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Asyl-Streit Stellvertretender CSU-Bezirksvorsitzender Meier vergleicht Merkel mit Gottesanbeterin

Der Streit um die Asylpolitik in der Union wird immer schärfer geführt. Jetzt mischt sich auch Andreas Meier, CSU-Bezirksvorsitzender und Oberpfälzer Landrat, mit scharfen Worten in die Diskussion ein: Er vergleicht Kanzlerin Merkel mit einer Gottesanbeterin und stellt die Koalitionsfrage.

Von: Uli Scherr

Stand: 14.06.2018

Landrat Andreas Meier am Standort für das neue Ausbildungszentrum für besondere Einsatzlagen des BRK in Neuhaus bei Windischeschenbach  | Bild: Landratsamt Neustadt an der Waldnaab

Im unionsinternen Streit um die Flüchtlingspolitik bringt ein hochrangiger CSU-Kommunalpolitiker aus der Oberpfalz jetzt einen Austritt der CSU aus der Bundesregierung ins Gespräch. Der stellvertretende Oberpfälzer CSU-Bezirksvorsitzende und Landrat des Landkreises Neustadt an der Waldnaab, Andreas Meier, wirft Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, in der Flüchtlingsfrage gezielt einen Eklat herbeigeführt zu haben.

Seehofer dürfe "seinen Kopf nicht verlieren"

In einem Beitrag auf Facebook schreibt Meier, er hoffe "inständig", dass sich CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer im Streit um den Asyl-Plan "nicht von Merkel wie von der Gottesanbieterin verspeisen lässt und dagegen hält! Notfalls mit dem Austritt aus der Regierung bzw. der Koalition". Ein Gesichtsverlust bedeute "den Anfang vom Ende meiner, unserer Mutterpartei", heißt es in Meiers bereits zwei Tage altem Facebook-Eintrag weiter.

In der Vergangenheit hätten Merkels unionsinterne Kontrahenten wie Friedrich Merz oder Roland Koch ein ähnliches Schicksal erlitten, sagte Meier zum BR. "Ich fände es schade, wenn einer unserer prominentesten Köpfe dann im wahrsten Sinne des Wortes seinen Kopf verlieren würde."

Zurückweisung von Flüchtlingen?

Merkel und Seehofer streiten um die Zurückweisung von Flüchtlingen an der deutschen Grenze. Seehofer will solche Ausländer zurückweisen lassen, die in anderen EU-Staaten bereits registriert wurden. Kanzlerin Angela Merkel hofft dagegen auf eine gemeinsame europäische Asylpolitik. Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer wollen heute bei einer Konferenz in Berlin nach Lösungen im Streit um eine strengere Flüchtlingspolitik suchen.


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Thomas, Donnerstag, 14.Juni, 12:38 Uhr

21. "Vergleicht Merkel mit Gottesanbeterin"

Klingt ziemlich überspannt. Mir drängt sich mehr der Eindruck auf dass die Kanzlerindämmerung schon längst begonnen hat und sie selbst dürfte sich dessen auch schon bewusst sein.

Früher oder später wird Frau Merkel genauso enden wie ihr Mentor Helmut Kohl und die CDU in einem ähnlichen Zustand zurücklassen wie er damals. Dann bedarf es wieder einer Neuausrichtung und diese wird dann wieder nach Rechts gehen. So mancher Merkel Anhänger in der CDU wird sich bei Zeiten darauf einstellen und seine "Loyalität" neu überdenken.

Eine zweite "Kohl-Ära" geht zu Ende und dies leider mit der widerlichsten Oppositionspartei die jemals im Deutschen Bundestag vertreten war, der AfD. Dies ist auch Teil von Merkels politischem "Vermächtnis" die mit ihrer Sturheit zur Spaltung dieses Landes und zum Aufstieg des politischen Bodensatzes beigetragen hat. Kohl hätte solch eine Entwicklung gewiss zu verhindern verstanden, wenn er auch sonst vieles nur ausgesessen hat. Darin besteht der Unterschied.

