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Weiden Angeklagter gesteht, Vorarbeiter mit Schlachterbeil niedergeschlagen zu haben

Ein 39 Jahre alter Mann hat gestanden, auf einem Firmengelände in Mantel mit einem Schlachterbeil auf seinen Vorarbeiter eingeschlagen zu haben. Deswegen muss er sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Weiden verantworten. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.

Von: Margit Ringer

Stand: 08.03.2018

Der Angeklagte und sein Anwalt im Gerichtssaal des Landgerichts in Weiden. Er soll mit einem Schlachterbeil auf seinen Vorarbeiter eingeschlagen haben. | Bild: BR/Margit Ringer

Ein 39 Jahre alter Mann aus Mantel (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) hat am Donnerstag am Landgericht Weiden gestanden, im September seinen Kollegen mit einem Schlachterbeil niedergeschlagen zu haben. Er sei auf dem Firmengelände mit dem Fahrrad an seinem Vorarbeiter vorbeigefahren, habe das Schlachterbeil aus dem Rucksack gezogen und ihm von hinten in den Nacken geschlagen, sagte der Angeklagte. Er hätte seinen 40 Jahre alten Kollegen aber nicht töten wollen. Der erlitt bei dem Angriff eine acht Zentimeter tiefe Wunde im Nacken, überlebte den Angriff aber.

Beil hätte Wirbelsäule durchtrennen können

Das Schlachterbeil wiegt mehr als zwei Kilo und hat eine Länge von 80 Zentimetern. Damit werden in Großschlachtereien üblicherweise Wirbelsäulen von Tieren durchtrennt.

Hätte der heute 39-Jährige richtig getroffen, wäre der "Kopf ab gewesen, zumindest die Wirbelsäule durchtrennt", so Oberstaatsanwalt Rainer Lehner. Das Beil fand der Mann nach eigenen Angaben vor einigen Jahren auf einer Baustelle, als er ein altes Haus ausräumte.

Vorarbeiter soll Angeklagten beleidigt haben

Der Tat gingen nach Aussage des Angeklagten jahrelange Beschimpfungen durch das Opfer voraus. Beide arbeiteten in einer Baufirma in Mantel und mussten drei Jahre lang zusammenarbeiten. Der Vorarbeiter habe die Arbeitsleistung des Angeklagten regelmäßig verbal heftig und beleidigend kritisiert. Das sagten sowohl der Angeklagte, als auch sämtliche Arbeitskollegen des Mannes in ihren Polizeivernehmungen.

Die Kollegen gaben an, dass das Opfer ein ungeliebter Kollege gewesen sei, mit dem keiner so recht zusammenarbeiten wollte, und dem man nichts Recht machen konnte. Wenige Tage vor der Tat hatte sich die zwischenmenschliche Situation hochgeschaukelt, sagte der Angeklagte und beschrieb sich als Menschen, der nie laut wurde, sondern den Ärger in sich hinein fraß und ruhig blieb in den jeweiligen Situationen.

Berufliche Zukunft ungewiss

Das Opfer selbst gestand den rauen Ton seiner Aussagen am Donnerstag nur sehr zögerlich vor Gericht ein. Noch immer hat der Mann mit körperlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen, auch seine berufliche Zukunft ist ungewiss.

Beide arbeiten inzwischen nicht mehr bei der Baufirma in Mantel. Der Angeklagte war nach dem Angriff mit seinem Fahrrad wieder nach Hause gefahren und wartete dort auf die Polizei. Er wirkte bei seiner Festnahme "fast erleichtert", beschrieb ein Polizeibeamter die Situation.

Das Landgericht Weiden hat weitere drei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil fällt voraussichtlich Mitte März.


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