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Nach sechs Jahren Sanierung Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth feierlich wiedereröffnet

Nach sechs Jahren Sanierung und Kosten von rund 30 Millionen Euro hat das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth seine Tore wieder geöffnet. Zum Festakt waren zahlreiche Gäste aus Politik, Kultur und Adelshäusern geladen.

Stand: 13.04.2018

Der Zuschauerraum des Markgräfischen Opernhauses Bayreuth bei der Wiedereröffnung am Donnerstag (12.04.18). | Bild: BR

Nach jahrelanger, aufwendiger Sanierung ist das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth am Donnerstag (12.04.18) mit einem Festakt wieder eröffnet worden. Rund 460 Gäste feierten am Abend das Unesco Weltkulturerbe. Auf der Gästeliste standen neben Politikern und lokalen Bekanntheiten auch Kulturschaffende wie Festspielleiterin Katharina Wagner, Festspiel-Dirigent Christian Thielemann und mehrere Adelshäuser.

30 Millionen Euro für ein "goldenes Zeitalter" in Bayreuth

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bedankte sich in seiner Festrede bei den Restauratoren. Er habe großen Respekt vor ihrer Arbeit, die verschiedenen Farbschichten in mühevoller Kleinarbeit abzutragen. Nun erstrahle das einzigartige Barocktheater wieder in hellem Lindgrün und gold, so wie zu Wilhelmines Zeiten, betonte Söder.

"Bayreuth erwartet ein goldenes Zeitalter. Mit dem Richard-Wagner-Festspielhaus und dem Opernhaus hat Bayreuth die geballte Kultur. Das gibt es in der Art nirgendwo sonst auf der Welt."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU)

Er wolle Bayreuth weiter als kulturelles Zentrum etablieren – nicht nur mit dem Opernhaus. Zudem versprach er, dass der Freistaat auch am Grünen Hügel kräftig in die Sanierung investieren werde. In die Bauarbeiten des Opernhauses hatte der Freistaat Bayern in den vergangenen sechs Jahren etwa 30 Millionen Euro gesteckt.

Keine Konkurrenz zwischen Bayreuths Opernhäusern

Festspielleiterin Katharina Wagner sprach im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk von einem "Prunktsück in Bayreuth und für Bayreuth". Das Opernhaus habe nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen architektonischen Stellenwert. Auf die Frage, welches der beiden Opernhäuser "schöner" sei, antwortete sie: "Man kann die Häuser nicht miteinander vergleichen. Das Opernhaus ist sehr prunkvoll. Das ist im Festspielhaus anders. Es ist ja kein Gehemnis, dass Richward Wagner weniger Prunk wollte, dass man sich voll auf die Kunst konzentrieren kann. Aber 'schöner' ist ein schwieriger Begriff."

Zur Wiedereröffnung wurde die Oper "Artaserse" von Johann Adolph Hasse gespielt, die auf Wunsch von Marktgräfin Wilhelmine schon zur Einweihung des Opernhauses im Jahr 1748 gezeigt worden war.

Öffentlichkeit freut sich auf das Weltkulturerbe

Die Wiedereröffnung des Opernhauses sorgte weltweit für Aufsehen. Sogar Journalisten der New York Times waren nach Bayreuth gekommen, um vom neu eröffneten Weltkulturerbe zu berichten. Auch viele schaulustige Bayreuther waren vor dem Opernhaus erschienen, um ähnlich wie bei den Festspielen im Sommer einen kurzen Blick auf die Promis zu erhaschen.

"Sechs Jahre war es ja für die Öffentlichkeit geschlossen. Jetzt freue ich mich auf mein erstes Konzert im frisch restaurierten Opernhaus", sagte eine Bayreutherin im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunkt. Die Oper "Artaserse" wird am Wochenende zwei Mal aufgeführt. Am kommenden Dienstag (17.04.18) öffnet das Opernhaus ganz offiziell seine Türen für die Öffentlichkeit. Dann beginnen die "Residenztage".

Zwei Wochen lang gibt es besondere Themen-, Musik- und Familienführungen, Workshops, Konzerte und Theateraufführungen im Opernhaus. Das Weltkulturerbe ist dann jeden Tag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr geöffnet. Alle 45 Minuten ist eine Multimedia-Show zu sehen. Danach können Besucher das Haus auf eigene Faust erkunden.


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Wolfgang, Montag, 16.April, 12:02 Uhr

2. 270 Jahre alt und man kann Opern und Konzerte aufführen....

Warum erfüllt das Gasteig in München nicht mehr die Anforderungen als Konzertsaal? Das ist nur 35 Jahre alt..

Tamino, Sonntag, 15.April, 11:11 Uhr

1. Söders Hohlphrasen

Zitat- "Bayreuth erwartet ein goldenes Zeitalter. Mit dem Richard-Wagner-Festspielhaus und dem Opernhaus hat Bayreuth die geballte Kultur. Das gibt es in der Art nirgendwo sonst auf der Welt." O-Ton Söder
Was für eine hohle Phrase eines kulturell ungebildeten Menschen.
Z.b. Berlin hat drei Opernhäuser, Daniel Barenboim, die Berliner Phiharmoniker, Museumsinsel und vieles mehr. Auch München, Hamburg und andere Spiel- und Kulturstätten in Deutschland haben internationalen Rang.
Also Herr Söder, bleiben Sie doch einfach auf dem schwarz-braunen bayrischen Teppich und kommentieren besser Ihr kulturloses CSU Terrain , das Bierzelt .

  • Antwort von Boudica, Montag, 16.April, 00:37 Uhr

    Wenn Sie die Groesse /Kleinheit gemessen an der Einwohnerzahl Bayreuths mit in Betracht ziehen, was mM nach nicht unterlassen werden darf, kann man Herrn Soeder nur recht geben. Oder meinen Sie nicht?

  • Antwort von Tamino, Montag, 16.April, 15:59 Uhr

    Nein, da kann ich Ihnen nicht Recht geben.
    Bayreuth ist kulturell trotz Festspiele ein Fliegengewicht. Das hat auch nichts mit der Größe einer Stadt bzw. Örtlichkeit zu tun.
    Die Bayreuther Festspiele sind nach wie vor zu Recht umstritten. das hat weniger mit der Musik Wagners zu tun, sondern mit dem Umgang des Wagnerclans während des Nationalsozialismus! Die gegenwärtigen Festspiele sind im Gegensatz zu Salzburg provinziell, langweilig und völlig zu seichter effekthaschender Oberfächlichkeit verkommen. Oder sehen Sie sich die Schwetzinger Festspiele an, diese haben mehr Esprit und kulturellen Mut. Allerdings, Schwetzingen hat nur halb so viele Einwohner als Bayreuth. Söders Aussage ist eine CSU-typische großmannsüchtige Hohlphrase.