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Abstimmung im Bundestag Rebellen bei der Kanzlerinnenwahl?

Im Bundestag hat die Wahl von Bundeskanzlerin Merkel begonnen. Es wird mit einer klaren Mehrheit für sie gerechnet: Union und SPD haben zusammen 399 Stimmen, 44 mehr als nötig. Aber je größer die Mehrheit, desto größer das Rebellentum.

Von: Achim Wendler

Stand: 14.03.2018

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (l) und der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Norbert Röttgen (r) applaudieren Angela Merkel im Bundestag in Berlin 2005 zu ihrer ersten Wahl zur Bundeskanzlerin. | Bild: dpa-Bildfunk/Bernd Settnik

Noch nie hat Angela Merkel bei einer Kanzlerwahl alle Stimmen von Union und SPD erhalten. Die meisten Abweichler gab es 2005: Ganze 51 Stimmen fehlten ihr damals aus den Reihen der Koalition. Trotzdem wurde Merkel immer im ersten Wahlgang gewählt, wie jeder Kanzler bisher.

Sondersitzung der Fraktionen

Damit das heute wieder klappt, treffen sich die Fraktionen von Union und SPD vor der Wahl zu Sondersitzungen. Die Vorsitzenden Volker Kauder und Andrea Nahles wollen die Mehrheit sicherstellen.

Anschließend, um neun Uhr, beginnt im Plenarsaal die Wahl, und zwar ohne Aussprache und geheim. Sollte Merkel gewählt werden, unterbricht Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble die Sitzung, und es beginnt ein Hin und Her zwischen Schloss Bellevue und Reichstagsgebäude.

Reger Pendelverkehr zwischen Reichstag und Schloss Bellevue

Zunächst fährt Merkel zu Bundespräsident Steinmeier, um sich ernennen zu lassen. Dann geht es zurück in den Bundestag zur Vereidigung. Anschließend unterbricht das Parlament seine Sitzung abermals, und Merkels Minister fahren zum Bundespräsidenten, zur Ernennung. Schließlich wieder in den Bundestag, zur Vereidigung.

Das Ganze soll bis gegen 14 Uhr dauern. Dann hätte Deutschland seine neue Regierung. Am frühen Abend soll die erste Kabinettssitzung stattfinden. Einig sind sich alle, dass sie schnell losregieren wollen. Von einem "Kickstart" spricht CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt.

Die ersten Gesetzesentwürfe: Haushalt und Rückkehrrecht aus Teilzeit

Aber die Schwerpunkte werden anscheinend unterschiedlich sein: Die Union will laut ihrem Fraktionschef Volker Kauder rasch den Haushalt 2018 angehen. SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles kündigt an, zuerst das Gesetz für ein Recht auf Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit vorzulegen.


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Udo Pablitschko, Mittwoch, 14.März, 11:03 Uhr

10. Gratulation Frau Merkel. ABER...

Je größer der "HOCHMUT",

desto tiefer der "FALL" !!!

noch-csuler, Mittwoch, 14.März, 10:07 Uhr

9. Ein rabenschwarzer Tag

Die Wiederwahl der Raben-"Mutti" - ein rabenschwarzer Tag für unser Land!

  • Antwort von Udo Pablitschko, Mittwoch, 14.März, 11:11 Uhr

    ... ja, bei uns in Bayern weint sogar der "Himmel" über diese schreckliche "FEHLENTSCHEIDUNG" .....

Motzki, Mittwoch, 14.März, 09:55 Uhr

8. Diskriminierung!

Es ist diskriminierend, daß in der Überschrift nur die Rede von Rebellen ist. Wenn ein Begriff negativ besetzt ist, dann greift die Gleichberechtigung wohl nicht, in deren Namen die Sprache verunstaltet wird?
Also, sehr geehrte Vorreiterinnen (oder Vorreitende?!) der Gleichberechtigung - bitte akzeptieren Sie Ihren Teil auch im Negativen. Es muß Rebellinnen und Rebellen heißen.

PS Natürlich ist das sprachlich totaler Unfug (der Genus hat nun mal mit dem Sexus nichts zu tun), aber das interessiert die Sprachverunstalterinnen und Sprachverunstalter ja nicht.

Zeitungsleserin, Mittwoch, 14.März, 09:42 Uhr

7. ich habe die Hoffnung aufgegeben - daß

es genug "Rebellen" gibt, die die ewige Kanzlerin nicht wählen und ein Zeichen setzen. Und wir wollen keine "stabile Regierung" (Truderinger) wie bisher und kein weiter so, sondern eine Erneuerung mit besseren Aussichten für die vor allem, die die Milliarden erwirtschaften. So schauts aus! Das muß man sich mal vorstellen, dass die GroKo nur zustande kam, weil Union und SPD nicht auf die Posten verzichten wollten, in denen man es sich schon so schön gemütlich gemacht hat. Gestern gelesen: Bayern muß Millionen an Strafe bezahlen - Bayern? - ich denke doch, das sind die Steuerzahler. Wann endlich wird wahrheitsgemäß berichtet, wenn das Geld der hart ARBEITENDEN Bevölkerung verschleudert wird. Ach was könnten wir mit 50 Milliarden/Jahr mehr anfangen: Rentenniveau wieder erhöhen, was die große Koalition in 12 Jahren nicht geschafft hat, die versifften Schulen sanieren, mehr Lehrer, bessere Pflege für die Alten, die in Pflegeheimen dahinsiechen in schmutzigen Windeln ohne Bad, Infrastruktur!

  • Antwort von Abi2015, Mittwoch, 14.März, 09:54 Uhr

    Sie wollen keine "stabile Regierung", wir schon!

  • Antwort von Truderinger, Mittwoch, 14.März, 10:13 Uhr

    @Zeitungsleserin: Ach Sie wollen keine stabile Regierung? Interessant, was sonst? Mit "weiter so" hat das zunächst einmal gar nichts zu tun. Es gibt allerdings Menschen, die die Probleme des Landes nicht nur auf Ihres (Flüchtlinge) reduzieren wollen, ist Ihnen das bewusst?

Thea Lang, Mittwoch, 14.März, 09:36 Uhr

6. Einzahl oder Mehrzahl "Rebellen bei der Kanzlerinnenwahl? "

Müsste doch eigentlich richtig "nach der Kanzlerinwahl" ( es gibt ja meines Wissens nur eine Kandidatin ) heißen. Oder bewerben sich mehrere Damen ?
Fragen über Fragen.... Und noch was: Es könnten doch auch Rebellinnen bei der Wahl sein, oder ?