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Verfolgungsjagd im Augsburger Siebentischwald Angeschossene Polizistin kämpft um Schmerzensgeld

Der Polizistenmord von Augsburg hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Mathias Vieth wurde damals kaltblütig erschossen, seine junge Kollegin von einer Kugel gestreift. Heute entscheidet sich, ob die Polizistin von den Tätern Schmerzensgeld bekommt.

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 06.06.2018

Die Kollegin eines erschossenen Polizisten putzt sich während des Mordprozesses am Augsburger Landgericht die Nase (Archivbild aus dem Februar 2013). | Bild: dpa-Bildfunk/Marc Müller

Im Herbst 2011 wurde Mathias Vieth bei einer Verfolgungsjagd im Augsburger Siebentischwald erschossen, seine junge Kollegin überlebte – verletzt und schwer traumatisiert. Sie hat von den Tätern, zwei rechtskräftig verurteilten Brüdern, 40.000 Euro Schmerzensgeld eingefordert.

Streifschuss im Bereich der Hüfte

Die 36-jährige Polizistin begründet ihre Klage mit Panikattacken, psychischen Schäden und ihrem Verdienstausfall. Sie stand im Kugelhagel aus der Maschinenpistole hinter ihrem Kollegen. Die Beamtin bekam einen Streifschuss im Bereich der Hüfte ab. Das Projektil prallte vom Magazin ihrer eigenen Waffe ab. Diesem Zufall verdankt sie wohl ihr Leben.

Polizistin wird wohl nie wieder auf Streife gehen können

Die körperliche Verletzung sei abgeheilt, die seelische Verwundung aber sitze tief, sagt ihre Anwältin Marion Zech. Angstzustände und psychische Tiefs würden die Beamtin wohl ihr Leben lang begleiten. Das hat auch ein vom Gericht bestelltes Gutachten ergeben. Deshalb fordert die Beamtin, dass auch Folgeschäden mit einberechnet werden.

Die 36-Jährige arbeitet heute im Innendienst. Auf Streife wird sie laut ihrer Anwältin wohl nie mehr gehen können. Das Augsburger Landgericht will seine Entscheidung am Nachmittag bekannt geben.


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