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Ärger um Minarett Geplante Regensburger Moschee sorgt für Debatten

Der geplanten neuen Moschee in Regensburg schlägt viel Kritik entgegen. Am Dienstag wurden die Pläne für das islamische Gotteshaus im Stadtplanungsausschuss durchgewunken, jetzt wird das Projekt zum Politikum.

Von: Veronika Meier

Stand: 31.01.2018

Entwurf für die Regensburger Moschee | Bild: Architekturbüro Yilbirt

Im Regensburger Stadtosten, dort, wo die neue Moschee mit dem symbolischen Minarett gebaut werden soll, sieht man das neue Gotteshaus gelassen. "Ich hab nichts dagegen. Warum auch? Es ist ein Industriegebiet. Wenn die Leute hier leben und sich integrieren, dann müssen sie hier auch ihren Glauben ausleben können", sagt ein Passant.

Hitzige Diskussion im Internet

Ganz anders sah es in den Kommentarspalten im Internet aus. Auf BR24 entspann sich am Dienstag eine hitzige Diskussion zwischen Moschee-Gegnern und Befürwortern. Der Bau der Moschee sei "eine Folge der falschen Einwanderungspolitik", schrieb ein User. Es wurde prophezeit, dass ein Muezzin "in absehbarer Zeit vom Minarett rufen" wird und später dann überall die Kirchenglocken abgehängt werden.

Die Pläne für die Moschee sehen auch ein 21 Meter hohes Minarett vor. Der Turm für den Gebetsrufer soll in Regensburg jedoch nur der Zierde dienen. Die geplante Optik scheidet die Geister: Das Minarett sehe aus wie ein Dolch. Anderen gefällt das Bauwerk, es ähnele einer Kerze oder Calla-Blüte.

AfD postet Montage mit Domtürmen

Die AfD publizierte im Netz eine provokative Montage, in der ein Minarett in ein falschen Größenverhältnis zu den Türmen des Regensburger Doms gesetzt wird. Neben der Montage ist zu lesen: "Neues Stadtbild geplant: Regensburg bekommt 21 Meter hohes Minarett." Tatsächlich sind die Türme des Regensburger Doms mehr als fünf Mal so hoch wie das geplante Minarett.

Der AfD-Landesvorsitzende Martin Sichert (MdB) kritisiert die Entscheidung der Stadt Regensburg, die Moschee von der islamischen Gemeinde DITIB zu genehmigen. Diese sogenannte Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion sei der verlängerte Arm vom türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Der ehemalige Vorsitzende der Regensburger DITIB-Gemeinde, Ercüment Baysal, weist diese Kritik aber zurück. Die Moschee sei ein Gotteshaus und kein Ort der Politik, so Baysal. Widerstand gebe es immer, aber die Gemeinde brauche einfach einen Ort für die vielen muslimischen Gastarbeiter in Regensburg. Er glaube nicht, dass Erdogan durch die Imame Einfluss in Deutschland ausüben wolle.

Bürgermeisterin lobt guten Dialog mit DITIB-Gemeinde

Auch die Stadt Regensburg beruft sich auf die Religionsfreiheit. "Religionsgemeinschaften haben ein Recht wie alle anderen auch, Gemeindezentren zu bauen", sagt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. Man wisse zwar, dass Ditib vom türkischen Staat finanziert werde. Man sei mit der Regensburger DITIB-Gemeinde in einem guten Dialog, so Maltz-Schwarzfischer. Die Gemeinde sei sehr offen und beteilige sich zum Beispiel auch an in interreligiösen Diskussionsrunden.

CSU bemängelt fehlende Information

Kritik kommt allerdings auch von der Regensburger CSU-Stadträtin Bernadette Dechant. Sie findet, dass die Regensburger DITIB-Gemeinde die Bürger im Vorfeld viel intensiver hätte informieren müssen statt sie vor vollendete Tatsachen zu stellen.


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