6

Großstadt aus der Eisenzeit Archäologen graben keltische Toranlage auf dem Staffelberg aus

Archäologen graben derzeit zusammen mit Freiwilligen aus der Region nach keltischen Fundstücken auf dem Staffelberg. Im 1. Jahrhundert vor Christi Geburt unterhielten die Kelten dort eine regelrechte Großstadt.

Von: Heiner Gremer

Stand: 13.04.2018

Eine Computersimulation der rekonstuierten Toranlage verdeutlicht die Größenverhältnisse | Bild: Dr. W. Hegel

Das keltische "Oppidum", also die befestigte Siedlung, auf dem Staffelberg konnte durch eine aufwendige Toranlage betreten werden. Derzeit legen Archäologen dieses sogenannte Zangentor aus dem 1. Jahrhundert vor Christus frei und sichern die Überreste.

Toranlage soll rekonstruiert werden

Die Grabungen an dem sieben Meter breiten Tor werden voraussichtlich bis zum Herbst dauern. Im kommenden Jahr soll dann auf den Grundlagen ihrer Ergebnisse eine Rekonstruktion des Tors für die vielen Besucher des Staffelbergs entstehen, sagte der Lichtenfelser Landrat Christian Meißner (CSU) dem Bayerischen Rundfunk. Bereits jetzt würden die Bayerischen Staatsforsten Eichen schlagen, deren Holz später für die Rekonstruktion der Toranlage verwendet werden soll.

Keltische "Großstadt"

Ein Teil der Ausgrabung am Fuß des Hochplateaus

"Das soll kein Kelten-Disneyland werden", so Landrat Meißner, aber es soll den Besuchern zeigen, wie wichtig die keltische Geschichte am Obermain ist. Tatsächlich handelt es sich auf dem Staffelberg laut Grabungsleiter Markus Schußmann um eine bedeutende keltische Siedlung mit mehreren Tausend Bewohnern – nach damaligen Maßstäben also eine Großstadt.

Bereits nach einer Woche Grabungsarbeiten habe man zahlreiche Scherbenfunde gemacht, so Schußmann. Rund 40 interessierte Laien aus der Region, die sich freiwillig gemeldet haben, helfen bei den Grabungen. Außerdem sollen Schulklassen und Gruppen die Grabungsstelle besuchen können.

Kosten von rund einer Million Euro

Der Landkreis Lichtenfels lässt sich die Arbeiten rund 200.000 Euro kosten. Zusammen mit den Rekonstruktionen werden wohl Kosten von rund einer Million Euro entstehen. Das EU-Leader-Programm und die Oberfrankenstiftung fördern die Maßnahme.


6

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Barbara, Freitag, 13.April, 19:37 Uhr

4. Die Kelten waren noch unzivilisierte Leute.

Die Deutschen, bzw.hier die Oberfranken wurden durch die Iren, insbesondere durch den Hl. Patrick und den Hl. Bonifatius christianisiert und zivilisiert. Zum Zeichen der Christianisierung stellte man an Orten, wo ehemals vorchristliche Kulte stattfanden, ein Kreuz auf.

Horus, Freitag, 13.April, 18:26 Uhr

3. An den Landrat

Sehr geehrter Herr Landrat Meißner,
ich finde es höchste Zeit, dass sich gerade der Landkreis Lichtenfels auf seine hervorragende keltische Geschichte beruft und dem Staffelberg seine ursprüngliche Bedeutung zurückgibt. Dazu gehört für mich auch die Erntfernung des unsäglichen christlichen Leuchtkreuzes, das weithin sichtbar macht, dass die Kirche diesen Ort für sich beansprucht. Solche Glaubensäußerungen und ideologischen Beschlagnahmungen von historischen Orten sollten Sie in Ihrem Landkreis unterbinden und wieder beseitigen. Ich denke da auch an die völlig deplazierte Aufstellung eines Kreuzes auf der Burgruine Niesten bei Weismain vor einigen Jahren, nachdem diese vom Baumbewuchs befreit und ihre historische Bedeutung durch Tafeln vor Ort dokumentiert wurde. Es müssen endlich diese christlichen Übergriffe auf die allen gehörende Natur und Kultur aufhören! Andernfalls kann jede andere Ideologie dasselbe Recht für sich beanspruchen. Schon mal überlegt, wo wir da hinkommen?

  • Antwort von Schorsch, Freitag, 13.April, 18:55 Uhr

    Horus, Daumen hoch. Wenn die eifrig Glaubenden wissen würden, wie die Menschenopfer der alten Kelten und Germanen abliefen, würden sie sich dort ohnehin nicht mehr hintrauen und schon gar keine römischen Marterinstrumente dort hinkarren.

  • Antwort von noch-csuler, Freitag, 13.April, 21:15 Uhr

    Die Kelten hatten,im Gegensatz zu den Germanen eine Hochkultur,wie sich bei den Ausgrabungen eines keltischen und germanischen Dorfes bei Seligenstadt ergab.
    Ihre Ansichten waren zB bei der Stellung der Frau selbst den mediterranen Kulturen weit voraus, wie sogar Caesar zugeben musste.
    Die Menschenopfer waren, wenn es sich nicht um römische Propaganda handelt, Selbstopfer (siehe Lindlow Man).
    Die christliche Kirche hat schon immer heidnische Heilitümer überbaut,so auch bei St Gunthildis,auch "Sechzehnheiligen" genannt.

Mani, Freitag, 13.April, 17:35 Uhr

2.

Mich würde interessieren, ob in einigen Hundert oder Tausend Jahren die Menschen,
falls es noch welche gibt, unsere Mülldeponien, Zwischen- und Endlager ausgraben?

Rosl, Freitag, 13.April, 17:11 Uhr

1. So was, ich dachte, wir hätten ...

ein christlich-jüdisches Erbe und jetzt plötzlich Kelten?! Kann das jemand auch den Herren Seehofer und Dobrindt sagen, die kürzlich nichts von unserer germanisch-keltisch-slawischen Vergangenheit wissen wollten?

  • Antwort von Selim, Freitag, 13.April, 17:30 Uhr

    Stellen Sie sich vor: vor den Kelten waren die Neanderthaler hier!
    Blöd daher reden kann Jeder.
    Sollte dann aber wenigstens witzig sein und nicht nur Lücken im Wissen offenbaren..

  • Antwort von Rosl, Freitag, 13.April, 17:45 Uhr

    Und vor den Neanderthalern war es der Homo erectus. Ich kann auch darin kein Erbe aus der mesopotamischen Wüste, so wie es andere sehen, erkennen. Und schon gar keines aus Kleinasien.

  • Antwort von Schorsch, Freitag, 13.April, 18:46 Uhr

    Ja, Rosl, der Homo erectus war der aufrechtgehende Mensch, heute hat sich das geändert, jetzt rennen hier nur noch Katzbuckler und Bückbeter herum.