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Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit Spanischer Azubi im Allgäu

Für die Azubis in der Region hat das Ausbildungsjahr gerade erst begonnen. In Südeuropa hingegen droht vielen Jugendlichen die Arbeitslosigkeit, weil es dort keine Lehrstellen gibt. Deshalb bildet Bosch seit 2014 junge Menschen von dort aus - zum Beispiel in Immenstadt.

Von: Viktoria Wagensommer

Stand: 04.09.2017

Carlos Perez hat im Allgäu eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. | Bild: Bosch

Jeder dritte Jugendliche in Spanien findet keinen Ausbildungsplatz. Mit der "Initiative Südeuropa" bildet Bosch seit 2014 junge Menschen aus, die genau davon betroffen sind, und zwar unter anderem in Immenstadt im Allgäu. Der 24-jährige Industriemechaniker Carlos Perez ist einer von ihnen - und hat gerade eben erfolgreich seine Ausbildung abgeschlossen. Seine Stelle in Immenstadt bezeichnet er als "Glückstreffer", denn in seiner Heimat seien Ausbildungen nicht nur weniger anspruchsvoll, sondern auch keine Garantie auf einen festen Job.

"Vielleicht bekommt man Arbeit, aber in Spanien kann gerade jetzt einfach alles passieren. An einem Tag hast du Arbeit, aber nach einem Jahr nicht mehr, weil es die Firma vielleicht nicht mehr gibt."

Carlos Perez aus Spanien.

Das Unternehmen Bosch stellt jedes Jahr deutschlandweit etwa 50 zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung, um Jugendlichen wie Carlos die Chance auf einen qualifizierten Job zu bieten. Vor dem Umzug nach Deutschland hatte der 24-Jährige trotzdem Respekt. Doch mit der Zeit hat sich der Spanier gut im Allgäu zurecht gefunden, dank zahlreicher Freundschaften, einem Fußballverein und freundlichen Ausbildern.

Carlos will bleiben

Der spanische Industriemechaniker Carlos Perez mit BR-Reporterin Viktoria Wagensommer.

Mit der deutschen Sprache klappt's inzwischen auch, sogar die Zahlen in allgäuerischer Mundart beherrscht der Spanier, der auch nach seiner Ausbildung in Immenstadt bleiben wird. Sein Arbeitsgeber profitiert zwar davon, dass Carlos im Allgäu bleiben will, doch darum geht es dem Unternehmen nicht in erster Linie. Denn Bosch würde ihm auch in Spanien helfen, eine passende Stelle zu finden, betont Sprecher Simon Schmitt. Im Moment steht das für Carlos nicht zur Debatte:

"Hier bin ich richtig glücklich, in ein paar Jahren kann ich vielleicht überlegen, ob ich zurück gehe. Aber momentan bleibe ich hier."

Industriemechaniker Carlos Perez.


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Hans Holtz, Freitag, 08.September, 14:43 Uhr

2. Da ist noch Luft nach oben.

Finde ich toll. Zuallererst sollten sich die europäischen Länder untereinander helfen. Da gibt es genügend "Baustellen" hinsichtlich Jugendarbeitslosigkeit und sonstigen Zukunftsängsten der dort Lebenden. Diese Menschen sollten Vorrang haben, anstatt so viele junge Männer aus Afrika hierher zu lassen.

websaurier, Freitag, 08.September, 12:13 Uhr

1. Welt retten....


Ob nicht evtl. 50 deutsche Schulabgänger diese Ausbildungsstellen bei Bosch auch gerne gehabt hätten ???

Aber "wir" sind ja mittlerweile mit der Mission "Weltrettung" beschäftigt. Da müssen "wir" in anderen Dimensionen denken.

  • Antwort von Haderner, Samstag, 09.September, 15:03 Uhr

    websaurier
    Vom großen Mangel an Bewebern in Handwerksbetrieben nichts mitbekommen ?
    Erst informieren, dann kommentieren.