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Kundgebungen München: 2.500 Demonstranten gegen Pegida

Mit Pfiffen und Gesang haben 2.500 Menschen heute Nachmittag in München gegen eine Veranstaltung von Pegida Dresden demonstriert, die etwa 200 Teilnehmer hatte. Die Münchner Polizei zieht positive Bilanz.

Von: Martin Breitkopf, Christoph Fuchs

Stand: 17.03.2018

Demo gegen Pegida am Münchner Max-Joseph-Platz | Bild: BR / Christian Fuchs

Die Münchner Polizei zieht positive Bilanz nach drei zeitgleichen Demonstrationen von Pegida Dresden und Gegendemonstranten in München. Lediglich beim Zug der Pegida-Teilnehmer durch die Münchner Innenstadt ist es zu kleineren Vorfällen gekommen. So versuchten am Isartorplatz und an der Maximiliansstraße einige autonome Demonstranten, die Pegida-Demonstration zu stören.

Laut Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray und zum Teil Gewalt ein, um gewaltbereite Demonstranten vom stark gesicherten Zug der rund 200 Pegida-Anhänger zu trennen. Zu Festnahmen kam es aber nicht, auch wurde niemand verletzt.

Polizei lobt "München ist bunt"-Demo

Die weitaus größte Anzahl von Demonstranten versammelte sich am Marienplatz. Rund 2.500 Gegen-Demonstranten standen etwa 120 Teilnehmern der Pegida-Demonstration gegenüber. Auch hier hatte die Polizei alles jederzeit unter Kontrolle. Laut Marcus da Gloria Martins waren rund 500 Polizeikräfte rund um die drei Demonstrationen im Einsatz. Der Polizeisprecher lobte vor allem die "München ist bunt"-Demonstration, die komplett gewaltfrei verlief:

"München hat wieder einmal gezeigt, wie friedliches Demonstrieren geht."

Münchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins

Mit Lennon und Beethoven gegen Pegida

Unter dem Slogan "Pegida - das Original" waren Gründungsfiguren der Dresdner Pegida-Bewegung in die Landeshauptstadt gekommen, um gegen die Islamisierung des Abendlandes zu protestieren. Auf der Bühne sprach unter anderem Michael Stürzenberger, der als islamfeindlich gilt und vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird.

Zunächst hatten sich rund 600 Gegen-Demonstranten  zu einer "Chorprobe" auf dem Max-Josephs-Platz versammelt. Zusammen mit Oberbürgermeister Dieter Reiter sangen sie gegen Pegida an - unter anderem Partisanenlieder wie "Bella Ciao", "Imagine" von John Lennon sowie Beethovens "Ode an die Freude".

OB Reiter betont Vielfalt Münchens

Reiter betonte in einer kurzen Rede, München sei von der Vielfalt der hier lebenden Menschen geprägt und müsse sich gegen Fremdenfeindlichkeit zur Wehr setzen. Den Versuchen einer Spaltung der Gesellschaft wolle er etwas entgegensetzen.

"Es gibt genug Probleme, die gelöst werden müssen. Dazu gehört sicher nicht, dass wir ein paar neue Leute hier integrieren. Es sind eher die, die alte, dumpfe, ausgrenzende Parolen brüllen. Denen wollen wir zeigen: Das wollen wir hier nicht. Wir wollen zeigen, dass München mit einem Migrationsanteil von fast 50 Prozent und dieser schönen Vielfalt und dieser Harmonie sich nicht nehmen lassen will, friedlich und angstfrei zusammenzuleben."

Till Hoffmann, Initiator der Gegendemo


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