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Landgericht Memmingen Baby nach Schütteln blind und gelähmt: Heute soll Urteil gegen den Vater fallen

Ein Vater aus dem Allgäu soll seine kleine Tochter so heftig geschüttelt haben, dass sie schwere Hirnschäden erlitt. Seither ist das Kind blind und teils gelähmt. Der Vater muss sich deswegen vor Gericht verantworten, heute soll das Urteil fallen.

Von: Rupert Waldmüller

Stand: 12.07.2018

Prozess am Landgericht Memmingen: Ein Vater soll seine Tochter so schwer geschüttelt haben, dass das Kind jetzt blind und gelähmt ist. | Bild: BR/Rupert Waldmüller

Vor dem Landgericht Memmingen wird heute das Urteil gegen einen Vater aus dem Unterallgäu erwartet. Der 37-Jährige soll seine sechs Monate alte Tochter so heftig geschüttelt haben, dass das Kind schwere Hirnschäden erlitt. Vor Gericht muss er sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen verantworten.

Baby erlitt Hirnblutung und ist seither blind

Der 37-Jährige hatte die Tat zu Beginn des Prozesses bereits weitgehend eingeräumt. Seine Tochter hatte am Morgen des 7. Januar 2017 sehr laut geschrien und sich auch nicht beruhigen lassen, als der Vater ihr etwas zu trinken gab. Der Mann packte das Kind und schüttelte es so heftig, dass es eine Hirnblutung erlitt. Das Mädchen ist seitdem blind, an Armen und Beinen gelähmt, leidet unter Krampfanfällen und wird wohl lebenslang ein Pflegefall bleiben.

Das Leben der Tochter "zerstört"

Der Verteidiger des Angeklagten sagte vor Gericht, sein Mandant wisse, dass er das Leben seiner Tochter zerstört habe. Der Anwalt sprach von einer extrem schwierigen Lebenssituation des Angeklagten, weil die Mutter des Kindes psychisch krank sei und häufig in Kliniken behandelt werde. Am heutigen vierten Verhandlungstag sollen noch drei Zeugen und ein Sachverständiger gehört werden. Im Anschluss sind Plädoyers und Urteil geplant.


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