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Amberg Hauptversammlung bei Grammer: von Übernahmen und weißen Rittern

Beim Autozulieferer Grammer AG in Amberg findet heute die alljährliche Hauptversammlung statt. Die Hauptthemen dürften klar sein: Es geht um die gescheiterte feindliche Übernahme im vergangenen Jahr und um den weißen Ritter aus China.

Von: Margit Ringer

Stand: 13.06.2018

21.03.2018, Amberg - Toreinfahrt: Grammer, Tor 2, Logistik, Railway. Grammer hat 13.000 Mitarbeiter in 19 Ländern weltweit. Produziert werden Sitze und Sitzsysteme für Autos, Lkw, Bau- und Landmaschinen. Zudem stellt Grammer Komponenten für den Fahrzeuginnenraum her - also Kopfstützen, Mittelkonsolen, Armlehnen oder Bediensysteme. Der Hauptsitz des Konzerns soll bis Ende 2019 von Amberg ins benachbarte Ursensollen an der A6  verlegt werden. Hier will die Konzernspitze die Bereiche Forschung und Entwicklung konzentrieren. Zudem würden sich die Arbeitsbedingungen für die 700 Mitarbeiter der Zentrale verbessern, da es mehr Platz und bessere Möglichkeiten für eine Work-Life-Balance gebe, so Hartmut Müller Anfang März. 40 Millionen Euro lässt sich der Konzern die neue Zentrale mit 50.000 Quadratmetern Bürofläche kosten, sie soll Ende 2019 fertig sein. Neben dem Hautpsitz in Amberg, an dem ein kleiner Teil der Arbeiter bleiben wird, hat Grammer noch Werke in Haselmühl, Immenstetten und Schafhof. | Bild: BR/Margit Ringer

Die Grammer AG hält heute ihre Hauptversammlung in Amberg ab. Vor einem Jahr wurde dabei eine geplante feindliche Übernahme eines Großaktionärs abgewendet, nun will das chinesische Unternehmen Jifeng den Autozulieferer schlucken. Vor zwei Wochen schloss die Grammer AG mit dem Großaktionär Jifeng eine Investorenvereinbarung. Demnach wollen Jifeng und Unternehmen, die mit Jifeng verbunden sind, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot abgeben. Pro Aktie wollen die Chinesen 60 Euro plus die Dividende für das Jahr 2017, 1,25 Euro bezahlen. Jifeng hält derzeit etwa ein Viertel der Grammer Aktien.

Feindliche Übernahme abgewendet

Der Vorstand holte die Chinesen im Januar 2017 als "weiße Ritter" ins Boot, um die geplante feindliche Kontrollübernahme des damaligen Großaktionärs, der Familie Hastor und zwei derer Unternehmen, abzuwenden. Die Hauptversammlung im Mai vergangenen Jahres lehnte das Vorhaben des damaligen Mehrheitsaktionärs ab. Inzwischen hat Jifeng die größten Anteile an Grammer, nämlich ein Viertel der Aktien.

Hierbei handelt es sich um eine "freundliche Übernahme", denn Jifeng will mehreren Medien zufolge den Hauptsitz von Grammer in der Oberpfalz lassen und verspricht eine Beschäftigungsgarantie für siebeneinhalb Jahre für die 13.000 Mitarbeiter weltweit. Zudem wollen die Chinesen Standorte sichern und geistiges Eigentum von Grammer schützen, heißt es. Die Prevent-Gruppe rund um die bosnische Familie Hastor hatte im vergangenen Jahr keinerlei Aussagen getroffen, was sie mit Grammer vorhabe nach einer Übernahme. Die Staatsregierung hat bereits grünes Licht für eine Übernahme durch Jifeng signalisiert. Sie kommt nur zustande, wenn Jifeng 50 Prozent plus 1 Aktie hält.

Rekord-Umsatz bei Grammer

Grammer geht es wirtschaftlich bestens, zum siebten Mal in Folge konnte der Hersteller von Fahrzeug-Sitzen, Armlehnen und Mittelkonsolen im Jahr 2017 einen Rekord-Umsatz einfahren. Zudem sind die Auftragsbücher wieder voll nach einem kleinen Einbruch im vergangenen Herbst, der auf den Kampf um die Macht an der Konzernspitze im vergangenen Jahr zurück zu führen ist.


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Cosi , Mittwoch, 13.Juni, 08:33 Uhr

1. Geistiges Eigentum

Ich finde das Knowhow von deutschen Unternehmern muss geschützt werden. Wenn ein Investor keinen offenen Plan vorlegt kann er auch kein D.Unternehmen übernehmen.Vor allem müssen Arbeitskräfte vor Kündigungen geschützt werden. Wenn wir alles verkaufen das wäre ein schlechtes Image für Deutschland oder Europa.Dann müsste es heißen Made in China.