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Straßenhunde in Rumänien Hundefänger und ihre Machenschaften

Seit 2013 können Streuner in Rumänien nach 14 Tagen getötet werden. Hundefänger kassieren pro gefangenem Tier eine Prämie von 50 Euro - verdienen Geld mit dem Leid von Hunden. Deutsche Tierschützer wollen nicht länger zuschauen.

Von: Rebecca Preuß

Stand: 08.06.2017

Straßenhunde sind in Rumänien seit Anfang der 90er Jahre ein Problem. Sie vermehren sich stark. Kastrationsprogramme werden nicht konsequent durchgezogen. So vegetieren abgemagerte und todkranke Hunde in rumänischen Tierheimen vor sich hin. Das Leid der Tiere ist politisch gewollt, denn es bringt mehr Geld. Es ist ein korruptes System zwischen Stadtverwaltungen und Hundefängern. Subventioniert durch Gelder der Europäischen Union.

Von Rumänien nach Deutschland

Olga hat diese Hölle überlebt. Sie wurde von einer Tierschutzorganisation gerettet. Mit offiziellen Papieren, kastriert und gechippt kam sie nach Deutschland. Seit drei Jahren ist ihr Zuhause in Dießen am Ammersee. Als Hündin Olga in Deutschland ankam, lebte sie für einige Wochen bei Bianca Dengjel. Die Tierärztin ist in Rumänien aufgewachsen. Sie kennt die Zustände in den Tierheimen aus zahlreichen Besuchen. Von ihrer Praxis in Dießen aus, vermittelt sie gerettete Hunde.

"Seit der Revolution 2001 haben sich viele korrupte Zellen gebildet und mittlerweile ist Rumänien auch in der EU, Rumänien wird auch mit EU Geldern in Millionenhöhe subventioniert und leider Gottes haben die Stadtverwaltungen gespannt, dass sie mit dem Leid der Tiere Geld machen können."

Bianca Dengjel

Die EU-Subventionen sollen ins sogenannte Hundemanagement fließen, in Kastrationsprogramme. Statt dessen aber bezahlen einige Stadtverwaltungen mit dem Geld Hundefänger. 50 Euro gibt es pro gefangenem Hund. Im Tierheim werden die Tiere dann nach zwei Wochen getötet. Das ist laut rumänischem Gesetz seit 2013 erlaubt. Die Tötungen verringern jedoch nicht die Zahl der Straßenhunde, das würde nur Kastration schaffen. Das Problem der vielen Straßenhunde bleibt also bestehen.

"Rumänien hat mittlerweile schon ein sehr schlechtes Image. Und der Druck könnte dahin gehend ausgeübt werden, dass man diese Subventionen in Millionenhöhe, die Rumänien erhält, wirklich ganz stark bündelt in gewisse Aktionen, die ablaufen müssten. Letztendlich ist es eine inhumane Situation und es kann nicht angehen, dass ein Land, das in der EU aufgenommen wurde, gewisse Grundwerte missachtet, die eigentlich für jedes Mitgeschöpf gelten."

Tierärztin Bianca Dengjel

Bianca Dengjel arbeitet mit mehreren Tierschutzorganisationen zusammen und findet so für rund 50 Straßenhunde im Jahr ein neues Zuhause. Kritiker sagen, ihre Vermittlung würde das Geschäft der Hundefänger in Rumänien noch anheizen. Tierärztin Bianca Dengjel sieht ihre Arbeit hingegen als einen Tropfen auf den heißen Stein.

Fest steht nur eins: Seit 2013 wurden in Rumänien rund 50.000 Hunde getötet.


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Der Rumäne, Donnerstag, 08.Juni, 21:34 Uhr

5. Meinung eines Bukarester

Dass es Straßenhunde auf den Straßen in Bukarest zum Beispiel gab, war schon vielen Touristen bekannt. Die Ursache war das Kommunismus: der Besitz vieler Häuser in der Altstadt war umgestritten. Viele aus meiner Sicht seelenlose Besitzer haben ihre Hunden auf den Straßen verlassen, als sie festgestellt haben, sie können einen Hund gar nicht in einem Wohnblock halten.
Die Straßenhunden werden mit den Jahren ein Problem. Sie wurden am Anfang nicht kastriert und konnten sich beliebig fortpflanzen. Gepflegt wurden sie immer von verschiedenen Leuten. Die Lage war echt schlecht und eine Maßnahme musste getroffen werden. Wegen der Hunden wurden viele Kinder verletzt. Aus meiner Sicht war die Euthanasie die einzige richtige Lösung. Genauso wie es z.B. in München war, als in den 70er viele Tauben getötet wurden. Dass nicht alle Straßenhunde getötet wurden, liegt daran, dass sich viele deutsche Organisationen in Rumänien engagiert haben, und verhindert haben, dass die Hunde getötet werden!

lukas , Donnerstag, 08.Juni, 11:35 Uhr

4. Schande Schande!!

Mit meinem Steuergeld finanziere ich sinnvolle Programme ,und dann lese ich das hier Hundefänger bezahlt werden.