Francesco, Donnerstag, 14.Juni, 12:08 Uhr

20. Typisch CSU....

wichtig allein sind deftige Sprüche,ohne aber die konkreten Konsequenzen zu Ende zu denken.Lieber Herr Landrat,Sie wären gut beraten, wenn Sie sich nicht die "Oberbrüller" Dobrindt, Scheuer und neu auch Herrn Mayer zum Vorbild machen. Die Herren Seehofer und Söder haben mittlerweile offensichtlich - aus Gründen ihrer neuen Funktionsverantwortung - die Realität und das Machbare eher im Blick und.wurden in der letzten Zeit etwas ruhiger / sachlicher. Ganz offen gestanden, mittlerweile wünsche ich mir sogar, dass die CSU "endlich die Koalition platzen" lässt Nur dann werden sie sehen und erleben, dass das der Schuss ins eigene Knie ist (Seehofer weiß das) und damit die Pulverisierung der Partei eingeleitet wird.Ich selbst habe - nach 40 Jahren !!! - bei den BTW erstmals nicht CSU gewählt und werde dies auch bei den LTW nicht tun.Ja, mit Merkel ist es schwierig geworden, aber da reicht es eben nicht, immer nur sehr öffentlichkeitswirksam zu "brüllen".Konsensfähige Lösungen sind gefragt !!!

Hinterland, Donnerstag, 14.Juni, 11:41 Uhr

19.

Das wird nach der Wahl auch nicht besser.
Bei der Politik gibt es kein anderes Thema nicht mehr als die Asylpolitik.

  • Antwort von Elisabeth , Donnerstag, 14.Juni, 12:06 Uhr

    Alles dreht sich nur noch um Asyl. Das ist logisch, weil zu viel Asyl unsere Existenz, den Bundeshauhalt, das Sozialsystem bedroht.

Politi, Donnerstag, 14.Juni, 10:42 Uhr

18. Annegret Kramp-Karrenbauer an die Arbeit!

Bitte sofort eine CDU Bayern aus der Taufe heben.
Landtagswahllisten aufstellen!

Dann gibt es endlich keine CSU mehr in der Republik - die fällt unter 5% zwischen den "richtig rechten" AFD und der endlich in Bayern wählbaren CDU.

Und christlich wärs allemal.

Also, AKK, worauf warten Sie?

  • Antwort von forist, Donnerstag, 14.Juni, 11:17 Uhr

    Vorsicht ist die Mutter der Porzelankiste!
    Merkel beisst für sie gefährlich werdende Personalien gnadenlos weg,wenn sie es für ihren Machterhalt "für erforderlich hält" auch AKK!!!

Ibu Berger, Donnerstag, 14.Juni, 10:19 Uhr

17. Die Kanzlerin, die EU und die Flüchtlinge

Außer Deutschland (Merkel) hält sich kein Staat an das Dublin-Abkommen. Merkel hat ohne Kanzlervollmacht, ohne eine Legitimation nach dem Grundgesetz und ohne den Bundestag zu fragen die Grenzen geöffnet. Und damit den Menschen in der BRD einen unermesslichen gesellschaftlichen und finanziellen Schaden zugefügt. Die Veränderung der Gesellschaft und die finanziellen Lasten werden gravierend sein. Wie wir inzwischen wissen sind Terroristen und Mörder bei uns angekommen. All das hat für Merkel keine Folgen. Ist das noch Demokratie?

  • Antwort von thorie, Donnerstag, 14.Juni, 11:31 Uhr

    Stimmt! Merkel hat Grenzen geöffnet und ist damit verantwortlich.
    Aber nicht alleine.
    Wer hat sie denn neben gewissen Parteien in ihrer Entscheidung bestätigt?
    Die Teddybärenwerfer und , sry, wenns hart klingt, alle Freiwilligen und Ehrenamtler, die das alle gut fanden und IHR die meiste Arbeit bei der Aufnahme erleichterten.
    Hätte Merkel damals schon Personalnot verspürt und hätte alles selbst veranlassen müssen, wäre sie früher aufgewacht.
    Mitschuldig sind auch die, die jeden, der sich damals dagegen ausgesprochen hat, politisch und medial in die Nazi- und Rechtsecke gestellt haben.