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Tarifstreit Streik bei Regensburger Busfahrern - Kritik von der Kundschaft

In Regensburg ist am Mittwochmorgen der gesamte Busverkehr zum Erliegen gekommen. Rund 250 Busfahrer traten in den Streik. Besonders Pendler und Schulkinder hat es hart getroffen. Ab 8.30 Uhr lief alles wieder planmäßig. Dennoch gab es Kritik.

Von: Uli Scherr

Stand: 13.06.2018

Bus in Regensburg | Bild: BR/Scherr

Viele Hundert Regensburger mussten am Mittwoch ohne Linienbus in ihre Schule, an die Uni oder zur Arbeit kommen: Nach einem Aufruf zum Warnstreik der Gewerkschaft Verdi verkehrte am Morgen kein einziger Linienbus im Stadtgebiet. Gegen 8.30 Uhr war er Streik beendet, wie Verdi-Streikleiterin Nicole Rufin auf Anfrage mitteilte.

Kritik und Verständnis halten sich die Waage

Die Reaktion der vom Streik betroffenen Kunden sei durchwachsen gewesen, räumte die Streikleiterin ein. Zahlreiche Schüler, Eltern und Lehrer hätten in Mails kritisiert, dass der Warnstreik an einem Tag stattfindet, an dem an den Gymnasien mündliche Abiturprüfungen stattfinden. Andere RVV-Nutzer hätten in Mails und Gesprächen aber auch Verständnis für den Streik gezeigt.

Insgesamt hätten sich 40 Kolleginnen und Kollegen an dem Ausstand beteiligt, das sei etwa die Hälfte der Busfahrer-Belegschaft in Regensburg, sagte Rufin. Diese werden nach dem Tarifvertrag Nahverkehr (TVN) entlohnt.

Streiks angekündigt

Das Stadtwerk Regensburg hatte bereits im Vorfeld des Streiks angekündigt, alle innerstädtischen Buslinien auszusetzen. Es sei aus logistischen und organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen, die streikenden Busfahrer durch nichtstreikende Kolleginnen und Kollegen aus anderen Tarifgemeinschaften zu ersetzen, erläuterte ein Stadtwerk-Sprecher.

Weitere Streiks

Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach verkehrte am Morgen kein Linienbus. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte bei der Regionalbus Ostbayern (RBO) zum Warnstreik aufgerufen. Bis 9 Uhr blieben die Busse im Depot. Mittags waren die Busse dann wieder fahrplanmäßig unterwegs, wie die RBO mitteilte.

Die Tarifverhandlungen für die 6.300 Beschäftigten der Nahverkehrsbetriebe in Bayern gehen am Freitag weiter. Die Kommunalen Arbeitgeber haben 7,5 Prozent mehr Einkommen bei 30 Monaten Laufzeit angeboten. Verdi fordert zwar nur 7,0 Prozent mehr Gehalt, allerdings soll es zusätzlich mehr Freizeit geben und eine kürzere Laufzeit des Tarifvertrags über lediglich zwölf Monate Laufzeit.


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