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"Avenidas" Stadtrat von Rehau sieht in Gomringer-Gedicht keinen Sexismus

Seit Monaten wird diskutiert, ob das Gedicht "Avenidas" des Lyrikers Eugen Gomringer sexistisch ist. Nun wird es künftig mitten in der oberfränkischen Kleinstadt Rehau zu sehen sein, hat der Stadtrat beschlossen.

Stand: 01.02.2018

Eugen Gomringers Gedicht "Avenidas" an der Fassade der Berliner Alice-Salamon-Hochschule | Bild: Bayerischer Rundfunk

Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat von Gomringers Heimatstadt Rehau beschlossen, das Gedicht großformatig an die Fassade des städtischen Museums direkt am Marktplatz schreiben zu lassen. Damit reagierten die Rehauer Kommunalpolitiker umgehend auf die "nicht nachvollziehbare Entscheidung" der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin von vergangener Woche. Dort wird das Gedicht des Poetik-Preisträgers nach sieben Jahren wieder entfernt.

Umstrittenes Gedicht

Die Studierenden-Vertretung Asta hatte sich vor Monaten über das Gedicht beschwert. Es degradiere Frauen nur zu Muse männlicher Künstler und es erinnere zudem "unangenehm an sexuelle Belästigung, der Frauen alltäglich ausgesetzt sind", so die Kritik. Im Gedicht "Avenidas – Alleen" aus dem Jahr 1951 bringt Gomringer auf spanisch in 20 Wörtern Alleen, Blumen, Frauen und einen Bewunderer in einen Zusammenhang.

Gedichte im Unterricht

Gomringer, der aus Bolivien stammt, in der Schweiz aufgewachsen ist und in Oberfranken jahrzehntelang für die Kulturpolitik des Porzellan-Herstellers Rosenthal verantwortlich war, gilt weltweit als Erfinder der "Konkreten Poesie". Zahlreiche seiner Gedichte sind Bestandteil des Deutschunterrichts an Schulen. In Rehau betreibt er das Kunsthaus IKKP - "Institut für konstruktive Kunst und konkrete Poesie".

Ursprungsgedicht der "Konkreten Poesie"

"Avenidas" steht bereits seit Jahren auch auf einer Fassade in der hessischen Stadt Hünfeld. Nach der Entscheidung der Berliner Hochschule wollen auch die Städte Bielefeld und Schaffhausen (Schweiz) das umstrittene Gedicht im öffentlichen Raum zeigen. Die Alice-Salomon-Hochschule Berlin hatte Gomringer 2011 mit ihrem Poetik-Preis ausgezeichnet, die damalige Hochschul-Leitung habe sich bewusst für das "Avenidas"-Gedicht aus dem Jahr 1951 entschieden, so Gomringer: "Es wird in der Literaturgeschichte als das Ursprungsgedicht der konkreten Poesie verstanden."


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Kommentare

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Bert Brech, Freitag, 02.Februar, 02:39 Uhr

10. Ersatzvorschlag ( tut nur wenigen weh):

Denk’ es! (Ein Liebesgedicht aus dem ersten Viertel des letzten Jahrhundert)

Wenn deine Mutter alt geworden
Und älter du geworden bist,
Wenn ihr, was früher leicht und mühelos
Nunmehr zur Last geworden ist,

Wenn ihre lieben, treuen Augen
Nicht mehr, wie einst, ins Leben seh’n,
Wenn ihre müd’ geword’nen Füße
Sie nicht mehr tragen woll’n beim Geh’n,

Dann reiche ihr den Arm zur Stütze,
Geleite sie mit froher Lust;
Die Stunde kommt, da du sie weinend
Zum letzten Gang begleiten mußt!

Und fragt sie dich, so gib ihr Antwort,
Und fragt sie wieder, sprich auch du!
Und fragt sie nochmals, steh’ ihr Rede,
Nicht ungestüm, in sanfter Ruh’!

