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Prozess in Augsburg B17-Raser kommen mit glimpflichen Geldstrafen davon

Geldstrafen in Höhe von 1.500 Euro und 2.000 Euro - so lautet das Urteil des Augsburger Amtsgerichts für zwei junge Männer, die sich nach Ansicht der Kammer ein illegales Straßenrennen geliefert haben. Der Einspruch der beiden Männer gegen ihren Strafbefehl hat sich gelohnt: sie gehen mit niedrigeren Strafen nach Hause.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 11.07.2018

Mehrere Autos werden in Unschärfe dargestellt | Bild: picture-alliance/dpa/Rolf Kremming

Der gesamte Fall sei in keiner Weise mit dem "Ku'damm-Raser" vergleichbar, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Matthias Nickolai. Dennoch, sagte die Richterin Susanne Scheiwiller, sei die "generalpräventive Wirkung des Urteils bedeutend". Nachdem Straßenrennen seit der Gesetzesänderung im vergangenen Herbst als Straftat gelten und nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, geht damit ein klares Signal an die Tuning- und Raserszene, die es auch in Augsburg gibt.

Angeklagte wollten "Sound des Auspuffs" testen

Die zwei angeklagten Fahrer bestritten vor dem Augsburger Amtsgericht, sich mit einem dritten Fahrer auf der B17 bei Augsburg Beschleunigungsfahrten geliefert zu haben. Der Anwalt eines Angeklagten erklärte, sein Mandant habe als Fahrer eines Nissan GTR im Tunnel auf der B17 nur den neuen Auspuff des Wagens kurz antesten wollen. Es habe sich lediglich um zwei Sekunden gehandelt. Der Angeklagte teilte mit, er habe den Sound des Auspuffs hören wollen. Er bestritt, dass ein dritter Fahrer den nachfolgenden Verkehr für das Rennen ausbremste.

Ab wann ist ein Rennen illegal?

Die zum Teil 500 PS-starken Autos der beiden Angeklagten waren zeitweise sichergestellt gewesen. Die beiden jungen Männer wohnen noch zu Hause, beide haben laut ihrer Anwälte nur wenig Geld zur Verfügung. Verteidiger Klaus Rödl sagte, das Problem sei heute gewesen, dass die neuen Rechtsbegriffe noch unklar sind, etwa ob es sich auch um ein illegales Rennen handelt, wenn nur wenige Meter weit beschleunigt werde. "Das neue Gesetz muss erst mit Leben erfüllt werden", sagt Rödl weiter. Er sehe seinen Mandanten jedoch nicht als Opfer des neuen Gesetzes, die Staatsanwaltschaft habe nicht überzogen gehandelt.

Polizei filmte die beiden Männer

Eine mit einer Videokamera ausgestattete Streife der Polizei hatte die Fahrten dokumentiert. Wegen einer Gesetzesverschärfung, die am Tag vor dem mutmaßlichen Rennen im Oktober 2017 in Kraft trat, werden derartige Straßenrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat gewertet. Gegen alle drei Fahrer erging Strafbefehl, zwei von ihnen hatten Widerspruch eingelegt und sind heute zu niedrigeren Geldstrafen verurteilt worden.


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