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26 Kreuze aufgestellt Protest gegen Regensburger Moschee: Bauplatz wird zum "Friedhof"

Auf dem Baugrund für eine geplante Moschee in Regensburg wurden 26 Kreuze aufgestellt. Darauf sind offenbar Namen von Terroropfern zu lesen. Der Regensburger Ditib-Vorstand bezeichnet die Aktion als einen islamfeindlichen "Angriff auf das friedliche Zusammenleben" von Christen und Muslimen.

Von: Ulrich Scherr

Stand: 13.02.2018

"Friedhof" auf Moschee-Bauplatz errichtet | Bild: DITIB Südbayern e.V.

Unbekannte haben den vorgesehenen Bauplatz für eine neue Moschee in Regensburg in einen Friedhof verwandelt: Sie errichteten dort 26 Holzkreuze. Die Kreuze sind offenbar mit den Namen der Opfer eines Terroranschlags in Brüssel im Jahr 2016 beschriftet, wie die Regensburger Ortsgruppe des türkisch-islamischen Religionsvereins Ditib mitteilt. Die Polizei hat den Vorfall vom Wochenende jetzt bestätigt und Ermittlungen aufgenommen.

"Angriff auf das friedliche Zusammenleben"

Der Ditib-Vorstand zeigt sich entrüstet und nennt die Aktion einen islamfeindlichen "Angriff auf das friedliche Zusammenleben" von Christen und Muslimen, dem sich der Verein seit vier Jahrzehnten in Regensburg widme. Als Konsequenz aus dem Vorfall fordern die Verantwortlichen von der Polizei jetzt einen besseren Schutz: "Sicherheitskräfte sind angesichts der aktuellen Entwicklungen verstärkt in der Verantwortung, uns alle vor Übergriffen dieser Art zu schützen", heißt es in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung.

Moschee mit Minarett im Stadtgebiet

Der Regensburger Stadtrat hatte dem Ditib-Verein Ende Januar die Baugenehmigung für die erste Moschee im Stadtgebiet mit einem Minarett erteilt. In der Folge setzte eine scharf geführte, öffentliche Diskussion um das Projekt ein. CSU und AfD lehnen den Moschee-Neubau ab.


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