22

Landgericht Nürnberg Seil über Radweg gespannt: 22-Jähriger hat die Tat zugegeben

Ein 22-Jähriger aus Berching spannt ein dünnes Nylonseil über einen Radweg - ein 54-jähriger Radfahrer stürzt deswegen und wird lebensgefährlich verletzt. Der junge Mann hat zu Prozessbeginn die Tat zugegeben.

Von: Marion Christgau

Stand: 05.12.2017

Angeklagter vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth | Bild: BR/Iryna Riabenka

Weil er ein dünnes Nylonseil über einen Radweg gespannt hat, über das ein Radfahrer stürzte, muss sich ab Dienstag ein 22-Jähriger vor der Jugendkammer des Landgerichtes Nürnberg–Fürth verantworten.

Zu Prozessbeginn hat der 22-Jährige zugegeben, nachts ein Seil über einen Radweg am Main-Donau-Kanal in Berching (Lkr. Neumarkt) gespannt zu haben. Er habe aber nicht gewollt, dass jemand verletzt wird, so der 22-Jährige vor dem Landgericht.

Mann bleibt mit Hals am Seil hängen

Der junge Mann hatte nach eigenen Angaben zuvor fünf bis acht Bier getrunken und einige Schnäpse, teilte der Sprecher des Landgerichts, Friedrich Weitner, mit.

Der 22-Jährige soll den Ermittlungen zufolge in der Nacht zum 20. Mai ein dünnes schwarzes Nylonseil über den Radweg gespannt haben. Ein 54 Jahre alter Radfahrer fuhr am Morgen ungebremst in die Seilfalle. Der Mann blieb mit dem Hals an dem Seil hängen, stürzte und zog sich lebensgefährliche Verletzungen zu. Er erlitt innere Blutungen des Kehlkopfes, einen Halswirbelbruch, eine Kopfplatzwunde und Prellungen. Der 54-Jährige musste auf der Intensivstation behandelt und auch operiert werden. Laut Anklage ist er immer noch beeinträchtigt und nur eingeschränkt arbeitsfähig.

17-Jähriger ebenfalls angeklagt

Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann aus Berching versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr vor. Ein 17-Jähriger, der dabei war, muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten, weil er die Tat nicht verhindert hat. Trotz seines schlechten Gewissens habe er nicht die Polizei informiert, wirft die Anklagebehörde ihm vor.

Das Landeskriminalamt hatte eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt. Ein Zeuge brachte die Polizei letztendlich auf die Spur der beiden jungen Männer.

Für den Prozess sind insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte am 14. Dezember fallen.


22