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Verdi-Aufruf für Donnerstag Warnstreiks bei Münchner Bus, Tram und U-Bahn

Ein Nahverkehrsstreik bei den städtischen Verkehrsmitteln in München droht morgen früh den Berufsverkehr in München massiv zu behindern. Die U-Bahn ist bis acht Uhr komplett gesperrt, Tram und Bus fahren eingeschränkt.

Von: Anton Rauch und Birgit Harprath

Stand: 13.06.2018

Mann trägt Weste mit der Aufschrift "Warnstreik" | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Sprecher des Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass die Gewerkschaft verdi sowohl die Beschäftigten des Fahrdienstes, also die etwa 1.800 Fahrer von U-Bahnen, Bussen und Tram, zum Streik aufgerufen hat, als auch die Beschäftigten von Werkstätten und Verwaltung. Die Fahrer sollen in der Früh von vier bis acht Uhr die Arbeit niederlegen, Werkstattbeschäftigte von acht bis zehn Uhr. Heute wurde bereits in anderen Teilen Bayerns, in Regensburg und Augsburg gestreikt.

U-Bahn bis acht Uhr komplett geschlossen

Der Warnstreik wird zu massiven Behinderungen in der Hauptverkehrszeit führen und zehntausende Schüler und Berufstätige treffen. Laut MVG bleibt die U-Bahn geschlossen, weil auch kein geregelter Notbetrieb zu gewährleisten sei. Busse und Trambahnen werden immerhin eingeschränkt zur Verfügung stehen. Es sei aber in keiner Weise absehbar, wie viele Mitarbeiter wann und wo zum Dienst erscheinen. Auch eine ausreichende Besetzung der Leitstelle ist sei ungewiss.

Tram und Bus fahren teilweise

Sollten ausreichend Fahrer zum Dienst erscheinen, will die MVG den Betrieb aufnehmen. So hofft man bei der Trambahn die Linie 19 (Pasing – Innenstadt – Berg am Laim Bf.) und die Linie 20 (Stachus – Moosach) betreiben zu können. Weil im Busbereich etwa zur Hälfte Privatunternehmen beschäftigt sind, die an den Tarifverhandlungen nicht beteiligt sind, rechnet die MVG damit, dass es auf einzelnen Buslinien vor allem in den äußeren Stadtvierteln Münchens einen eingeschränkten Betrieb mit unregelmäßigen Takten geben wird.

Auch Nicht-Betroffene sollen streiken

Es geht um die Verhandlungen für einen neuen Tarifvertrag im bayerischen Nahverkehr TV-N. In München ist nur die Hälfte der Fahrer in diesem Tarifvertrag, die andere Hälfte ist von den Tarifverhandlungen nicht direkt betroffen. Diese Mitarbeiter sind zu einem Solidaritätsstreik aufgerufen.

Kein Streik bei der S-Bahn

Dafür habe die MVG keinerlei Verständnis, das werde die Münchner hart treffen, insbesondere auch die Schüler, so der Sprecher. Dagegen vorgehen kann die MVG allerdings nicht, da der Warnstreik rechtlich zulässig ist. Bis zum Mittag will die Münchner Verkehrsgesellschaft über Ersatzfahrmöglichkeiten informieren. Die S-Bahn wird nicht bestreikt.

Verhandlungen am Freitag

Am Freitag wird in Nürnberg weiterverhandelt über die Einkommen von rund 6.300 Beschäftigten in Bayern. Die Arbeitgeber bieten die Übernahme des Abschlusses im öffentlichen Dienst im Volumen von 7,5 Prozent für 30 Monate an. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund wollen darüber hinaus bessere Konditionen zum Beispiel für Schichtarbeiter durchsetzen.


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Kommentare

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Bad News , Donnerstag, 14.Juni, 00:24 Uhr

15. Streik

Tja, dann frohes Schaffen. Mein Mitgefühl gilt den Pendlern.

Leo, Mittwoch, 13.Juni, 20:12 Uhr

14. Gewerkschaften: Auslaufmodell des 19. Jahrhunderts

Verdi ist also 7,5 Prozent noch nicht genug? Das nennt man Raffgier! Und wenn der Egoismus einzelner dann auch noch auf dem Rücken von Schülerinnen und Schülern ausgetragen wird, die nicht zur Schule kommen, von Seniorinnen und Senioren die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, von Menschen die sich kein eigenes Auto leisten können oder aus Umweltgründen bewusst darauf verzichten - dannn wird es einfach nur noch widerlich! Für diesen Streik habe ich kein Verständnis. Ich hoffe, dass die Streikhansel den Unmut der Bevölkerung zu spüren bekommen! Die Politik sollte hier endlich tätig werden! Streiks, die nicht den Arbeitgeber sondern die Bevölkerung treffen, sollten schlichtweg verboten werden!

