30

Polsterbräu Stadt Waischenfeld rettet Gasthaus vor NPD-Funktionär

Die Stadt Waischenfeld (Lkr. Bayreuth) hat heute den leerstehenden Brauerei-Gasthof "Polsterbräu" mit dazugehörigem Grundstück gekauft. Der daran interessierte NPD-Funktionär bekommt nur das Braurecht der "Polsterbräu".

Von: Christine Scherm/Claudia Stern

Stand: 02.02.2018

Leerstehender Brauerei-Gasthof Polster-Bräu in Nankendorf (Lkr. Bayreuth). | Bild: BR-Studio Franken/Claudia Stern

Die Stadt Waischenfeld (Lkr. Bayreuth) hat heute (02.02.18) mitgeteilt, dass sie den leerstehenden Brauerei-Gasthof "Polsterbräu" und das zugehörige Grundstück in Nankendorf überraschend schnell kauft. Der NPD-Funktionär, der das Wirtshaus eigentlich erwerben wollte, erhält nun lediglich das Braurecht der "Polsterbräu".

Keine Probleme mit der Finanzierung

Die Stadt könne die entsprechenden Gelder selbst aufbringen und brauche keine Fördergelder, sagte Bürgermeister Edmund Pirkelmann (Bürgerblock Breitenlesau-Siegritzberg) dem Bayerischen Rundfunk. Die nötigen Gelder für den Kauf könnten im städtischen Haushalt 2018 eingestellt werden, ohne dass es Probleme mit den Finanzhilfen des Freistaats Bayern gebe, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Der Grund: Im Haushalt sind höhere Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen, Einkommenssteuer und Gewerbesteuer zu erwarten.

Waischenfeld will keine rechtsextremen Gruppierungen

Mit dem Kauf will die Stadt Waischenfeld verhindern, dass rechtsextreme Gruppierungen in der Region Fuß fassen. "Der Gefahr, dass sich rechtsextremistische Strukturen in der Region ansiedeln beziehungsweise festigen könnten, konnte daher nach Meinung des Stadtrates und der Sicherheitsbehörden nicht anders begegnet werden, als die Immobilie zu erwerben", heißt es wörtlich.

Stadtrat-Termin sei Formsache

"Wir haben die Genehmigung vom Landratsamt Bayreuth doch schneller bekommen, als gedacht. Freitagmittag hatten wir schon den Notartermin", so Pirkelmann. Am kommenden Dienstag (06.02.18) ist der Kauf des Gasthauses trotzdem Thema im Waischenfelder Stadtrat. Das sei nur noch reine Formsache, so der Bürgermeister.

Zukunft des Gasthofs noch ungewiss

Was nach dem Kauf mit Immobilie und Grundstück passieren soll, steht derzeit noch nicht fest. Die Stadt wolle die "Polsterbräu" wieder zugänglich machen, erklärt Pirkelmann. Eine touristische Nutzung sei denkbar. Im Gespräch war bereits, das Gasthaus zu sanieren und für Touristen zur Verfügung zu stellen, die nur eine Nacht bleiben wollen. Möglicherweise wird das Gebäude auch verpachtet oder weiterverkauft.


30

Kommentare

Inhalt kommentieren

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend.

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Alexander Wilhelmi, Montag, 05.Februar, 17:35 Uhr

7. Legendenbildung?!

"Interessante" Theorien hier! Vermute mal, die Neonazi-Schergen sind aufgerufen, diesen Blödsinn vom "Hochtreiben der Immobilienpreise" zu lancieren. Nein. Es ist schon gut so, dass die Stadt einspringt. Möge der rechte Mob lange nach geeigneten Immobilien suchen und nie welche finden!

  • Antwort von Bert Brech, Montag, 05.Februar, 18:54 Uhr

    Nach einer Faschismus-Definition Mussolinis "bestimmt der Staat, WER wirtschaftlich erfolgreich sein darf und wer nicht".

    In "unserer wehrhaften Demokratie" kann man das selbstverstaendlich nicht mit "Faschismus" vergleichen, gehoert diese Art "staendige Wachsamleit" doch zu den "demokratischen Besonderheiten der Bundesrepublik", welche sich im "freiesten Staat der deutschen Geschichte" automatisch aus "unserer dunklen Vergangenheit" ergeben, gelle? /;=)

Harald, Montag, 05.Februar, 13:24 Uhr

6. Selten dämlich

Haha... hat der Trick der Nazis wieder funktioniert - überteuerter Verkauf einer Schrottimmobilie durch vorgetäuschtes Interesse. Vermutlich machen Eigentümer und Scheinkäufer halbe-halbe

Bert Brech, Sonntag, 04.Februar, 09:46 Uhr

5. Ein glorreicher Sieg fuer unsere ruhmreiche Demokratie!

Na, dann kann die "zivilcouragierte" Stadt das Gebaeude ja demokratisch kontrolliert verfallen lassen.
Solche hysterischen Reaktionen sind ein guter Grund fuer Denkmalschuetzer, ueber Kontaktpersonen in der "Nazi-Szene" nachzudenken, anstatt sich mit kleinkarierten Land- und Stadtraeten wegen "der Kosten" zu streiten.
Man "zaubert" zu gegebener Zeit einen Kaufinteressenten mit Buerstenhaarschnitt und Sturmriemen aus dem Hut - und schon sind die bauhistorisch wertvollen Haeuser gerettet! /;=)

Mediennutzer, Samstag, 03.Februar, 17:11 Uhr

4. Wunderbarer Schmunzel-Beitrag. Danke!

Was für ein Glück für das Gasthaus!

  • Antwort von Bert Brech, Sonntag, 04.Februar, 09:50 Uhr

    Das wird sich erst noch zeigen.
    "Demokratischer Verfall" scheint den meisten Entscheidungstraegern aus dem Konsensmillieu immer noch lieber zu sein als nationaler Aufbau.

  • Antwort von Alexander Wilhelmi, Montag, 05.Februar, 22:10 Uhr

    Was bitte bezeichnen Sie als "Konsensmilieu"? Gefällt mir gut. Genauso wie "Gutmensch". Bin ich auch gerne! Und: "Nationaler Aufbau" - was könnte das sein?

Wolfgang, Freitag, 02.Februar, 19:18 Uhr

3. So kann man Grudnstückspreise hochtreiben.

1. Suche einen "Nazi" der durchblicken lässt er wäre interessiert.

2. Nenne einen deutlich hohen Preis für die "Schrottimmobilie" samt Liegenschaft.

3. Entweder über Vorkaufsrecht oder als Argumenten zugänglicher einsichtiger Bürger kassiere von der Stadt den hohen Erlös....

  • Antwort von Alexander Wilhelmi, Montag, 05.Februar, 22:19 Uhr

    Bekommen Sie wenigstens dafür, dass Sie diesen hahnebüchenden Unsinn posten?