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Studie des regionalen Planungsverbandes Wohnungsbau in München hinkt weiter hinterher

In der Region München sind in den letzten Jahren jeweils um die 30.000 Menschen po Jahr dazu gekommen. Doch obwohl in den letzten Jahren jeweils etwa 12.000 Wohnungen in der Stadt München und den umgebenden acht Landkreisen gebaut werden, reichen die Wohnungen nicht aus.

Von: Anton Rauch

Stand: 18.04.2018

Etwa die Hälfte der 12.000 neuen Wohnungen sind in der Stadt München gebaut worden, die andere Hälfte in den Landkreisen um München.

Um den Bedarf zu decken wären etwa 15.000 Wohnungen nötig, sagt Christian Breu der Geschäftsführer des Planungsverbandes München. Laut Studie wächst die Bevölkerung in der Region München bis 2035 nocheinmal um 350.000 Menschen. Es müssten deshalb dringend mehr Wohnungen gebaut werden. Doch das sei problematisch, weil es inzwischen an Flächen fehlt und es oft Widerstand gegen neue Baugebiete gibt. Deshalb müsse dichter und höher gebaut werden, so Christian Breu. Aber auch andere Maßnahmen wie Umstrukturierungen seien wichtig.

"Wir haben in der Region eine ganze Reihe von militärischen Liegenschaften in denen noch viel Platz ist, denken sie an Fürstenfeldbruck, an Erding an Penzing, wo es ehemalige Militäranlagen gibt, die aufgegeben werden in den nächsten Jahren und es ist weiter nötig, in die Fläche zu gehen. Wir brauchen alle drei Varianten."

Christian Breu

Stadt München und Umland gefordert beim Wohnungsbau

Laut Breu stehen die Stadt und die Umlandgemeinden von München in der Verantwortung, denn das Bevölkerungswachstum hält wegen der guten wirtschaftlichen Lage an. Vor allem junge Erwachsene ziehen nach München. Auch wenn inzwischen mehr über 50-Jährige wegziehen, nimmt die Bevölkerung in der Region deshalb weiter stark zu.

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche in der Region ist von 1980 bis 2016 von 11,4 Prozent auf 17,6 Prozent gestiegen. Das bedeutet: Wohnungen, Gewerbe, Straßen und Erholungsflächen haben stark zugenommen. Den größten Anteil hat davon das Wohnen.

Effizienz: Fläche pro Einwohner sinkt im Raum München

Weil in München dichter gebaut wird und das Bevölkerungswachstum stark war, hat sich die Verkehrsfläche pro Einwohner von 233 Quadratmeter 2008 auf 228 Quadratmeter 2016 reduziert. In diesem Sinne wurde die Effizienz der Flächennutzung verbessert.

Das heißt auch, dass die durchschnittliche Wohnfläche in der Region München pro Einwohner deutlich geringer ist, als im Umland und im übrigen Bayern. In München leben 50 Prozent Singlehaushalte.

Mehr Flexibilität beim Bauen ist nötig

Für Christian Breu ist es deswegen unerlässlich, dass auch flexible Häuser und Wohnungen gebaut werden, die von unterschiedlichen Mietern genutzt werden können.


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Squareman, Mittwoch, 18.April, 14:22 Uhr

8. Bezahlbar

Selbst wenn Wohnungen gebaut werden heißt das noch lange nicht das die auch bezahlbar sind. Haben nicht die Kommunen und der Staat Bayern vor nicht allzulanger Zeit Wohnungen geradezu verschleudert? Die Politik ermöglicht es seit Jahren Investoren mit Wohnungen satte Renditen einzufahren und jetzt wundert man sich, das ist scheinheilig. Die "Mietpreisbremse", das Feigenblatt der Regierung, macht auch genau das was sie soll, nämlich nichts.

Chiemgauer, Mittwoch, 18.April, 13:52 Uhr

7. Wenn die Häuser einfach zu klein sind

Tja das kommt davon, wenn man so wie in München nur bis zu einer bestimmten Höhe bauen darf. Ist doch logisch, wenn nicht in die Höhe, dann in die Breite. Und die ganzen Flächenfraß Fetischisten kommen selber nicht drauf, dass man was ändern muss. Wenn man eben nicht höher als 100 Meter bauen darf (genau genommen 98,57 Meter Frauenkirche) dann wird man in der Zukunft noch mehr Probleme haben.