Und kann sie dich nicht recht versteh’n,
Erklär’ ihr alles froh bewegt;
Die Stunde kommt, die bitt’re Stunde,
Da dich ihr Mund – nach nichts mehr frägt.

Barbara E., Donnerstag, 01.Februar, 17:10 Uhr

9. Man kann es auch übertreiben.

Genau so spinnert, wie dieser Me-Too-Hype!

  • Antwort von Kats, Donnerstag, 01.Februar, 18:04 Uhr

    Barbara, wie kommen Sie dazu, Frauen die von sexuellen Übergtiffen und Vergewaltigungen
    sprechen als spinnert hinzustellen.
    Das ist eine ganz üble Art. Damit missbrauchen Sie diese Opfer abermals.

    (Anm. d. Redaktion: Ein Teil ihres Kommentars wurde entfernt. Wir wünschen uns hier respektvolle Diskussionen. Bleiben Sie bitte sachlich. Respektieren Sie andere Meinungen!) Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

  • Antwort von Barbara, Donnerstag, 01.Februar, 19:29 Uhr

    Kats, bitte beachten Sie, daß diesen Eintrag nicht ich geschrieben habe, sondern eine "Barbara E". Anscheinend gibt es gewisse Leute, die sich hinter meinem Pseudonym "Barbara" verstecken wollen, denn sonst könnte diese Person ja den ganzen Nachnamen - und nicht bloß ein E - dazuschreiben.

  • Antwort von Kats, Donnerstag, 01.Februar, 21:07 Uhr

    Barbara, dann möchte ich mich bei Ihnen ganz herzlich entschuldigen.
    Das E habe ich überlesen.
    Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen.

Rosl, Donnerstag, 01.Februar, 12:41 Uhr

8. Wahlrecht für Frauen

Wenn ich mir hier immer die Kommentare der Frauen zu solchen Themen wie oben anschaue, muß ich befürchten, daß uns Frauen in sehr absehbarer Zeit das Wahlrecht wieder abgenommen werden wird. Der Grund: allgemeine Realitätsverweigerung und Mangel an logischem Denkvermögen.

  • Antwort von Kats, Donnerstag, 01.Februar, 13:15 Uhr

    Rosl, dass Sie uns Frauen und nicht nur den Frauendas Wahlrecht verweigern würden,
    glaube ich gerne.
    Ihre Kommentare im Forum sprechen eine " deutliche, ja unverschämte" Sprache.
    Nur gut, dass Sie hier das einzige solche " Exemplar sind.
    Die Realitätsverweigerung, das fehlende Demokratieverständnis, das fehlende
    Geschichtswissen, die unflätige Ausdrucksweise..( Gesindel usw.)..zeugt von Ihrer Gesinnung.
    Aber leider kann man sich seine Geschlechtsgenossinnen nicht aussuchen.
    Zumindest in meinem Umfeld habe ich das große Glück, nicht mit
    solchen " Menschen " konfrontiert zu sein.

  • Antwort von Maria A., Donnerstag, 01.Februar, 17:17 Uhr

    Rosl, finden Sie nicht diese Gehabe überzogen? Zur Zeit kochen Geschehnisse hoch, die keine Frau mehr beweisen kann. Als tatsächlich mal vor 30 Jahren belästigte Frau (kam damals sehr selten vor), habe ich den Spießrutenlauf damals nicht gescheut, bin (mit dem Mut der Verzweiflung) vor Gericht als Zeugin aufgetreten. Es war eine schreckliche Zeit, es hat mehrere Jahre gedauert, ehe ich nicht mehr erschrak, wenn ich Schritte hinter mir hörte. Und auch wieder so weit war, mich nicht angegafft zu fühlen im Ort. Weil man gern der Frau eine Mitschuld gibt, also natürlich nicht offen...Ich hätte aber keine Selbstachtung mehr gehabt, hätte ich geschwiegen. Ich finde es richtig, den Mund aufzumachen, sich zu wehren. Aber bitte - nicht erst nach 30 oder 40 Jahren!

