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Flossenbürg KZ-Gedenkstätte: Behinderte lernen über Nationalsozialismus

In der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg (Lkr. Neustadt an der Waldnaab) erfahren behinderte Menschen mehr über den Nationalsozialismus. Dafür wurden spezielle Arbeitsmaterialien ausgearbeitet.

Von: Margit Ringer

Stand: 23.10.2017

KZ-Gedenkstätte Flossenbürg | Bild: pa/dpa

Erstmals lernen in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg behinderte Menschen mehr über den Nationalsozialismus. Die Gedenkstätte hat dafür mehrere Tage ein neues inklusives Begleitprogramm ausgearbeitet. Ab heute sind zehn Menschen mit und ohne Behinderungen vor Ort und erschließen mit eigens ausgearbeiteten Arbeitsmaterialien die Geschichte des Nationalsozialismus.

Allen Besuchern Teilhabe ermöglichen

Laut einer Sprecherin erfolgt das über Materialien, die die Behinderten in die Hand nehmen und anschauen können. Damit sollen sie die Lebensumstände der Häftlinge im damaligen KZ kennenlernen. Künftig können mit diesen speziellen Arbeitsmaterialien auch andere Gruppen, zum Beispiel sonderpädagogische Schulen, ihre Seminare in Flossenbürg abhalten.

Die erste inklusive Begegnungswoche in der KZ-Gedenkstätte läuft im Rahmen der Wechselausstellung über "Krankenmorde im Nationalsozialismus", die derzeit zu sehen ist. Im Rahmen der inklusiven Begegnung stehen auch gemeinsame Freizeitaktivitäten an. Das Begleitprogramm hat die Gedenkstätte zusammen mit dem Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) in Irchenrieth ausgearbeitet. Mitarbeiter des HPZ (Behinderte und Nicht-Behinderte) betreiben seit zweieinhalb Jahren auch das integrative Museumscafé der KZ-Gedenkstätte.

Mit inklusiven Begegnungen will die KZ-Gedenkstätte allen Besuchern eine Teilhabe ermöglichen.


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Selim, Montag, 23.Oktober, 11:11 Uhr

1. Gedenken und Geschichte

Viel mehr Menschen sollten solche Gedenkstätten besuchen.
Dann würden vielleicht nicht mehr gar so viele mit dem Begriff "Nazi" um sich werfen,
wie andere mit dem Wort "Depp"

  • Antwort von Maria A., Montag, 23.Oktober, 14:49 Uhr

    Super formuliert! Wohl deswegen können gerade wir Ex-Ossis nicht nachvollziehen, wie ramschartig dieses Vokabular um sich griff und greift! Wir sind in der Schulzeit so mit der brutalen Realität des Dritten Reiches zugeschüttet worden, dass wir niemals einen Bürger der Jetztzeit mit Nazivorwürfen zupflastern würden. Denn was ein Nazi war, was dessen Handeln ausmachte, wissen wir sehr gut zu trennen von jetzig so benanntem Mitbürger! Viele junge Mitmenschen nehmen manchen Zeitgenossen regelrecht ihre Würde mit dem leichtsinnigen Gebrauch des Vokabulars. In umgekehrter Weise sehen sie sich als Antifaschisten, obwohl ebenfalls keinerlei erkennbarer Grund dafür besteht. Respektvoller Umgang ist heutzutage zur Mangelware verkommen, leider auch im Sprachgebrauch.