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Zwischen Verbiss und Waldverjüngung Wie viel Wild muss erlegt werden?

Es ist ein ewiger Streit: Wie viel Wild muss wirklich erlegt werden, damit junge Bäume im Wald eine realistische Überlebenschance haben? Grundlage für die offiziellen Abschussempfehlungen ist ein Baumverbiss-Gutachten, das alle drei Jahre erstellt wird.

Von: Tanja Gronde

Stand: 08.03.2018

Jäger mit Hund im Wald | Bild: Bayerischer Rundfunk 2017

Derzeit sind die Förster mit Wäscheklammern unterwegs. Sie markieren damit  junge Bäume, schauen, ob es Verbissschäden gibt - und wenn ja wie stark. 1991 zum Beispiel waren in Oberbayern noch 34 Prozent der Tannen am Leittrieb frisch verbissen, 2015 waren es nur noch 14 Prozent. Bei Buchen ging die Quote von 25 auf zehn Prozent zurück, bei den Fichten von elf auf zweieinhalb Prozent.

Aufwändiger Verbissschutz

"Die Waldverjüngung befindet sich in Oberbayern auf einen guten Weg", heißt es im Forstministerium. Aber es gebe schon auch noch Bereiche, in denen die Verbissbelastung weiterhin zu hoch sei und junge Pflanzen nur wachsen können, wenn sie zum Beispiel mit Zäunen geschützt werden – das ist aber aufwändig und teuer.

Problemfall Hochgebirge

Besonders wichtig seien "angepasste Schalenwildbestände", so das Ministerium, im Hochgebirge – weil die Bäume dort sowieso schon langsamer wachsen.

Das Ergebnis des diesjährigen Forstgutachtens wird im November veröffentlicht.


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Uwe, Freitag, 09.März, 15:33 Uhr

3.

Wölfe wären da eine grosse Hilfe...

tell, Donnerstag, 08.März, 15:03 Uhr

2.

Die Frage ist eher, wieviele Tiere auf der Strasse überfahren werden 'müssen'?

Dorle, Dienstag, 06.März, 14:09 Uhr

1. Abschuss

Wer wissen will, wieviel geschossen werden muss, braucht nur bei den Staatsforsten nachzufragen. Dort stimmt der Abschuss und es wächst der Wald. Bei fast allen Privatwäldern ist der Wildbestand viel zu hoch. Da helfen auch die Gutachten nichts. Es fehlt an der Umsetzumg. Die Jagdgenossen sind uneinig, uninteresiert oder geschmiert. Die Jäger wollen hohe Wildbestände. Den Aufsichtsbehörden ist die Sache egal. Sie wollen keinen Ärger

  • Antwort von L. Lutz, Montag, 12.März, 00:21 Uhr

    Volle Zustimmung, es stimmt was Sie schreiben. Mancher Jagdgenosse traut sich auch nichts zu sagen, weil er - zu recht - befürchten muss in die Schusslinie, bzw. zwischen die Fronten zu geraten, unten durch zu sein. (Freizeit)Jäger sind zudem oft bestens vernetzt und so mancher Nimrod versteht auch viel von Lobbyismus.