  • Antwort von thorie, Mittwoch, 13.Juni, 22:50 Uhr

    leo, bevor du das als Raffgier bezeichnest, solltest du nicht nur mit %en um dich werfen, sondern mal aufzeigen, um welche Gehälter es nominal geht.
    und auch um welche Arbeitszeiten und -Bedingungen.

  • Antwort von Lina, Donnerstag, 14.Juni, 09:17 Uhr

    Leo,
    dein Beitrag ist polemisch und von großer sachlicher Unkenntnis: Du weißt offensichtlich nichts über die Arbeitsbedingungen und Entlohnung des Fahrpersonals im ÖPNV - nicht nur in München. Maßt dir aber an, von "Raffgier" zu reden bei einer Forderung, die du auch noch falsch wiedergibst. Du weißt offensichtlich nichts über gesellschaftspolitische Prozesse und schon gar nichts über das Streikrecht oder Artikel 8 und 9 des Grundgesetzes. Politische Bildung? Fehlanzeige!!!
    Du hast recht, die Politik sollte endlich tätig werden und Dummheit verbieten!

  • Antwort von Gert, Donnerstag, 14.Juni, 10:15 Uhr

    @ Lina
    1. Sie weisen auf Arbeitsbedingungen und Entlohnung der Fahrer hin. Dann frage ich mich nur, wo war denn die Gewerkschaft in den letzten Jahren, die offenbar zugelassen hat, dass es sich so entwickelt. Hat man da in den letzten Jahren etwas verschlafen?
    2. Sorry, aber Augen auf bei der Berufswahl. Jeder Fahrer weiß, dass er mit Nacht- und Feiertagsarbeit zu rechnen hat. Wenn er das nicht will, dann verdammt nochmal, soll er sich einen anderen Job suchen. Mein Beruf hat vielleicht auch nicht nur Vorteile, aber die nehme ich arrangiere ich mich dann eben damit.
    3. Die MVG-Fahrer jammern im Vergleich mit Busfahrern privater Unternhemen auf hohem Niveau. Was wird der Arbeitgeber wohl nach diesem Streik machen? Man wird nach Möglichkeit bei der Besetzung offener Stellen eben noch mehr auf Fahrer von Drittfirmen zurückgreifen, anstatt Fahrer zu den bisherigen Konditionen einzustellen. Eigentor von Verdi.

  • Antwort von Lina, Donnerstag, 14.Juni, 16:03 Uhr

    @ Gert
    zu 1.
    "Die Gewerkschaften", das sind die Beschäftigten des ÖPNV (in München, Augsburg, Regensburg usw.), die sich für ihre berechtigten Interessen einsetzen und zwar mit den Mitteln, die ihnen das Grundgesetz garantiert. Dafür müssen sie sich von Ihnen und Ihresgleichen als "raffgierig" beschimpfen lassen.
    Zu 2./3.
    Verstehe, Ihnen gefällt diese schöne neoliberale Welt: Jeder ist seines Glückes Schmid. Es gibt schließlich immer jemanden, dem es noch schlechter geht, wie eben im Privaten Busgewerbe. Was ist das denn für ein Argument? Diese Beschäftigten (und nicht nur die) landen vorhersehbar in der Altersarmut!
    Ach so, die sind alle selbst schuld, weil sie einfach "verdammt noch mal" die Augen bei der Berufswahl nicht aufgemacht haben.
    Warum beschimpfen Sie eigentlich nicht die (öffentlichen) Arbeitgeber, die mit den von Ihnen beschriebenen Methoden Löhne dumpen oder die Politik, die das erst möglich macht?
    Übrigens, die MVG sucht zur Zeit 300! Fahrer...

Uboginum, Mittwoch, 13.Juni, 19:06 Uhr

13. Streikrecht

Vielleicht sollte man die Bus- und Trambahnfahrer verbeamten, dann dürfen sie nicht streiken? ;-)

  • Antwort von thorie, Mittwoch, 13.Juni, 22:40 Uhr

    Das wäre noch teurer !

blau, Mittwoch, 13.Juni, 16:19 Uhr

12.

Bitte ein bisschen ausführlicher!!!

  • Antwort von Karin Höfler, Mittwoch, 13.Juni, 20:38 Uhr

    Ich meine die VAG Nürnberg

Karin Höfler, Mittwoch, 13.Juni, 16:18 Uhr

11. Warnstreiks

Wird morgen auch in Nürnberg gestreikt?
Wer was weiß, bitte mitteilen.