet worden. Der Musikhändler soll als führendes Mitglied der Gruppierung angehören.


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