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Missbrauchte Kinder Augsburger Bischof Zdarsa will Missbrauchsfälle in Donauwörth aufklären

Im Fall um schwere Kindesmisshandlungen in einem ehemaligen Kinderheim in Donauwörth müsse "alles ans Licht", fordert der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa und hat eine hochkarätig besetzte Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Doch es gibt bereits Kritik. Donauwörths OB ist erschüttert.

Von: Judith Zacher und Torsten Thierbach

Stand: 25.04.2018

Donauwörth - Blick auf die Heilig-Kreuz-Kirche | Bild: BR/Judith Zacher

Der Augsburger Bischof fordert eine lückenlose Aufklärung der Missbrauchsfälle im ehemaligen Kinderheim Heilig Kreuz. Dazu müssten sämtliche Akten gesichtet und Gespräche geführt werden, um ein umfassendes Bild von den Vorgängen in der Einrichtung zu bekommen, so Zdarsa.

Arbeitsgruppe soll aufklären

Eine Arbeitsgruppe soll der Aufklärung weiteren Schub geben. Neben dem Vorstand der Pädagogischen Stiftung Cassianeum, Peter Kosak, sollen auch der ehemalige Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht München Zivilsenate Augsburg, Manfred Prexl, die Missbrauchsbeauftragte des Bistums, Rechtsanwältin Brigitte Ketterle-Faber sowie die Psychotherapeutin Helga Kramer-Niederhauser und der Bistums-Historiker dafür sorgen, dass die Umstände vorbehaltlos aufgeklärt werden.

"Wir sind Kirche" fordert neutrale Juristen

Die katholische Reformbewegung "Wir sind Kirche" im Bistum Augsburg hat zurückhaltend auf die Ankündigung des Bischofs reagiert, die Vorgänge im ehemaligen Donauwörther Kinderheim mit einer eigenen Arbeitsgruppe umfassend aufklären zu wollen.

Ihr Sprecher Herbert Tyroller sagte dem BR, es sei anzurechnen, "dass der Bischof das zur Chefsache erklärt." Aber man kenne das ja aus der Vergangenheit: Viele Bistümer hätten eigene Gruppen gebildet, aber "so ganz ohne Vertuschen und Verschweigen ist es nicht gegangen." Tyroller forderte neutrale Rechtsanwälte und Juristen in der Arbeitsgruppe, sonst laufe das wieder "auf das Wegschauen und Wegdiskutieren hinaus".

Oberbürgermeister: Abschlussbericht öffentlich machen

Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert hat schriftlich Stellung genommen. "Sehr erschüttert sehen wir, dass sich die Vorwürfe ausweiten und auch belegbar ausweiten", heißt es in dem Schreiben. Neudert begrüßt es, dass die Diözese eine Arbeitsgruppe eingerichtet hat, um die Vorgänge aufzuklären. Er erwartete, dass der Abschlussbericht "dann der Öffentlichkeit auch zugänglich" gemacht werde.


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