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PFOA im Raum Altötting Ministerin Huml will künftig besser vor Gefahren warnen

Die Staatsregierung verspricht, die Bevölkerung künftig besser über möglicherweise gesundheitsschädliche Chemikalien zu informieren. Das kündigt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in einem Schreiben an den Bayerischen Rundfunk an. Sie zieht damit Konsequenzen aus der viel kritisierten Kommunikationspolitik im Fall der Chemikalie PFOA im Landkreis Altötting.

Von: Hans Häuser

Stand: 17.05.2018

Melanie Huml | Bild: picture-alliance/dpa/Matthias Balk

Die Gesundheitsministerin spart nicht mit Kritik am Altöttinger Landratsamt: Es sei  offensichtlich unterschätzt worden, welche Ängste die Untersuchungsergebnisse anonymer Blutspenderproben hervorrufen können. Das schreibt Melanie Huml auf BR-Anfrage. Die Ergebnisse, wie 2016 geschehen, nur auf der Internetseite des Landratsamts zu veröffentlichen, reicht ihr zufolge nicht aus. Vielmehr müssten die Informationen auch erläutert werden.

Studienergebnisse erwartet

Das Gesundheitsministerium will deshalb bei künftigen Untersuchungen auf eine aktive Kommunikation der zuständigen Behörden vor Ort hinwirken. Das Landratsamt Altötting verspricht auf BR-Anfrage Besserung. Die nächste Gelegenheit dazu könnte es schon im Sommer geben: Dann sollen die Ergebnisse der großen PFOA-Blut-Analyse  mit 1.000 Teilnehmern vorliegen. In Kürze können stillende Frauen im Landkreis Altötting auch ihre Muttermilch auf die möglicherweise Krebs erregende Chemikalie untersuchen lassen.

Sollen Altöttinger Mütter noch stillen?

Der BR hatte zuvor berichtet, dass Säuglinge  PFOA sehr leicht und in verhältnismäßig großen Mengen aufnehmen können. Die Landtags-Opposition fordert deshalb darüber hinaus, auch das Blut von Babys auf den Stoff zu untersuchen. Entsprechende Anträge lehnte die CSU aber vor wenigen Tagen ab. Weiterhin unklar ist, ob Mütter im Raum Altötting ihre Babys überhaupt noch stillen sollten. Eine Einschätzung der Nationalen Stillkommission wird Anfang Juni erwartet.


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