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Ostbayern und Oberfranken Hier sind die Menschen am stärksten von Armut bedroht

Immer mehr Menschen in Deutschland sind von der Armut bedroht. Das ist das Ergebnis der Armutskonferenz in Regensburg. In Niederbayern, Oberfranken und der Oberpfalz liegt die Armutsgefährdungsquote am höchsten.

Stand: 17.04.2018

 Ein Mann zählt sein Kleingeld | Bild: picture-alliance/dpa

Der Anteil der armutsgefährdeten Menschen in Bayern wächst stetig. Gemessen an der Gesamtbevölkerung liegt die Armutsgefährdungsquote derzeit bei 14,9 Prozent, sagte der Oberpfälzer VdK-Bezirksgeschäftsführer Christian Eisenried am Montagabend bei der Armutskonferenz in Regensburg.

"Das Risiko, in Armut zu landen, ist damit in den vergangenen zehn Jahren in Bayern um 10,4 Prozent gestiegen."

Christian Eisenried, VdK

Frauen am stärksten von Armut bedroht

In Niederbayern (17,7 Prozent), Oberfranken (17,7) und der Oberpfalz (16,1) liegt die Armutsgefährdungsquote bayernweit am höchsten. Die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Risiko, in Armut abzurutschen, sind Frauen mit 65 Jahren und älter. Die Gefährdungsquote liegt bei ihnen mit 24,5 Prozent am höchsten.

Als armutsgefährdet in Bayern gilt, wer weniger als 1.039 Euro im Monat zum Leben zur Verfügung hat. Auch die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, steige stetig an. In einer Stadt wie Regensburg beziehen laut Angaben des Sozialamts 38 Prozent mehr Menschen Grundsicherung als noch vor zehn Jahren.

Prognose: jeder vierte Rentner arm

Laut Prognose des VdK wird im Jahr 2030 jeder vierte Rentner in Deutschland von Armut bedroht sein. Von der Statistik nicht erfasst werde die "verdeckte Armut", die bedürftige Menschen betrifft, die ihnen zustehende Leistungen aus Scham oder Unkenntnis nicht in Anspruch nehmen, sagte Eisenried. Forscher des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) gehen von 3,1 bis 4,9 Millionen Betroffenen in Deutschland aus.


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Sentilo, Donnerstag, 19.April, 07:38 Uhr

8.

Nicht nur das Armutsristiko ist gestiegen, sondern auch die Ansprüche an eine vernüftige Lebensqualität.

Wieviele alte Tanten, Hauspersonal, landwirtschaftliche Helfer lebten noch in den 60iger und 70iger Jahren, weil sie gar keine Altersversorgnung hatten, einfach so in vielen Haushalten gerade in ländlichen Gebieten einfach so nebenbei mit ...?

Wieviele Witwen, die Hausfrau und Mutter waren, nie beruftstätig und nie Rentenversicherung gezahlt haben, nie privat vorgesorgt haben, haben mehr Rente, als Frauen, die in schlecht bezahlten Jobs gearbeitet haben?

In der ganzen Debatte um Altersarmut und Altersrente herrscht viel Heuchelei und Neid und manchen dämmert halt erst im Alter, .wie er sich ein Leben lang für dumm hat verkaufen lassen.

Beni, Donnerstag, 19.April, 05:35 Uhr

7.

Wenn man das Geld ander weitig zum Fenster raus wirft dann braucht man sich nicht wundern das für uns Bürger ( Rentner ) nichts mehr da ist. So einfach ist das.
Altersarmut - Kinderarmut.
Schönen Tag.

Völkel, Norbert, Mittwoch, 18.April, 09:21 Uhr

6. soziale Situation

Ich habe immer das Gefühl dass Politiker nur auf sich schauen und nicht auf die Bürger. Unser Verwaltungsaparat gehört mal "ausgemistet". Vieles wird ausgesessen.
und nichts geht voran. Wenn private unternehmen genauso träge,langsam und unflexibel wären wie unsere Politische Entscheidungsträger, dann gings Deutschland nicht so gut.
Ich bin der Meinung, dass die Sozialbeiträge nicht niedriger werden sollten. Lieber zahl ich jeden Monat ein paar Euro mehr in den Sozialtopf, anstatt im Alter ein Armer Mann zu sein. und mir die Zuzahlung für Heilbehandlungen und Medikamente nicht mehr leisten kann. Das ein Handy ein paar Hundert Euro kostet da schreit niemand.
Die Gelder sollten aber zu den angedachten Bereichen zugeführt werden. Das Altwerden kann man anders nicht finanzieren, auch nicht mit dubiosen privaten Absicherungen.
Es sollte die Arbeit finanziert werden nicht die Arbeitslosigkeit, evtl. auch Jobs für Öffentliche Einrichtungen aber nur mit normaler Bezahlung, Jahres Vertrag

