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Wegen sexueller Nötigung Ex-Musikhochschul-Rektor soll zwei Jahre und neun Monate in Haft

Ein früherer Präsident der Münchner Musikhochschule ist wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde der 63-Jährige am Münchner Landgericht freigesprochen.

Von: Birgit Grundner

Stand: 16.05.2018

Angeklagter Musikhochschulprofessor im Gerichtssaal in München. | Bild: BR/David Herting

Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der Mann eine Frau bei drei Bewerbungsgesprächen zwischen 2007 und 2013 sexuell genötigt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm zudem vorgeworfen, eine andere Frau im Jahr 2004 vergewaltigt zu haben.

Der 63-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe niemals sexuellen Kontakt mit Frauen gegen deren Willen gehabt, hatte er vor der Verkündung des Urteils beteuert.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt des Angeklagten hat bereits Revision angekündigt. Es gibt keinen sofortigen Haftbefehl.

"Zu viele sexuelle Kontakte zu Frauen"

Der ehemalige Hochschul-Rektor hatte sich verteidigt:

"Ich habe in meinem Leben viele, vielleicht zu viele sexuelle Kontakte zu Frauen gehabt."

Der angeklagte ehemalige Rektorder Musikhochschule

Aber es sei niemals gegen den Willen der Frauen oder gar mit Gewalt geschehen. Jetzt wolle er nur noch seinen seelischen und existentiellen Frieden finden, schreiben, Konzerte geben.

Verteidiger forderten Freispruch

"Freispruch" hatten zuvor auch seine Verteidiger gefordert.  Die Vorwürfe der beiden Frauen, die ihr Mandant vergewaltigt bzw. sexuell genötigt haben soll, ließen sich nicht beweisen, Zeugen hätten sich in Widersprüche verwickelt und vieles auch nur vom Hörensagen gewusst. Es stehe Aussage gegen Aussage, so die Verteidigung. 

Kläger wollten sieben Jahre Haft

Staatsanwaltschaft und Nebenklage hielten die Zeugen dagegen für glaubwürdi und hatten auf eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren plädiert und einen Haftbefehl beantragt.


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