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Neue Ausstellung Judentum in Buttenheim

Die 2.000 Seelen Gemeinde Buttenheim im Landkreis Bamberg feiert ihr 900-jähriges Ortsjubiläum. Mit der Sonderausstellung "Judentum in Buttenheim" soll auch die jüdische Geschichte des Orts beleuchtet werden.

Von: Heiner Gremer

Stand: 14.03.2018

Ausstellung: Judentum in Buttenheim | Bild: BR-Studio Franken/Heiner Gremer

Zu den berühmtesten Söhnen Buttenheims zählt der Auswanderer und Jeans Erfinder Levi Strauss. Er war Jude, wie zu den Hochzeiten im Jahr 1820 jeder fünfte Einwohner der Gemeinde. Mit der Sonderausstellung "Judentum in Buttenheim" beleuchtet das Buttenheimer Levi Strauss Museum die 500-jährige jüdische Geschichte des Orts.

Überblick über die jüdische Geschichte

Die Besucher erwartet ein Überblick über die jüdische Geschichte in Buttenheim von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis 1939, als die letzte jüdische Familie auf der Flucht vor der Verfolgung durch das NS Regime in die USA ausgewanderte. Zu den letzten beiden jüdischen Familien aus Buttenheim gebe es übrigens bis heute regen Kontakt, so Museumsleiterin Tanja Roppelt.

Leben auf 65 Quadratmetern

Das  Landjudentum bestand meist nicht aus wohlhabenden Gemeindemitgliedern. Auch die Familie Strauss schlug sich mehr schlecht als recht durch. Levis Vater verkaufte als Hausierer Kurzwaren und versuchte damit sich und seine Frau sowie die sieben Kinder durchzubringen. In Buttenheim lebte die neunköpfige Familie auf 65 Quadratmetern.

Eigener Rabbi in Buttenheim

In der 500-jährigen Geschichte des Judentums in Buttenheim kam es den Quellen nach Mitte der 1920er Jahre zu ersten Übergriffen, Einschränkungen und Bedrohungen durch die Nationalsozialisten. Davor waren Synagoge, katholische und evangelische Kirche auch räumlich nah beieinander, so Roppelt. Es gab einen jüdischen Friedhof, ein Ritualbad, eine Religionsschule mit eigenem Lehrer und zeitweise sogar einen eigenen Rabbi in Buttenheim.

Abwanderung im 19. Jahrhundert

Mitte des 19. Jahrhunderts schrumpfte die jüdische Gemeinde durch Abwanderung auf wenige Familien zusammen, die wiederum viele Jahre lang fest ins Buttenheimer Gemeinde- und Vereinsleben integriert waren. Neben Schautafeln – viele Exponate gingen in der NS Zeit verloren, oder wurden zerstört – zeigt die Ausstellung ein großes Ortsmodell. Die Häuser, die von jüdischen Familien bewohnt waren, sind  hervorgehoben, so Roppelt.

Jüdisches Alltagsleben

Ergänzt wird die Ausstellung zum jüdischen Leben in Buttenheim durch einen Ausstellungteil, der vom Lehrstuhl für Judaistik der Otto-Friedrich Universität Bamberg erstellt wurde und zahlreiche Ausstellungstücke bietet. Es behandelt das Thema "Was Sie schon immer einmal über das Judentum wissen wollten" und macht das jüdische Alltagsleben Erwachsenen und Kindern zugänglich.

Ausstellung bis 2019

Die Sonderausstellung "Judentum in Buttenheim" wird bis Januar 2019 zu sehen sein. Das Museum ist im Geburtshaus von Levi Strauss untergebracht. Seit September 2000 beherbergt das kleine Fachwerkgebäude das inzwischen mehrfach ausgezeichnete Levi Strauss Museum.


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