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NS-Opfer Gedenken an die Deportation Münchner Sinti und Roma

Heute vor 75 Jahren ließ die Münchner Polizei 130 Sinti und Roma ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportieren. In München findet heute eine Gedenkveranstaltung statt, am Platz der Opfer des Nationalsozialismus.

Von: Veronika Laggerbauer

Stand: 13.03.2018

Ausstellung "Die Verfolgung der Sinti und Roma in München und Bayern 1933-1945"; Familie Höllenreiner | Bild: NS-Dokumentationszentrum

Zum Gedenken an die vor 75 Jahren ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportierten Sinti und Roma werden am Nachmittag die Namen der Deportierten verlesen und ein Kranz niedergelegt. Neben Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter wird unter anderem auch Erich Schneeberger, der Vorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma in Bayern, ein Grußwort sprechen.

Lange nicht als Opfer anerkannt

Bei einer Gedenkveranstaltung am Abend im Rathaus wird auch Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sprechen. Am 13. März 1943 hatte die Münchner Polizei 130 Sinti und Roma aus München und der Umgebung nach Auschwitz-Birkenau deportieren lassen.

"Nach Kriegsende wurden in der Bundesrepublik jahrzehntelang weder der Völkermord an den Sinti und Roma noch die Überlebenden der Minderheit als Opfer des NS-Regimes anerkannt."

Dieter Reiter, Münchner Oberbürgermeister

500.000 Sinti und Roma ermordet

Das Gedenken daran wachzuhalten, sei das Anliegen aller. Bis heute würden Sinti und Roma diskriminiert und kriminalisiert. Mit einer Veranstaltungsreihe bis zum 19. März erinnern das Kulturreferat, die Madhouse gemeinnützige GmbH und das Stadtarchiv München zusammen mit weiteren Institutionen an die ermordeten Sinti und Roma.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma geht davon aus, dass während des NS-Regimes etwa 500.000 Sinti und Roma ums Leben kamen.


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