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Regensburger Ex-Bischof Zum 70. Geburtstag: Kardinal Müller will sein Bild gerade rücken

Neues Jahr, neues Glück? Am Sonntag feierte der Regensburger Ex-Bischof und Kardinal Gerhard Ludwig Müller 70. Geburtstag. Die vergangenen Monate liefen für ihn denkbar schlecht: Amtsentzug, Kritik vom Papst - nun will er sein Bild in der Öffentlichkeit geraderücken.

Stand: 31.12.2017

Kardinal Gerhard Ludwig Müller in seinem Büro in Rom | Bild: picture-alliance/dpa/Lena Klimkeit

Es gibt sicherlich schönere Zeiten, einen runden Geburtstag zu feiern. Für Kardinal Gerhard Ludwig Müller lief es in seinem 70. Lebensjahr gar nicht rund, im Gegenteil.

Der gebürtige Mainzer hat die wohl schlimmste Schmach seiner Laufbahn hinter sich. Im Juli verlängerte Papst Franziskus Müllers Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan nicht. Eine Degradierung des einst so mächtigen deutschen Kirchenmannes, der wie wenig andere polarisiert.

Müller will nach vorne schauen

Zu seinem 70. Geburtstag will der ehemalige Regensburger Bischof nach vorne schauen.

"Jedes Neue Jahr eröffnet uns Möglichkeiten und enthält Herausforderungen, die wir vielleicht noch nicht kennen. Die Zeit ist nicht das, was hinter uns in der Vergangenheit versinkt, sondern noch mehr die Zukunft, die vor uns liegt."

Kardinal Gerhard Ludwig Müller

Seiner Verbitterung über das Ende in der Glaubenskongregation machte er in den letzten Wochen und Monaten oft - manch einer findet zu oft - Luft. Hatte ihn Franziskus doch völlig überraschend und ohne Angabe von Gründen nach fünf Jahren vor die Tür gesetzt. Zu verschiedenen waren der deutsche Dogmatik-Professor und der argentinische Pontifex, der ihn 2014 in den Kardinalsstand gehoben hatte. Hier der konservative Glaubenshüter, der "Wachhund", dort der moderne "Pop-Papst" - so die landläufige Meinung.

Kampagne gegen Kardinal?

Müller vermutet eine Verleumdungskampagne gegen ihn. "Auf keinen Fall möchte ich in der deutschen Presse zu einem Kontrahenten des Papstes stilisiert werden", sagte er der "Zeit". Doch seine Äußerungen lassen diese Interpretation durchaus zu. So ist er beispielsweise nicht mit dem Weg des Papstes einverstanden, bei einigen Themen auf die Gläubigen und deren Realität zuzugehen - wie zum Beispiel bei der Frage, ob man wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zulässt. "Gott ist das Maß der Realität. Und nicht einfach das, was faktisch ist", sagte er im Juli.

Kritik am Regierungsstil des Papstes

Papst Franziskus

Er selbst sagt, er habe dem Papst nie im Wege stehen wollen. Dennoch kritisierte er das Kirchenoberhaupt in Interviews und ließ durchblicken, dass er eher wenig vom Regierungsstil des Papstes hält. "Es wäre besser, die Glaubensbotschaft des Papstes zu hören und darauf zu achten, statt mit sekundären Aufmerksamkeitselementen das Papsttum populär zu machen, mit schwarzen Schuhen, Santa Marta...", sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Dabei bezog er sich auf Franziskus' Entscheidung, nicht die roten Papstschuhe zu tragen und nicht im Apostolischen Palast, sondern im einfachen Gästehaus Santa Marta zu wohnen.

"Glaube an die Einheit der Kirche"

Als Spitze einer Gegenbewegung gegen Franziskus will er sich nicht sehen.

"Das werde ich niemals tun. Ich glaube an die Einheit der Kirche und gestatte niemandem, meine negativen Erfahrungen in den vergangenen Monaten zu instrumentalisieren."

Kardinal Gerhard Ludwig Müller in der 'Corriere della Sera'

Als er Franziskus nach dessen diesjähriger Weihnachtsansprache vor der römischen Kurie die Hand schüttelte, sah das dennoch frostig aus.