Herr Präsident Johannis schämen Sie sich eigentlich nicht?

Stoppen Sie diese Quälereien,und stampfen sie dieses Töten ein.
Sie sind doch ein Mensch und konnen denken.

Stephania, Donnerstag, 08.Juni, 10:18 Uhr

3. Hunde in Rumänien

Die Rumänen machen daheim Geschäfte mit dem Leid der Hunde. Pfui Teufel. Ich verabscheue solche Aktionen von ganzem Herzen. Egal ob es um Hunde, Katzen oder jegliche Art von Tieren geht. Die armen Viecherl können sich nicht wehren. Sie sind genauso Gottesgeschöpfe wie die Menschen und haben mehr Seele als so manch ein Mensch.

Nürnberger, Donnerstag, 08.Juni, 08:51 Uhr

2. Problemlösung

Und noch ein Problem, um das wir uns hier kümmern müssen. Vorschlag: Die Mitglieder der Tierschutzorganisationen nehmen die Tiere bei sich auf und sorgen bis zu deren Lebensende für sie. Dann geht es den Tieren gut und Deutschland kann sich den wichtigeren, existenzielleren Problemen zuwenden

Cosi , Donnerstag, 08.Juni, 08:36 Uhr

1. Mitleid

Ich kann das Mitleid ja verstehen, aber es bringt nix das Problem auszulagern nach Deutschland. Im Land Rumänien muss was passieren. Romas und Sinti werden dort auch ausgereizt. Dann bleibt ihnen nur noch das Klauen.Wenn man keine Arbeit kriegt und keine Wohnung was soll man da machen?
Aber Deutsche werden es wieder richten und holen die Hunde gilt das denn auch für Menschen?
Da ist der Aufschrei wieder groß. .."nicht so viele Wirtschaftsflüchtlinge. "
Aber Hunde .....hauptsache Hunde sind gerettet.

  • Antwort von BRS, Donnerstag, 08.Juni, 09:27 Uhr

    so ein Blödsinn. Was bitte hat das Eine mit dem Anderen zu tun? Mein Hund ist krank und müsste zum Tierarzt - aber ich geh nicht, der Nachbar hat KRebs, dem kann auch nicht geholfen werden? Mann mann mann ...

  • Antwort von Der Rumäne, Donnerstag, 08.Juni, 22:10 Uhr

    Bitte lesen Sie meinen kürzlich veröffentlichten Kommentar. Auch müssen Sie das nicht so sehen, ohne sich über die Geschichte Rumäniens zu informieren. Erstmals kämpfen viele Deutsche für die Rechte der Sintis seit der Wende in Rumänien. Auch ist zu bedenken, dass die rumänische Kultur ganz offen und auch tolerant ist! Der Integrationsprozess ist extremst mühsam. Viele Sintis wollen einfach nicht auf gewisse Gewöhnheiten verzichten, das sieht aber keiner. Viele sind nach Spanien "gefluchtet". Kommischerweise werden diese als Rumäne gesehen, und Rumänien wird aus diesem Grund von vielen als Sinti-Land verwechselt. Viele Deutschen wissen aber gar nicht was die rumänische Kultur bedeutet, wie vielseitig wir sind. Rumänien ist ein ausgezeichneter Partner von USA, hat das größte Wachstum in der EU und eine der besten Netzinfrastruktur weltweit und vier wichtige IT-Zentren, in denen es nicht nur Hotline-Geschäft gemacht wird, wie viele meinen.

  • Antwort von Eveline Sienold, Freitag, 09.Juni, 13:07 Uhr

    Hallo,

    mit dem Unterschied, das nur so viel Hunde aufgenommen werden wie Platz ist in einer Pflegestelle oder Tierheim.

    Und die Hunde haben mir weder meine Geldbörse oder mein Fahrrad und Auto geklaut.
    Und Hunde sind dankbarer als mancher Mensch.

    MfG

    Eveline Sienld