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Panzerbrigade 12 Großer Zapfenstreich in Amberg: Bundeswehr zieht nach Cham

Die Panzerbrigade 12 zieht aus der Amberger Leopoldkaserne aus. Die Brigade verlegt ihren Hauptsitz nach Cham. Nach dem Großen Zapfenstreich am Dienstag ist offiziell Schluss. Was mit dem Areal und den Gebäuden passiert, ist noch ungewiss.

Von: Margit Ringer

Stand: 06.03.2018

Die Bundeswehr zieht von Amberg nach Cham. | Bild: BR/Margit Ringer

Mehr als 300 Jahre lang war Amberg Garnisonsstadt, das Militär hat das Stadtbild geprägt. Ab Dienstag ist offiziell Schluss damit. Die Panzerbrigade 12 Oberpfalz verabschiedet sich mit einem Großen Zapfenstreich aus Amberg. Die 300 Soldaten des Stabes ziehen um nach Cham, wie es in der Bundeswehrreform im Jahr 2011 beschlossen worden ist.

Was geschieht mit den Gebäuden?

Die Leopoldkaserne und ihr zehn Hektar großes Areal werden Ende Juni komplett leer stehen. Was damit passiert, weiß Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) noch nicht. Er signalisiert dem BR, dass die Stadt das Gelände gerne kaufen würde. Die denkmalgeschützten Gebäude im Jugendstil müssten aber erst saniert werden. Cerny könnte sich neue Wohnungen darin vorstellen, Flächen für neue Arbeitsplätze oder auch Grünflächen.

Die Leopold-Kaserne in Amberg.

Ab 9. April rollen die Umzugswagen aus der Kaserne, schon seit vielen Monaten hat eine Vorhut Amberg verlassen und seine Zelte in Cham aufgeschlagen. Ende Juni übergibt die Bundeswehr dann die Amberger Leopoldkaserne an das Bundeswehrdienstleistungszentrum und an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Für die Menschen in Amberg geht es beim Bundeswehr-Abschied nicht nur um die wirtschaftlichen Auswirkungen mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen und Aufträgen aus der Kaserne, sagt OB Cerny.

"Ich glaube für die Amberger selber ist das schon ein Thema. Kaserne und Garnisonsstadt - das ist ein Teil der Stadtgeschichte und der Stadtidentität. Das tut wirklich weh, wenn so etwas wegfällt."

Michael Cerny, Oberbürgermeister

Exponat der Militärhistorischen Sammlung

Einen Teil der Arbeitsplätze soll der Freistaat kompensieren. Im Zuge der Behördenverlagerung kommen mit dem IT-Service-Zentrum der Justiz und einem Institut für Frühpädagogik insgesamt 100 neue Stellen nach Amberg. Die Militärhistorische Sammlung mit ihren 3.500 Exponaten ist bereits ausgezogen aus der Leopoldkaserne. Sie wird künftig Wechselausstellungen bieten, sagt Fördervereinsvorsitzender Wolfgang Eger. Derzeit sind die Exponate, die aus dem 19. Jahrhundert bis heute stammen, in der Standortverwaltung der Bundeswehr in Amberg untergebracht.

Einst waren mehr als 3.000 Soldaten in der Stadt, erzählt Eger. In mehreren Kasernen und einem Lazarett, dem späteren Bundeswehrkrankenhaus. Amberg hat Erfahrung mit Nachnutzungen von militärischen Gebäuden: Aus der einstigen Kaiser-Wilhlem-Kaserne ist die Ostbayerische Technische Hochschule geworden. Und im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus haben sich mehrere Firmen niedergelassen.

Cham als zentraler Standort

Brigadegeneral Jörg See freut sich auf den Umzug nach Cham.

Vor dem Großen Zapfenstreich am Abend gibt Brigadegeneral Jörg See einen Empfang im Rathaus. Für ihn liegt der Stab der Panzerbrigade künftig in Cham wesentlich zentraler, als bisher in Amberg. Von Cham aus habe er zu allen seinen Standorten maximal eineinhalb Stunden Fahrzeit. Zur Panzerbrigade gehören das Aufklärungsbataillon in Freyung, das Gebirgspanzerbataillon 8 und das Panzerbataillon 104 in Pfreimd, das Panzergrenadierbataillon 112 in Regen, das Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach, das Panzerpionierbataillon 4 in Bogen und das Versorgungsbataillon 4 in Roding.

Die Panzerbrigade hat derzeit Soldaten in Mali und im Kosovo im Einsatz. Im ersten Halbjahr 2019 sollen 500 Soldaten erneut nach Litauen gehen, zudem wird der Schützenpanzer Puma eingeführt, so See.

In Cham wurde im Zuge der Reform 2011 das Fernmeldebataillon 4 aufgelöst. In der Nordgaukaserne wurde um- und neugebaut, damit nun der Stab der Panzerbrigade mit 300 Soldaten einziehen kann. Dazu kommen eine Ausbildungskompanie aus Regen und Teile der Sanitäter in Roding. Insgesamt werden rund 600 Soldaten ab April in der Chamer Kaserne ihren Dienst tun.


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Angelika , Dienstag, 06.März, 11:01 Uhr

2. Unsere Bundeswehr

Eine gut ausgerüstete Bundeswehr zur Landesverteidigung ist nicht verkehrt und dafür auch entsprechend Geld auszugeben ebenfalls nicht. Allerdings kann es nicht sein, Unsummen in den Kriegsapparat zu stecken, um dann für die Interessen der globalen Finanzoligarchie an Kriegen teilzunehmen, die Fronttruppen der NATO gegen Russland zu stellen und sich in Konflikte einzumischen, was nur zu noch mehr Chaos und Flüchtlingen führt als es ohnehin schon der Fall ist. Aber in den transatlantischen Kreisen der bundesdeutschen Politik wird dies geflissentlich ignoriert.

Hochgruber, Dienstag, 06.März, 10:57 Uhr

1. Zapfen

Was für Zapfen werden da denn bitte gestrichen und womit ?

  • Antwort von Wolf, Dienstag, 06.März, 18:30 Uhr

    Und warum wird jetzt meine völlig korrekte Erklärung des Begriffes Zapfenstreich nicht freigeschaltet? Ich denke mir soetwas nicht aus,lieber BR.

  • Antwort von Meyerling, Mittwoch, 07.März, 12:23 Uhr

    Das Sie sich bei dieser Fragestellung nicht blöd vorkommen ist mir ein Rätsel. Anscheind kennt Ihre pazifistische Vorstellungkraft keine Grenzen, deshalb empfehle ich, gewisse Punkte im Netz zu recherchieren. Dies führt zu weniger Sinnloskommentaren/-Fragen und gleichzeitig zu einer Erweiterung des Bildungshorizontes.