  • Antwort von Kats, Donnerstag, 01.Februar, 21:19 Uhr

    Maria A.
    Dann haben Sie aber sicher auch mitbekommen, dass es viele Frauen gibt, die aus Scham schweigen,
    oder der Vergewaltiger z.B der Bürgermeistersohn war.( bei meiner Freundin)
    Diese Frauen haben erst den Mut, wenn sich viele Frauen äussern.
    Und wollen wir uns wirklich anmaßen, Frauen vorzuschreiben, Frauen zu verurteilen,
    weil sie den Mut nicht haben.
    Ich habe in diesem Forum auch schon mal geschrieben, dass ich viele Anwälte kenne" jeder
    sagt, seiner Tochter würde er ein Gerichtsverfahren nicht zumuten."
    Da wird man als Opfer schnell zur Schuldigen, der Lebenswandel nicht einwandfrei,
    der Rock zu kurz und so weiter und so fort...Das ist die traurige Realität.
    Bei Jungen war es doch das Gleiche, Sie haben ein Leben unter dem Missbrauch gelitten, bis
    sich endlich Männer getraut haben, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Barbara, Donnerstag, 01.Februar, 11:37 Uhr

7. Diese spanischen Wortfetzen sind kein Gedicht, sondern

bestenfalls eine Geschmacksverirrung. "Avenida" heißt auf Deutsch "Straße" (und nicht nur Allee). Auf Deutsch heißen diese spanischen Wortfetzen soviel wie "Straßen-Weiber". Und derjenige, der diese Gestalten bewundert, ist auf Deutsch ein Zuhälter. Mit Dichtung hat so ein verbaler Müll nichts zu tun. Lyrik sieht anders aus.

  • Antwort von Bürgerin, Donnerstag, 01.Februar, 18:04 Uhr

    Naja, BEWUNDERUNG Frauen gegenüber ist in der Gefühlswelt eines Zuhälters wohl eher ein randständiges Phänomen. ;-)

thorie, Donnerstag, 01.Februar, 11:16 Uhr

6. der berliner femen-asta

bemängelt, dass mann frauen nicht mehr anschauen darf!

ok ok ---warum kaufen die sich dann immernoch teure klamotten?
nur für sich selbst?

dann sollen sies lassen.
wenn sie das für ihr schwaches ego brauchen.... dann bitte nur für selbsthilfegruppen und zuhause !

  • Antwort von Kats, Donnerstag, 01.Februar, 11:30 Uhr

    thorie
    Dazu kann ich nichts finden !
    Genaue Quellenangabe !
    Ihre Verallgemeinerung können sie zumindest unterlassen.
    Genau dass ist es, was Frauen bemängeln, alle zu verunglimpfen !

  • Antwort von thorie, Donnerstag, 01.Februar, 11:36 Uhr

    @kats

    verallgemeinern?
    von allen männern , die frauen nachschauen..... erlaubt, oder nicht !

    na klar--die frau vo heute trägt nur nen mini, weil SIE sich darin WOHLFÜHLT !
    verallgemeinern ist femen-sache!

  • Antwort von thorie, Donnerstag, 01.Februar, 11:41 Uhr

    schön kats

    wenn du nichts findest.... muss es wohl falsch sein !

  • Antwort von Kats, Donnerstag, 01.Februar, 12:39 Uhr

    thorie
    Eine Frau trägt Mini, wenn sie es will. Ich bezweifle sehr, dass sie das tut um Ihnen zu gefallen.
    Sie tragen Hosen um als Mann " durchzugehen" ?
    Mehr gibt es bei solchen Usern nicht mehr zu sagen.
    Im wirklichen Leben bleibt mir das Gott sei dank erspart.