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Welche Hausaufgaben sind gemacht? Vor Machtübergabe an Söder: Diese Seehofer-Baustellen sind noch offen

Die Ära Seehofer geht zu Ende - neuer Ministerpräsident wird Markus Söder. Noch gibt es aber einige offene Baustellen in Ostbayern, die Seehofer noch abarbeiten wollte. Jetzt wird die Zeit aber knapp. Wo hat Seehofer seine Hausaufgaben gemacht, was bleibt für den Nachfolger liegen?

Von: Uli Scherr

Stand: 06.12.2017

Ministerpräsident Horst Seehofer | Bild: pa/dpa

Fünf Großprojekte in Oberpfalz und Niederbayern sind eng mit dem Namen Horst Seehofer verbunden. So sieht der aktuelle Stand dazu aus:

Projekt Stromtrasse

Gegen die Stromtrasse gibt es heftigen Widerstand.

Eine Starkstromtrasse soll künftig aus der Nordoberpfalz bis nach Landshut führen - der Südostlink. Seehofer hat den betroffenen Regionen versprochen, die Belastungen gering zu halten. Und - Seehofer hat geliefert: Jetzt garantiert ein Bundesgesetz, dass die Trasse von Mitterteich bis Landshut weitgehend unterirdisch verlaufen wird. Außerdem versprach Seehofer den Grundstückbesitzern eine neue Art der Entschädigung. Statt einer Einmalzahlung wie bisher, sollen Landwirte, über deren Grund die Trasse läuft, künftig eine regelmäßige Pacht erhalten. Die entsprechende Vereinbarung mit den Netzbetreibern fehlt aber noch.

Das Urteil: Hausaufgabe - teilweise erledigt. Mit der Entscheidung für die Erdverkabelung hat Seehofer eine echte Verbesserung erreicht. Um die Entschädigungsfrage aber wird sich sein Nachfolger kümmern müssen.

Projekt Hochwasserschutz

Die Donau bei Regensburg

Bayern pumpt Millionen in den Hochwasserschutz entlang der Donau. Besonders umstritten ist dabei der Bau von Flutpoldern, wie im Landkreis Regensburg. 2015 sicherte Seehofer zu, den Polderbau zu prüfen und einzelne Projekte gegebenenfalls wieder fallen zu lassen. Jetzt regt sich wieder Protest: Die versprochene Prüfung habe es bis heute nicht gegeben. Und: Die Belastungen durch den Hochwasserschutz entlang der Donau seien ungerecht verteilt.

Das Urteil: Hausaufgabe - nicht erledigt. Allerdings: Der Hochwasserschutz entlang der Donau bleibt ein Jahrhundertprojekt. Auch der nächste Ministerpräsident wird nicht lange genug amtieren, um das Projekt abzuschließen.

Projekt dritter Nationalpark

Donau-Auen

Die Donauauen zwischen Ingolstadt und Kelheim werden als Standort für einen dritten bayerischen Nationalpark gehandelt. Die Begeisterung in der Region hält sich in Grenzen. Selbst der Bund Naturschutz hätte den Nationalpark lieber in Franken.

Das Urteil: Hausaufgabe - nicht erledigt. Wenn niemand sich für einen Nationalpark begeistert, gibt es allerdings auch keinen Handlungsbedarf.

Projekt dritte Startbahn

Münchner Flughafen

Mehr als dreieinhalb Tausend Menschen aus der Region Landshut arbeiten am Flughafen Franz-Josef-Strauss im Erdinger Moos. Und es könnten noch mehr werden, sagen Wirtschaftsexperten. Voraussetzung: es wird eine dritte Startbahn gebaut. Kein Wunder also, dass Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz auf den Ausbau des Flughafens setzt.

"Natürlich gibt es Leute, die sagen, dass sie das nicht wollen. Aber ich hab immer klar gesagt, Landshut würde von jeder weiteren Entwicklung des Flughafens profitieren."

Alexander Putz

Das Urteil: Hausaufgabe - nicht erledigt. Die Entscheidung Pro oder Contra dritte Startbahn hat Horst Seehofer ohne Not auf die lange Bank geschoben.

Projekt Museum der Bayerischen Geschichte

Das Museum der Bayerischen Geschichte (Stand November 2017)

Das neue Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg war Seehofers ureigene Idee und deswegen sein Lieblingsprojekt. Trotzdem ist der geplante Eröffnungstermin im Jahr 2018 geplatzt. Auch wenn es keinen Brandanschlag auf den Rohbau gegeben hätte - der Zeitplan wäre kaum einzuhalten gewesen. Und auch die Anfrage, ob Horst Seehofer seine legendäre Modelleisenbahn dem Museum als Exponat zur Verfügung stellen könnte, wurde abschlägig beantwortet.

"Die steht erst zur Verfügung, wenn ich selbst nicht mehr auf dem Planeten bin. Solange ich lebe, bleibt meine Eisenbahn im Keller, unangetastet."

Horst Seehofer

Immerhin: das Konzept für das Museum steht. Ein Besucheransturm ist schon jetzt garantiert.

Das Urteil: Hausaufgabe - erledigt. Auch wenn Seehofer den Zeitplan nicht einhalten konnte. Mit dem Museum hat er sich ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt.


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