Nicht von Papst-Kritik angesprochen

Die Kritik des Papstes an "sanft" entfernten, ehemaligen Mitarbeitern der Kurie, die sich als "Märtyrer des Systems" stilisieren, statt ihre Schuld einzuräumen, muss in Müllers Ohren ungut geklungen haben - obwohl er sich nach eigenen Worten nicht davon angesprochen gefühlt hat. "Ich habe mich weder zum Märtyrer erklärt, noch wurde ich 'sanft' aus - welchem oder wessen? - 'System' entfernt", sagte er der "Zeit".

Persönlich näher stand Müller der deutsche Papst Benedikt XVI., der ihn 2012 in die Glaubenskongregation geholt hatte und zu Müllers 70. auch ein paar ermutigende Worte für eine Festschrift verfasst hat.

Kritik an Müller wegen Missbrauch-Aufklärung

Als Chef der Glaubenskongregation unterlag es Müller, Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche zu verfolgen. Doch genau hier traf er laut seinen Kritikern nicht den richtigen Ton. Ihm wurde vorgeworfen, zu wenig zu tun, zu wenig "menschlich" zu sein und nicht auf die Opfer einzugehen.

Müller wehrte sich, sah sich und die gesamte Kirche zu Unrecht an den Pranger gestellt. Bei der Glaubenskongregation stapelten sich aber unbearbeitete Fälle. Auch im Skandal um Hundertfachen Missbrauch bei den Regensburger Domspatzen, der während seiner Amtszeit ans Licht kam, lehnte er eine Entschuldigung ab, sprach von Einzelfällen. Vor diesem Hintergrund gerät sein positives Wirken, zum Beispiel gegen Rechtsradikalismus, in den Hintergrund.

Wieder öfter in Regensburg

In Regensburg ist er auch jetzt wieder öfter anzutreffen. Ende November feierte er im Regensburger Dom den 15. Jahrestag seiner Bischofsweihe, mit dabei unter anderem Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Das Bistum ehrte seinen ehemaligen Bischof mit Kärtchen in Autogrammkarten-Optik.

Doch eine Rückkehr nach Deutschland sieht Müller nicht. "Nach Deutschland komme ich gelegentlich zur Feier von Festgottesdiensten, Predigten und Vorträgen, aber nicht zur Übernahme einer bestimmten Aufgabe", sagte er der dpa. Es stünden nun "einige Publikationen an und größere Vortragsreisen auch in anderen Kontinenten".


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gabriel, Mittwoch, 03.Januar, 15:50 Uhr

17. Puplikationen und Vortragsreisen?

Warum kann so einem abtrünnigen "Kirchenmann" nicht von höchster Instanz untersagt werden, sein altertümliches Wissen und Verständnis der Medicialen Kirchenmacht unter die Leute zu bringen?? Oder mal ein Freundschaftlicher Rat des ehemaligen Kirchenoberhauptes daß er endlich Ruhe geben soll mit seinen Anfeindungen gegen seinen Dienstherren...?? Er hätte sich das sicher auch verbeten - Freundschaft hin oder her! Und Priester ist eine Berufung - kein Beruf den man nach Bedarf wechseln kann, wenn "der Chef" ungemütlich wird oder das Klima im "Betrieb" nicht mehr stimmt....dann müsste er Nägel mit Köpfen machen und austreten, mit allen Nachteilen die er dann als alter Mann in unserer Gesellschaft hat. Aber für "Luxusgeschöpfe" aus dem Vatikans ist das nichts. Dann lieber immer wieder über die Medien die Hand beißen die ihn füttert und ihm sanft versucht Disziplin beizubringen!! Hier wäre wohl zu Recht mal ein Exempel zu statuieren um den Stänkerern den zukünftigen Weg zu weisen....

Karin Tein, Mittwoch, 03.Januar, 14:59 Uhr

16. Müller - Kirche - usw

Warum können "...sanft aus dem Amt entfernte.." Kirchenmänner nicht einfach wieder das tun was sie mal gelernt haben?? Nämlich eine Gemeinde übernehmen?? Nein - nicht in Regensburg, od Deutschland sondern evtl im Sudan bei den Missionaren, oder im palestinensischen Grenzland wo Krieg den Glauben an Gott schon arg strapaziert. Für einen Kirchenmann der so fest in seinem Selbstgefälligen Bewusstsein unfehlbar zu sein lebt, wäre es sicher ein leichtes, die dort lebenden Christen im Glauben zu unterstützen und die abtrünnigen zur Umkehr zu bewegen. Und hätte er doch mal Zweifel an was auch immer - wäre der Schritt zur Demut auch nicht so groß...!!! Was ist der Hintergrund, daß Kirchenmänner Bücher verfassen? Sie wollen in der Kirche unsterblich werden mit diesen Texten über Kirchenrecht, Dogmen und Themen die Normalsterbliche Gläubige nicht verstehen - wenn sie je etwas davon lesen. Als Gottes Diener eher Themaverfehlung also. Der Papst hat das erkannt und handelt danach - weiter so!!!

