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Vorm Oberlandesgericht Ganztägige Demo gegen "Schlussstrich" unter NSU-Morde

Im Münchner NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe und ihre Mitangeklagten fallen am Vormittag die Urteile. Die Initiatoren der bundesweiten Kampagne "Kein Schlussstrich" organisieren eine ganztägige Demonstration vor dem Oberlandesgericht. Der Zuschauerandrang ist enorm.

Von: Susanne Hagenmaier und Christoph Müller

Stand: 11.07.2018

Demonstration der Kampagne "Kein Schlussstrich" vor dem Oberlandesgericht München am Tag der Urteilsverkündung im NSU-Prozess. | Bild: BR/Christine Gaupp

Mehrere Stunden vor der Urteilsverkündung im NSU-Prozess hat sich vor dem Oberlandesgericht München an der Nymphenburger Straße schon eine lange Zuschauer-Schlange gebildet. Gegen 7 Uhr warteten bereits rund 150 Menschen auf dem Vorplatz des Gerichts, einige waren bereits seit dem späten Dienstagabend dort. In den Saal dürfen nur 50 Zuschauer hinein. Die Lage war ruhig.

"Tag X" heißt der Tag der Urteilsverkündung bei den Initiatoren der bundesweiten Kampagne "Kein Schlussstrich", zu der unter anderem die Initiative "NSU-Watch" und das "Münchner Bündnis gegen Naziterror und Rassismus" gehören. Sie sind der Meinung, dass auch nach mehr als 400 Verhandlungstagen zu viele Fragen offen sind.

"Warum wurden die Opfer ausgewählt?"

"Eine grundlegende Frage ist doch: Warum wurden die Opfer ausgewählt? Wir wissen es bis heute nicht", sagt Patrycja Kowalska, Sprecherin der "Kein Schlussstrich"-Kampagne. "Wir wollen wissen: Wer waren die Unterstützerinnen und Unterstützer? Wo sind sie heute? Und warum werden sie nicht angeklagt?"

Aktivisten demonstrieren ab 8 Uhr

Um auf Fragen wie diese aufmerksam zu machen, findet heute eine ganztägige Kundgebung statt, zu der Teilnehmer(innen) aus ganz Deutschland erwartet werden. Während im Gericht das Urteil verlesen wird, startet vor dem Gebäude um 8 Uhr die Veranstaltung mit der Namensnennung der NSU-Opfer und einer Schweigeminute. Den ganzen Tag über werden Redner und Musikgruppen auftreten.

Abends gegen 18 Uhr ziehen die Demonstranten dann zum Bayerischen Innenministerium am Odeonsplatz.

Behinderungen auf Nymphenburger Straße programmiert

Zum Abschluss des Prozesses ist das Medieninteresse noch einmal besonders groß. Deshalb und wegen der ganztägigen Kundgebung können Straßen und Radwege rund um das Gebäude an der Nymphenburger Straße zeitweise gesperrt sein. Die Stadt empfiehlt Autofahrern und Radlern, den Bereich weiträumig zu umfahren.


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