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Welterbe an der Donau Sanierung der Steinernen Brücke in Regensburg vor Abschluss

Sie wurde im Mittelalter als achtes Weltwunder gepriesen und zählt zu den Wahrzeichen der Stadt Regensburg: die Steinerne Brücke. In den vergangenen Jahren wurde sie aufwendig saniert. Autos und Witterung hatten dem Bauwerk zugesetzt. Werden die Arbeiten pünktlich fertig?

Stand: 14.01.2018

Die "Steinerne Brücke" in Regensburg ist älter als der Dom. Weitere Bilder finden Sie unter www.br-foto.de. | Bild: BR/Werner Teufl

Mit einer leichten Verzögerung geht die Sanierung der Steinernen Brücke in Regensburg nach acht Jahren ihrem Ende entgegen. Der mittelalterliche Bau soll jedoch wie geplant im Juni anlässlich des Welterbetages wiedereröffnet werden. Schäden durch Verkehr und Feuchtigkeit hatten die rund 20 Millionen Euro teure Baumaßnahme erforderlich gemacht.

Warten auf wärmeres Wetter

Der vierte und letzte Bauabschnitt - die Arbeiten an den Brückenbögen 6 bis 9 - sei zum Jahresende wie geplant abgeschlossen worden, teilte eine Sprecherin der Stadt mit. Lediglich die Spritzabdichtung habe wegen des Wetters nicht durchgeführt werden können. Deswegen sei der Belag noch nicht verlegt worden. "Für den Einbau der Spritzabdichtung ist für mehrere Tage durchgehend eine Temperatur von mindestens zehn Grad erforderlich", hieß es. Zuvor war die Brücke auf Schäden untersucht worden.

Zweites Wahrzeichen Regensburgs

Wenn das Gerüst abgebaut ist, stehen Arbeiten an den Eisbrechern an. Diese sollen im Laufe des Jahres beendet werden. Die Steinerne Brücke gilt als Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und ist neben dem Dom das zweite Wahrzeichen der Stadt Regensburg.

Bauwerk mit Geschichte

Erbaut wurde das Welterbe von 1135 bis 1146 im Auftrag reicher Kaufleute unter Förderung von Herzog Heinrich dem Stolzen. Sie war damals der einzige steinerne Donauübergang zwischen Ulm und Wien. Durch ihre robuste Bauweise aus Grün- und Kalksandstein war sie weitgehend unabhängig vom Wasserstand der Donau. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte der Brücke 1182 besondere Privilegien verliehen: Die Einnahmen aus dem Brückenzoll dienten ihrer Erhaltung. 1189 war sie Ausgangspunkt für den Kreuzzug unter Kaiser Barbarossa.

Für Autos gesperrt

Mit heute 15 sichtbaren Bögen und 14 Pfeilern überquert sie auf einer Länge von rund 315 Metern den Nord- und Südarm der Donau sowie die beiden Wöhrdinseln. Nach einem Bürgerentscheid wurde die Brücke vor 20 Jahren für den privaten Autoverkehr gesperrt.

Seit 2008 gilt dieses Verbot auch für Busse und Taxis.


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klaus maletz, Montag, 15.Januar, 23:42 Uhr

2. steinerne

wäre ja super,

dass bautermine in deutschland eingehalten werden, ist schon lange nicht
mehr selbstverständlich. dauert der winter länger, wird es wohl wieder nichts.
da hat man ja schon mit den temperaturnormen vorgesorgt.

Helmut, Sonntag, 14.Januar, 12:44 Uhr

1. Vorausschauende Verkehrsplanung

Daß die Brücke über 800 Jahre lang für den Verkehr genutzt wurde zeugt davon, daß auch damals langfristig an der Infrastruktur gearbeitet wurde.
Diese Langfristigkeit geht mit heutzutage sehr ab.
Möge die Brücke noch lange von den Menschen benutzt werden ( im Rahmen ihrer Tragfähigkeit ) und uns ( zusammen mit dem Dom und vielen anderen Bauwerken ) an den Nutzen langfristigen Handlens erinnern und gemahnen.
Es mag jetzt vom Thema wegführen, aber die Lagerung von Atommüll ist für mich so ein Beispiel langfristigen Handelns, das uns auferlegt ist. Auch wenn wir es in unserer schnelllebigen Welt gerne verdrängen.