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Medizintourismus-Wucher Untervermieter aus München muss Wohnung räumen

Mieter, die ihre Münchner Wohnungen zu hohen Preisen an Touristen untervermieten, sind der Stadt schon lange ein Dorn im Auge. In einem Fall, den das Amtsgericht München heute als Urteil der Woche öffentlich gemacht hat, geht es auch um gewerbliche Vermietung an Medizintouristen aus dem arabischen Raum.

Von: Anton Rauch

Stand: 13.07.2018

Blick auf den Münchner Hauptbahnhof und das Bahnhofsviertel | Bild: BR/Felix Hörhager

In dem Fall ging es um eine Einzimmerwohnung in der von Wohnungsnot gebeutelten Landeshauptstadt. Sie liegt im Münchner Hauptbahnhofviertel und verfügt über eine Kochnische, Bad, WC und Kellerabteil. Diese Wohnung hatte ein Mann schon Anfang 2016 für 1.300 Euro plus knapp 300 Euro Nebenkosten angemietet. Dann vermietete er die Wohnung weiter - an Medizintouristen aus Kuwait. Von ihnen verlangte er 150 Euro pro Tag.

Touristen riefen die Polizei

Aufgeflogen ist das Ganze, als er von arabischen Gästen Miete forderte und sie andernfalls rauswerfen wollte. Die wehrten sich, riefen die Polizei und berichteten, dass sie schon 7.500 Euro für zwei Monate gezahlt hätten. Die Version des Beklagten: Das Geld sei für eine vermietete Luxuslimousine gewesen, in der Wohnung dagegen hätten die Besucher kostenlos seine Gäste sein dürfen.

Untervermieter muss die Wohnung räumen

Das aber hielt die Richterin nicht für glaubwürdig und verurteilte den Mann dazu, die Wohnung unverzüglich zu räumen. Wegen Untermietungsverstößen und Verstößen gegen das Zweckentfremdungsverbot laufen gegen den Mann schon mehrere Verfahren. Er muss deswegen ein Bußgeld in fünfstelliger Höhe bezahlen.


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