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Regensburg Streit um neue Moschee: Ditib diskutiert mit Vertretern von Stadt und Kirche

Seit Wochen wird in Regensburg um den Neubau einer Moschee im Stadtosten gestritten. Am Abend findet zu dem Thema nun eine Podiumsdiskussion statt. Daran beteiligen sich Vertreter des türkisch-islamischen Moscheevereins Ditib sowie von Stadt und Kirche.

Von: Siegfried Höhne

Stand: 14.03.2018

Entwurf für die Regensburger Moschee | Bild: Architekturbüro Yilbirt

Der umstrittene Bau einer Moschee in Regensburg ist das Thema einer Podiumsdiskussion heute Abend im evangelischen Bildungswerks in Regensburg. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) diskutiert mit Aykan Inan vom türkisch-islamischen Moscheeverein Ditib, mit dem Beauftragten für Islamfragen der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, Rainer Oechslein, und mit der Regensburger CSU-Stadträtin Bernadette Dechant.

CSU spricht sich gegen Moscheebau aus

Diese hatte sich zusammen mit ihren Stadtratskollegen wiederholt gegen den Moscheebau im Regensburger Stadtosten ausgesprochen. Ihre Hauptargumente: Ditib werde vom Verfassungsschutz beobachtet und vom türkischen Staat finanziert. Außerdem gebe es im Stadtosten bereits acht Moscheegemeinden. Eine weitere Moschee unterstütze die schon jetzt vorhandene Ghettobildung und mache eine Integration der Moslems nahezu unmöglich, so die Auffassung von Dechant.

Stadt: Recht auf freie Religionsausübung

Die Stadt hingegen verweist auf das Recht der Ditib-Gemeinde, eine Moschee zu bauen und ihre Religion frei auszuüben. Außerdem gebe es die türkische Gemeinde bereits seit 1978 in Regensburg. Nie habe es Probleme gegeben. Allerdings sei deren bisheriger Gebetsraum in der Altstadt im Laufe der Jahre zu klein geworden. Daher jetzt der Neubau.

Demo und Gegendemos geplant

Gegen den Moscheebau hat die AfD hat für den 24. März zu einer Demonstration aufgerufen. Auch mehrere Gegendemos sind laut Stadt bereits angemeldet worden. Mitglieder der verfassungsfeindlichen Identitären Bewegung sorgten vergangenen Monat mit einer makabren Protestaktion für Wirbel: Sie errichten auf dem Baugelände für die Moschee an der Maxhüttenstraße mehrere Dutzend Holzkreuze, die sie mit den Namen von Opfern islamistischer Terroranschläge in verschiedenen europäischen Ländern beschrifteten.  

Wer an der Podiumsdiskussion am Abend in Regensburg teilnehmen will, muss sich zuvor beim evangelischen Bildungswerk Regensburg anmelden (www.ebw-regensburg.de).


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