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Unerwarteter Geldsegen 21.600 Euro auf Amberger Altar: Fund gehört jetzt dem Pfarrer

Im August vergangenen Jahres hat ein Unbekannter Tausende Euro auf den Altar der evangelischen Paulanerkirche in Amberg gelegt. Warum? Das weiß keiner. Jetzt darf sich der Pfarrer über das Geld freuen.

Von: Margit Ringer

Stand: 07.03.2018

Pfarrer Joachim von Kölichen hat Geld auf seinem Altar in der Paulanerkirche gefunden. Nach einem halben Jahr darf er jetzt das Geld behalten | Bild: BR/Margit Ringer

Es war ein kurioser Fund im August in einer Amberger Kirche: Der evangelische Pfarrer Joachim von Kölichen hat auf dem Altar der Paulanerkirche Kuverts mit mehreren Tausend Euro gefunden. Jetzt, ein gutes halbes Jahr später, geht der "Fund" in das Eigentum des Pfarrers über. Woher die Summe allerdings stammt, weiß nur Gott.

Geld wurde heimlich in die Kirche gebracht

Es war am 22. August 2017, gegen 18 Uhr. Joachim von Kölichen will seine Paulanerkirche absperren und entdeckt auf dem schlichten Altar drei mysteriöse weiße Kuverts. Drin stecken sage und schreibe 21.600 Euro - eine krumme Summe, in vielen verschiedenen Scheinen. Sie müssen heimlich in die Kirche gebracht worden sein, als sich dort gerade keiner aufhielt.

Die Überraschung war groß beim Pfarrer und es keimten sofort auch Bedenken auf: Milzbrand-Erreger? Wunderbare Geldvermehrung? Ein edler anonymer Spender? Oder stammt das Geld aus einer kriminellen Quelle?

"Es ist ein komisches Gefühl. So ganz richtig fühlt es sich nicht an. Es ist netter, einen Zehn-Euro-Schein auf der Straße zu finden. Aber ab einer bestimmten Höhe ist Geld immer schnell ein bisschen 'vergiftet'."

Pfarrer Joachim von Kölichen

Die Ermittlungen der Polizei liefen ins Leere, das Geld ging an das Fundamt der Stadt Amberg. Hier wurde es ein halbes Jahr verwahrt, gemeldet hat sich allerdings keiner, der es verloren haben könnte oder vermissen würde.

Geld fließt in Gemeindeprojekte

Der Brief vom Fundamt - die 21.600 Euro werden überwiesen.

Am Montag bekam der Pfarrer einen Brief vom Fundamt, das Geld gehöre nun ihm als Finder. Jetzt konnte der Pfarrer dem Fundamt eine persönliche Kontonummer mitteilen, auf die das hübsche Sümmchen überwiesen wird.

Gemeindeprojekte, in die das Geld fließen könnte, haben sich inzwischen mehrere aufgetan. 

"Wir planen, in der Paulanerkirche eine neue Lautsprecheranlage zu installieren. Dann gibt es das Projekt, eine vernünftige Orgel in das Martin-Schalling-Haus zu stellen und im Andreas-Hügel-Haus sind immer noch die ersten Stühle aus dem Jahr 1976 in Betrieb."

Pfarrer Joachim von Kölichen

Am Ende bleibt die Hoffnung, dass es tatsächlich als edle Spende gedacht war. Oder Beten - für ein zweites Wunder. Dass jemand doch noch sein schlechtes Gewissen erleichtert oder sein gutes Gewissen preisgibt.


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Barbara, Mittwoch, 07.März, 14:09 Uhr

1. Was ist, wenn das Geld aus einem Diebstahl stammt?

Sollte das Geld aus einem Diebstahl stammen, so wird es dem Pfarrer keinen Segen bringen. Auch für den vermeintlichen Dieb wird ein solches "Opfer" kein Segen sein.

  • Antwort von Waggnerr, Donnerstag, 08.März, 06:04 Uhr

    ja! oder noch schlimmer: Raub oder Teilbeträge von Lösegeld, oder...? Was ist dann?