  • Antwort von Angelika Oetken, Mittwoch, 03.Januar, 18:46 Uhr


    Gerhard Ludwig Müller hat sich angeblich in Südamerika immer sehr wohl gefühlt. Vielleicht lässt ihn der Vatikan sogar dort seinen Ruhestand verbringen. Kollege George Pell wurde jedenfalls in seiner "Verbannung", er muss ja in Australien gegenüber der Staatsanwaltschaft aussagen, putzmunter und zivil gekleidet in einem Straßencafe gesichtet. Vor gut einem Jahr schützte er noch Krankheiten vor, um der Australischen Kommission nicht direkt gegenübertreten zu müssen. Die Vernehmung fand dann über Videoschaltung statt.

Suarez, Dienstag, 02.Januar, 03:10 Uhr

15. Müller - eine Fehlbesetzung

Man erinnere sich: Müller war gerade nach Rom befördert worden - in Regensburg sollte sein Intimus Weihbischof Pappenberger interimsweise die Diözese leiten. Doch das Domkapitel hat ihn nicht gewählt, weil es die Schnauze voll hatte von Müller - wie es jetzt auch die Schnauze voll hat vom Beatrix-von-Storch-Spezl Voderholzer. Vielleicht sollte die Presse ja mal Voderholzer diesbezüglich in die Mangel nehmen. Ziemlich braun, der Klerikalsumpf von Regensburg...

El Gringo, Montag, 01.Januar, 21:49 Uhr

14. Regnschburcher

Dieser Mueller erinnert sehr an das Unschuldslamm Wolsberg!!

  • Antwort von Barbara, Dienstag, 02.Januar, 14:22 Uhr

    El Gringo (= der spanische Ausdruck für "Ausländer") Warum verwenden Sie kein deutsches Pseudonym? Sorgen Sie erst einmal dafür, daß Sie richtig Deutsch schreiben!

  • Antwort von El Gringo, Dienstag, 02.Januar, 20:56 Uhr

    Liebe Barbara , liebe Frau Lehrer!! Mir gefaellt nun mal der Name El Gringo , bin aber gebuertiger Oberpfaelzer und lebe schon sehr lange hier. Was es an meinen Deutsch - Kenntnissen zu maulen gibt , bitte um Aufklaerung!!

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 03.Januar, 16:36 Uhr

    Ich bin keine "Frau Lehrer" und ich "maule" nicht! Aber "El Gringo" ist spanisch und heißt "Ausländer".

  • Antwort von Angelika Oetken, Mittwoch, 03.Januar, 18:55 Uhr


    In Spanien ist ein Deutscher ein Ausländer Frau Barbara. Sich als gebürtiger Oberpfälzer "El Gringo" zu nennen, zeugt von der Fähigkeit, unkonventionell zu denken, die Perspektive anderer einnehmen zu können und von Humor!

Hannah, Montag, 01.Januar, 11:02 Uhr

13. Kirche zeitgemäß machen.....

Papst Franziskus sprach davon Kinder mehr zu schützen.. und hat vergessen seine eigenen Gottesdiener dabei auch anzumahnen.
Wenn man den Kirchenweg aus der Vergangenheit bis heute ansieht kann man nicht Glauben dass das Gott Wille sein sollte. Glaubenskriege, Missbräuche an Kindern, uneheliche Kinder von Priestern, Geldverschwendung im großen Stil usw. und das nicht weniger sondern immer mehr.
sich an Wie kann man einer Institution Vertrauen die von Nächstenliebe spricht und etwas ganz anderes lebt, wo im Laufe einer langen Zeit zu viele Priester immer noch unschuldigen Kindern vergreifen.
In der Kirche müsste ein völlig neuer Umbruch stattfinden um wieder den Glauben und das Vertrauen der Menschen zurück zu gewinnen! Wir brauchen eine moderne zeitgemäße Kirche, in der Priester heiraten dürfen, Homosexualität normal ist, Kirche und Staat getrennt bleiben und das in jeder Kultur. Solange im Namen Gottes gehandelt wird, wird es nie Frieden auf der Welt geben.