QuoVadis, Mittwoch, 18.April, 07:52 Uhr

5. Wir schaffen das!

Das deutsche Sozialsystem hat die Wiedervereinigung verkraften müssen, auch den Zuzug der deutschen Aussiedler aus dem ehemaligen Ostblock. Ich will hier keine Neiddebatte schüren, die jungen Leute haben dafür büßen müssen, nicht umsonst hat Ostdeutschland mit Wegzug vieler junger Menschen Probleme. Die Aussiedler halten in der Familie gut zusammen und sind wie ich sie kennengelernt habe in der Regel sehr fleißig. Was man uns jetzt aber zumutet in definitiv zu viel. Da kommt man schon ins Grübeln wenn man lesen muss, das Rentner die dieses Land vorangebracht haben armutsgefährdet sind. Ein Schlag für viele ins Gesicht, verantwortet von der Politik. Den etablierten Parteien werden noch die Augen aufgehen, vor allem der SPD, welche jahrelang ihre Wählerschaft für dumm verkauft hat.

Rentnerin, Dienstag, 17.April, 15:01 Uhr

4. Altersarmut

Wer hat den schuld an der Altersarmut der Frauen ? Diejenigen die, die Gesetze gemacht haben. Frauen durften in den 60er und 70 er Jahren nur für einen Hungerlohn arbeiten. Wenn der Ehepartner verstirbt, wird dessen schon gekürzte Rente, nochmals gekürzt.
Da ich nie geheiratet hatte, habe ich mein Leben lang gearbeitet und zwar Ganztags/Vollzeit. In der Buchhaltung bei den Stadtwerken. Heute mit 80 Jahren bekomme ich gerade mal 983,50 € Rente. Das ist das Dankeschön für meine Arbeit.

  • Antwort von Barbara, Dienstag, 17.April, 15:49 Uhr

    Da geht es Ihnen ja noch gut, wenn Sie 983 € Rente bekommen. In Bayern gibt es etwa eine Million Rentner, die weniger als 500 € Rente haben!

  • Antwort von Rentnerin, Dienstag, 17.April, 21:11 Uhr

    @ Barbara
    Wer weniger als 500 € Rente bekommt, hat bestimmt nicht durchgehend 45 Jahre Ganztags gearbeitet.

  • Antwort von Wolfgang, Dienstag, 17.April, 21:31 Uhr

    @ Rentnerin, Widerspruch!

    1. Auch in den 60er Jahren durften Frauen qualifizierte recht gut bezahlte Berufe ausüben, z.B. examinierte Krnkenschwestern. Deren Löhne lagen und liegen in etwa auf Facharbeiterhöhe "Lohngruppe 7". Und in den Beruf einsteigen ging betreff Rentenversicherungsjahren mit 16 und "Mittlerer Reife"! Bis 65 also 49 Beitragsjahre.

    Krankenschwestern mit 15 Jahren Berufsunterbrechung weil Kindererziehungszeiten kommen aber auch auf 1400€ Rente plus ca. 250€ ÖD-Zusatzversrgung. Ein Ehemann als Facharbeiter bekommt dann auch noch ca. 1500€, das reicht sehr gut für 2 Personen.

  • Antwort von Barbara, Dienstag, 17.April, 21:42 Uhr

    Wer weniger als 500 € Rente hat, der hat höchstwahrscheinlich für das Reich Gottes gearbeitet, damit der soziale Friede im Land erhalten bleibt.

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 18.April, 13:51 Uhr

    Die Tatsache, daß allein in Bayern etwa eine Million Rentner weniger als 500 € Rente haben, hat vielfältige Gründe: z. B. keinen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt, Mobbing, Arbeiten, die schlecht oder unterbezahlt sind, zeitweise arbeitslos und vieles andere mehr.