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Nach gescheitertem Einbruch flog die Bande auf LKA präsentiert tonnenschweren Kokain-Rekordfund

Nach dem Rekordfund von knapp einer Tonne Kokain haben Innenminister Joachim Herrmann, das Bayerische Landeskriminalamt und die Landshuter Staatsanwaltschaft über die Ermittlungen berichtet. Für die bayerischen Drogenfahnder ist es die größte Sicherstellung von Rauschgift seit Bestehen des LKA.

Von: Henning Pfeifer

Stand: 16.05.2018

PK zum Kokainfund  | Bild: BR/Henning Pfeifer

Das Kokain war in Bananenkisten versteckt von Südamerika zum Hamburger Hafen transportiert worden. Von dort wurden die Kisten zum Nachreifen der Bananen in sogenannte Reifehallen im Bundesgebiet verteilt. Durch Einbrüche in diese Hallen holte sich die Bande das Kokain aus den Kisten. Ein solcher Einbruch in die Reifehalle in Eitting im Landkreis Erding scheiterte, das Kokain blieb in den Bananenkisten.

Kokain in den Bananenkisten

So gelangten im vergangenen September mit Kokain gefüllte Kisten in zehn bayerische Supermärkte, sagte Kriminaldirektor Jörg Beyser. Insgesamt kamen knapp 200 Kilogramm der Droge unter Bananen zum Vorschein. Für die Drogenfahnder von Zoll und Landeskriminalamt war dies der Ausgangspunkt ihrer Ermittlungen. Die führten zur Sicherstellung weiterer Drogen und Ende April beziehungsweise Anfang Mai zur Festnahme von zwölf Albanern im Raum Hamburg und Hannover. Bei ihnen wurden neben 30.000 Euro Bargeld zwei Revolver sichergestellt. Insgesamt soll die Bande 1,8 Tonnen Kokain eingeschmuggelt haben. Die Droge war für den europäischen Markt bestimmt, der Marktwert lag bei rund 400 Millionen Euro.

Hohe Haftstrafen drohen

Die hohe Summe ergibt sich auch aus dem Reinheitsgrad des Kokains von 90 Prozent. Bis zu den Konsumenten wäre das Rauschgift noch mehrfach gestreckt worden. Die Ermittlungen führt die Landshuter Staatsanwaltschaft. Wo die Strafverfahren stattfinden, ist laut Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle angesichts der vielen Tatorte noch unklar, dies würden die weiteren Ermittlungen zeigen. Den in Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Bandenmitgliedern drohen zwischen fünf und 15 Jahren Haft.


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