  • Antwort von Didier, Mittwoch, 18.April, 14:13 Uhr

    Und noch mehr Beton-, Glas-, Alu-Häßlichkeiten, auch noch weithin sichtbar? Wann wird dem menschlichen Größenwahn endlich EInhalt geboten?

  • Antwort von Kritikwürdig , Mittwoch, 18.April, 20:44 Uhr

    Nicht auch noch in die Höhe bauen.
    Mann kann es ja bestes in Frankfurt sehen, in die Höhe bauen nur die Banken, reiche Wirtschaftsunternehmen u. der Luxuswohnungsmarkt. Für den Rest wird weiterhin in der Fläche gebaut, Frankfurt ist ein Alptraum an Hässlichkeit, Schattenwurf und Verkehrskollaps.
    Für Münchrn würde es ja schon helfen, wenn die Häuser grün würden. 2- 3 m Erde auf die Dächer und Bäume und Grün drauf.
    Ansonsten bleibe ich dabei, den Wohnraum nicht mehr durch weitere Naubauten auf Grünland vermehren, sondern nur noch durch Sanierung oder Ersatz von Abrisshäusern!

Münchner Bürger, Mittwoch, 18.April, 11:56 Uhr

6. Zuzug

München und Umland platzen aus allen Nähten, während es in anderen Bundesländern und Städten genügend Wohnraum gäbe. Schon jetzt ist "Kommunikation" oft nicht möglich, will man über etwas Auskunft erhalten. Eine sanfte Umverteilung ist dringend notwendig, auch bei Firmen, die sich hier ansiedeln wollen. Das wäre für "schwächere" Standorte und deren Bewohner sicher förderlich. Die Attraktivität von Bayern geht verloren, wenn die Umwelt immer mehr Betonwüsten weichen muss. Es ist ohnehin schon fast zu spät.Vielleicht stoppt es dann auch den Mietwucher, unter dem hauptsächlich die Alteingesessenen zu leiden haben.Doch die Politik handelt nicht und wenn, dann halbherzig oder kontraproduktiv. Diese Herrschaften leben sicher nicht mit dem Damoklesschwert der nächsten Mieterhöhung über dem Kopf und dem damit verbundenen Abstieg. Aber ich gebe zu, auch sie können wenig gegen Geldgier ausrichten. Zukunftsangst ist auf dem Vormarsch.

Didier, Mittwoch, 18.April, 11:16 Uhr

5. Gewerbeansiedlung

Man sollte das mit der Gewerbeansiedlung mal für eine Zeit lang zentralisieren und für ganz D gescheit planen. Während in Hunsrück, Franken, Ostdeutschland ganze Dörfer aufgegeben werden müssen, Häuser abgerissen werden, wird eine Stadt wie München und sein Umland schon bald den Verkehrsinfarkt sterben, pendeln wird weiter zunehmen, Wohnungsnot wird wohl bleiben, Zersiedelung steigt, Flächenversiegelung nimmt zu usw. Es muss mal Schluss sein mit diesen Steuersparmodellen für Unternehmen: "Kommste in meine Stadt, musste weniger Steuern zahlen als woanders". Ich finde, das muss deutschlandweit einheitlich geregelt werden. Schluss mit der Kleinstaaaterei.
Diese großstädtische Konzentration sollte endlich aufhören. Am besten wäre es, wenn man Großstädte wieder auf ein gesundes Maß zurechtstutzt.

Münchner, Mittwoch, 18.April, 11:14 Uhr

4. Das ist politisch gewollt,

weil es Lobbyinteressen befriedigt.

  • Antwort von qw, Mittwoch, 18.April, 12:23 Uhr

    Ja, so ist es und man will an die Grundstücke der letzten Landwirte kommen!
    Warum baut man nicht, wie anders in der Welt, endlich dann in die Höhe!
    Z.B. auf dem riesigen Gelände der Allianz-Arena!?
    Sich über Platzmangel beschweren und dann solch ein Flächenfraß für ein Stadion, was den Wohnungssuchenden gar nichts bringt!